Eine Utopie: Multikultureller, demokratischer Sozialismus und ein Weltstaat – Das Ende der Nationen – Ein Kommentar

Es ist eine inhumane Katastrophe, dass man sich an manchen Orten dieser Welt Dekadenz leistet, während anderswo Menschen verhungern müssen. Diese Art zu wirtschaften und zu leben, ist der konservativen, nationalistischen und kapitalistischen Politik der westlichen Welt geschuldet.“

Meiner Auffassung nach, sind Menschen aus Jamaika genauso deutsch, wie ein Mensch aus Deutschland jamaikanisch ist. Wenn sich Menschen mit ihrer Nation identifizieren, bringt das dem Fortschritt der gesamten Menschheit gar nichts, außer noch mehr überflüssige zwischenmenschlichen Differenzen. Das wird besonders dann gefährlich, wenn zum Beispiel deutsche Nationalist*innen denken, sie wären das stärkste und edelste Volk der Welt. Dabei wissen wir alle, dass Menschen aus Deutschland genau die gleichen Menschen sind, wie die Menschen in Japan oder Südamerika. Was Menschen in Gesellschaften und Gemeinschaften wirklich prägt und verbindet, ist die jeweilige Kultur und nicht die Nation. Nationen sind aufgesetzte, auswechselbare Konstrukte, deren Sinn darin besteht, gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Kulturen funktionieren unabhängig von Ländergrenzen und Nationen. Man kann schon jetzt in den USA und ganz Europa beobachten, wie gut multikulturelles und pluralistisches Zusammenleben aussehen könnte, wenn es nicht so viel Faschismus, Rassismus und sonstige rechtsextreme Ideologien gäbe, die Multikulturalismus und Internationalismus vehement ablehnen und bekämpfen.

Durch viele kleine Nationen entstehen viele vermeidbare Probleme. Menschen können auf Grund der vielen Grenzen zwischen den Ländern ihren Lebensort nur sehr schwer selbst bestimmen. Außerdem sorgen die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Situationen in den jeweiligen Ländern für unendlich viele Differenzen und ineffiziente Reibereien, die ein Zusammenleben über Ländergrenzen hinaus extrem erschweren. Diese Uneinigkeiten zwischen Staaten beginnen auf wirtschaftlicher Ebene und enden leider viel zu oft in Kriegen. Das können wir heute auf der ganzen Welt beobachten. Abgesehen davon, gibt es Nationen, in denen jedes Jahr hunderttausende Kinder verhungern, während sich Donald Trump das Klo vergolden lässt. Es ist eine inhumane Katastrophe, dass man sich an manchen Orten dieser Welt Dekadenz leistet, während anderswo Menschen verhungern müssen. Diese Art zu wirtschaften und zu leben, ist der konservativen, nationalistischen und kapitalistischen Politik der westlichen Welt geschuldet.

Ich denke, dass sich diese Probleme langfristig nur noch durch eine radikale, weltweite Vereinigung lösen lassen. Die Menschheit entwickelt sich in Europa teilweise schon in die richtige Richtung. Viele Länder in Europa würden die „Idee“ Europa gerne intensivieren, jedoch erschweren reaktionäre, konservative und nationalistische Oppositionelle in fast allen europäischen Ländern den Fortschritt in eine modernere multikulturelle, internationalistische Zukunft. Die gesamte rechte Szene ist nicht umsonst zur Zeit so unruhig und radikalisiert sich zunehmend in Ausdruck, Sprache, Ideologie und Handeln. Sie spüren das Ende des rechten, rassistischen Spießbürgertums.

Das Ziel für die ferne Zukunft sollte sein, einen riesigen internationalen Welt-Staat zu gründen. Selbstverständlich geht diesem Ziel eine lange Adaptionsphase voraus, die einige Jahrzehnte andauernd könnte. Man sollte damit beginnen einen internationalen Völkerbund zu schließen, um die einzelnen Wirtschaftssysteme und Kulturen langsam zusammenzuführen und anzugleichen. Eine Internationale Währung, ähnlich wie der Euro im heutigen europäischen Währungsraum, wäre äußerst sinnvoll, da man über einen weltweiten Kapitalausgleich die wirtschaftlich unterschiedlich starken Länder auf das selbe Niveau bringen könnte. Ein solcher Kapitalausgleich könnte Migrationsströme auf Schlag beenden. Das Kapital was vorher ausschließlich dazu existierte sich zu vermehren, könnte dann endlich da eingesetzt werden, wo es Menschen am nötigsten bräuchten. In einem internationalen Staat wären alle Menschen gleichermaßen füreinander verantwortlich, was bedeutet, dass auch die Verantwortung für die Umwelt und den Klimawandel endlich gleich verteilt wäre.

Abgesehen von all diesen Gedanken und Ideen möchte ich noch mit einem großen Irrtum aufräumen, dem rechtsradikale Rassisten und Antisemiten sehr oft aufsitzen. In rechten, rassistischen und völkischen Kreisen hat man Angst vor ethnischer und kultureller „Vermischung“. Es herrscht der Glaube an besondere Stärken und Eigenschaften bei „nordischen Germanen“ . Sie haben Angst davor, dass ihr „Volk“ durch „Vermischung“ aussterben könnte. Besonders rechtsradikale Verschwörungstheoretiker wie Attila Hildmann befeuern ihre Anhänger mit dieser Abstammungs-Rassisten-Propaganda. Es wird vielfach behauptet, dass es schon immer das heimliche Ziel der „Juden“ war, das „deutsche Volk“ zu „vermischen“, um es auszurotten. Das ist natürlich eine völlig absurde, antisemitische Verschwörungstheorie mit dem Namen „Kalergi-Plan“. Wissenschaftlich betrachtet ist das selbstverständlich nicht haltbar. Die Entwicklung des Homo Sapiens, im Rahmen der Evolution, ist dann am effektivsten, wenn die Genpoole dieser Welt möglichst gut vermischt sind. Das bedeutet, dass völkischer Nationalismus und Separierung von Menschen hinsichtlich der evolutionären Entwicklung der Menschen extrem ineffektiv sind. Genetische Defekte und Krankheiten die sich in bestimmten Regionen dieser Welt hartnäckig von Generation zu Generation weiter vererben, könnten theoretisch durch einen größeren Genpool immer weniger werden und irgendwann sogar gänzlich verschwinden. Desto größer die Vielfalt der Gene in einer Gesellschaft ist, desto weniger genetische Nachteile und Krankheiten werden sich durchsetzen. Desto vielfältiger der Genpool einer Gesellschaft ist, desto effizienter und schneller kann sich die Evolution den jeweiligen Bedingungen anpassen. Auch das ist ein positiver Nebeneffekt von Internationalismus und Multikulturalismus.

Fazit: Ein internationaler Weltstaat ist natürlich völlige Zukunftsmusik, aber in meiner Vorstellung absolut erstrebenswert, um die Menschen auf der ganzen Welt endlich zusammenzuführen. Die Vision, dass alle Menschen auf dieser Welt die gleichen Ziele verfolgen, darf nicht aus den Augen verloren werden. Das Klima wird unsere Kindeskinder in die Knie zwingen, wenn wir es nicht schaffen endlich die existentiellen Probleme dieser Zeit in konstruktiver, internationaler Zusammenarbeit zu lösen.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

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