Rechte, konservative Politik spaltet Menschen und zerstört den Planeten – Ein Kommentar

„Das komplette rechte politische Spektrum kämpft also gegen emanzipatorische, gesellschaftliche Veränderungen, die heute eigentlich dringend nötig wären. Im Grunde kann man sagen, dass es zur Zeit nichts dümmeres, bornierteres und ineffizienteres gibt, als konservative, rechte Politik. Niemand braucht sie, außer die, die von ihr profitieren.“

Ich versuche mir oft vorzustellen, was die Menschheit alles schaffen könnte, wenn sie nicht verseucht wäre von Gier, Hass, Egoismus und Missgunst. Wie schön wäre eine multikulturelle, pluralistische Welt ohne Grenzen und Nationalitäten. Eine gemeinwohlorientierte Gesellschaft, in der sozioökonomische Gleichheit und Gerechtigkeit die Basis jeder gesellschaftlichen Veränderung sind. Eine Gesellschaft ohne über- und unterprivilegierten Menschen. Keine gegenseitige Ausbeutung und keine sinnlosen Anhäufungen von Kapital und Eigentum. Es wäre endlich möglich sinnvolle und effektive politische Entscheidungen zu treffen, ohne auf irgendwelche lobbyistischen Individualinteressen Rücksicht nehmen zu müssen. Die Realität würde ganz einfach von allen akzeptiert und die nötigen Maßnahmen zur Rettung dieses Planeten und die Zukunft unserer Kinder würde selbstverständlich niemand in Frage stellen. Alle würden am selben Strang ziehen und gemeinschaftlich für eine glückliche, freie und friedliche Zukunft einstehen. Nur dann können wir es schaffen das Klima effektiv und nachhaltig zu schützen. Solange Rendite, Kapital und Egoismus die Entwicklung der Gesellschaft bestimmen, wird es keinen wirksamen Klimaschutz geben und die Welt wird im Chaos versinken. Sehr viele rechte politische Kräfte auf der ganzen Welt arbeiten aktiv an der Zerstörung des Planeten.

Quelle, Youtube, Quarks: https://www.youtube.com/watch?v=FoMzyF_B7Bg

Leider ist zur Zeit das absolute Gegenteil meiner naiven, utopischen Vorstellung der Fall. Egal um welche Krise es geht, es gibt leider immer größere Minderheiten voller rechter und konservativer Verhinderer die Sozialdarwinismus predigen und die Realität leugnen. Die Fronten zwischen den Menschen werden immer größer und sie verhärten sich zunehmend. Die Proteste auf den Straßen weltweit werden immer zahlreicher und gewalttätiger. In den USA herrschen schon länger bürgerkriegsähnliche Zustände, ähnlich wie in Belarus und vielen anderen Ländern. Wir müssen uns im 21. Jahrhundert überall mit Rassismus, Faschismus, Homophobie und Antisemitismus rumärgern.

Egal um welche Probleme unserer Zeit es geht – sie werden verstärkt und geschützt durch rechte Politik. Und dazu zähle ich jede rechte Politik ab der Mitte. Vom Konservatismus bis zum Faschismus gibt es nichts, was unserer Gesellschaft heute noch gut tun würde.

Als politische Rechte wird ein Teil des politischen Spektrums bezeichnet. Sie geht von einer Verschiedenheit der Menschen aus und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie. Ungleichheit wird deshalb von der politischen Rechten als unausweichlich, natürlich, normal und wünschenswert betrachtet.

Quelle, Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rechte_(Politik)

Rechte Politik versucht den Status Quo in Stein zu meißeln. Sie schützt die aktuellen Machtverhältnisse und die Kapitalverteilungen. Nur durch diese sozialdarwinistischen Überzeugungen, die schon in der Grundschule gelehrt werden, existiert diese turbokapitalistische Gesellschaft noch. Die konservativen Regierungen der letzten Dekaden haben die Gesellschaft selbstverständlich auf Sozialdarwinismus und Leistungsdrang abgerichtet, um Egoismus und Karrierismus salonfähig zu machen. Das Volk wählt ihre eigenen Sklaventreiber immer wieder aufs Neue. Profitieren tun nur sehr, sehr wenige von rechter Politik. Diese anachronistische, irrationale Weltanschauung bedarf schon einer sehr starken ideologischen Verhärtung. Ich gehe davon aus, dass die meisten Wähler von konservativen, rechten Parteien alte, weiße, überprivilegierte Menschen sind. Ganz rechts bei der AFD sind vermutlich auch jüngere Leute dabei, die ideologisch höchst vereinnahmt sind. Ideologisch verhärtet sind auch die rechtsradikalen und antisemitischen Verschwörungstheoretiker um Attila Hildmann, Xavier Naidoo, Heiko Schrank, Querdenken und Co..

Rechte Politik ist also für Menschen die sich gerne für etwas besseres halten. Für Menschen, die andere Menschen übersteigen wollen. Für Menschen, die Vorteile und Privilegien genießen wollen, die andere Menschen nicht genießen können. Für Menschen, die daran glauben, dass Menschen nicht gleich sind. Für Menschen, die andere Menschen bewerten wollen. Für Menschen, die ihre Psychopathie salonfähig ausleben möchten. Für Menschen, die Macht ausüben oder behalten möchten. Für Menschen, die Missgünstig sind. Für gierige, hasserfüllte, missgünstige Egoisten, die sich niemals für irgendetwas rechtfertigen wollen müssen.

Auch wenn diese Strömungen mitunter weit voneinander entfernt sind, eint sie allesamt die Ablehnung einer aktiv emanzipatorischen Gesellschaftsveränderung auf politischem Wege, wie sie von den verschiedenen Strömungen des linken Spektrums angestrebt wird.

Quelle, Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rechte_(Politik)

Das komplette rechte politische Spektrum kämpft also gegen emanzipatorische, gesellschaftliche Veränderungen, die heute eigentlich dringend nötig wären. Im Grunde kann man sagen, dass es zur Zeit nichts dümmeres, bornierteres und ineffizienteres gibt, als konservative, rechte Politik. Niemand braucht sie, außer die, die von ihr profitieren.

Fazit: Ich bin der festen Überzeugung, dass sozioökonomischer und zivilisatorischer gesellschaftlicher Fortschritt ausschließlich von links kommen kann. Das Zeitalter des bornierten, asozialen Spießbürgertums ist vorbei. Das wissen die Rechten, eben deshalb begehren sie zur Zeit so sehr auf. Sie wittern die Veränderung. Sie wittern die Moderne, die Zukunft und den zivilisatorischen Fortschritt in Richtung Gemeinwohlökonomie. Der Weg von der sozialdarwinistischen Ellenbogengesellschaft bis zum gemeinwohlorientierten demokratischen Sozialismus der Zukunft, wird ein sehr langer und mühevoller Weg. Es werden viele bösartige, egoistische Menschen alles dafür tun, dass die Ungleichheit und die Machtverhältnisse so bleiben wie sie sind. Ich bete jeden Tag dafür, dass die Faschisten und Kapitalisten dieser Welt ein Gewissen bekommen.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Rechte, konservative Politik spaltet Menschen und zerstört den Planeten – Ein Kommentar

Trump und Schäuble sind sich einig: Es gibt wichtigeres als Menschenleben – Jetzt wird geopfert – Ein Kommentar

„Der Klassizismus war niemals deutlicher zu spüren als heute, denn die Eliten waren auch niemals deutlicher zu spüren als heute – der Kontrast ist extrem stark geworden. Menschen müssen sterben, damit die Eliten leben können und genau das geben die Eliten jetzt auch in aller Öffentlichkeit zu.“

In der westlichen, kapitalistischen Welt ist es unabhängig von der Corona-Krise relativ normal inhuman und asozial zu handeln. Der Profit steht immer an erster Stelle. Das war und ist selbstverständlich vielen Menschen klar. Mir war auch klar, dass große Teile der Eliten dieser Welt absolut psychopathisch, egoistisch und inhuman handeln. Jetzt ist jedoch etwas passiert, was eine neue Ebene im politischen Geschehen erschaffen hat. Trump und seine Entourage haben die Masken jetzt offiziell fallen gelassen und öffentlich zugegeben, dass Menschenleben der Wirtschaft unterzuordnen sind. Alte und kranke Menschen werden zu Gunsten der Konjunktur einfach geopfert. Hierzu ein Ausschnitt aus dem Artikel:

„Das große Sterben in den USA: Es gibt wichtigere Dinge als das Leben.“

Donald Trump aber will schnelle Erfolge in der Corona-Bekämpfung verkünden, denn er und die meisten Republikaner wollen die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder öffnen. Manche sogar schneller als möglich. „Wir zerstören das Land, wir zerstören die Märkte“, erklärte der Vize-Gouverneur von Texas in einem Interview mit Fox News. „Es gibt wichtigere Dinge als das Leben“, so Dan Patrick.

Es sieht so aus, als seien viele Republikaner und der Präsident dazu bereit, dem amerikanischen Kapitalismus Menschenopfer zu bringen. Die Alten und Schwachen, sie sollen sterben, damit die Wirtschaft leben kann.

Obwohl die Infektionszahlen noch immer hoch sind, lockern die republikanischen Gouverneure von Florida, Texas und Georgia Corona-Maßnahmen. Und Donald Trump stachelt zu Protesten gegen die Einschränkungen in von der Opposition regierten Bundesstaaten an.

Das ist leider noch nicht der komplette Skandal, denn jetzt sagt sogar der Präsident des deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble, dass man Menschenleben anderen Dingen unterordnen sollte. Auch hier zeige ich euch einen Ausschnitt aus einem Artikel vom Handelsblatt mit dem Titel:

„Dem Schutz von Leben in der Coronakrise kann nicht alles untergeordnet werden“

Der Bundestagespräsident positioniert sich in der Debatte um Einschränkungen der Grundrechte. Das Recht auf Leben könne nicht über allem stehen.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat angesichts der Einschränkungen vieler Grundrechte durch die Corona-Maßnahmen davor gewarnt, dem Schutz von Leben alles unterzuordnen. „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte der CDU-Politiker dem „Tagesspiegel“.

Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe, dann sei das die Würde des Menschen. „Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“ Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. „Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben.“

Ich weiß nicht recht, was ich jetzt denken soll. Ich hoffe, dass jetzt allen Menschen klar ist, dass die konservativen und neoliberalen Parteien wie die CDU nicht daran interessiert sind, dass es den Menschen gut geht, sondern das die Menschen konsumieren. Und der aller wichtigste Punkt ist doch jetzt: Wie sollen wir mit einer Regierung bzw. mit politischen Gegnern umgehen, die unser Leben nicht als höchstes und wichtigstes Gut ansehen? Wie es scheint sind wir in einem neuen Zeitalter angekommen. Ein Zeitalter, in dem die Basis von Allem, nämlich das Leben an sich, nachrangig ist. Wie sollen wir Menschen begegnen, die nicht daran interessiert sind unser Leben zu achten und zu schützen? Welche Konsequenzen werden jetzt aus diesen Entwicklungen gezogen? All das macht mir enorme Sorgen und ich hoffe, dass jeder die Augen aufmacht und hinschaut, welch bösartige Menschen teilweise unsere Regierungen beheimaten.

Der politische Klassismus war niemals deutlicher zu spüren als heute, denn die Eliten waren auch niemals deutlicher zu spüren als heute – der Kontrast ist extrem stark geworden. Menschen müssen sterben, damit die Eliten leben können und genau das geben die Eliten jetzt auch in aller Öffentlichkeit zu. Der Druck und die Gefahr auf wirtschaftliche Verluste oder gesellschaftliche und gesetzliche Veränderungen zu Gunsten des Gemeinwohls, waren noch nie so hoch wie heute. Genau das spüren die Eliten, wie Tiere vor einem Gewitter die panisch versuchen einen Unterschlupf zu finden. Die Corona-Krise bringt viele Menschen zum Zweifeln, denn die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und deutlicher. Die Menschen spüren die moderne Sklaverei immer mehr am eigenen Leib. Das arbeitende Volk wird zu Gunsten der Konjunktur verheizt, ohne Respekt und Anstand vor der Leistung dieser Menschen. Leider Gottes muss es den meisten Menschen erst richtig schlecht gehen, bevor sie anfangen nachzudenken. Jetzt erkennen die Menschen aber langsam, dass eigentlich sie es sind, die die Eliten am Leben erhalten. Ohne die moderne Sklaverei wäre der heutige Turbokapitalismus völlig obsolet und die nichtsnutzigen Milliardäre auf dieser Welt könnten einpacken. Wir sind mehr! Wir müssen den Klassizismus durchbrechen und die faschistoide, kapitalistische Sklaverei beenden.

Wir appellieren also an den gesunden Menschenverstand: Es muss eine radikale politische und gesellschaftliche Veränderung stattfinden. Neoliberale, konservative und asoziale Parteien, die das Leben eines Menschen nicht als höchstes zu schützendes Gut ansehen, dürfen nicht mehr gewählt werden! Es ist eine Schande, dass laut der letzten Umfragen die Union bei knapp 40% im bundesweiten Trend liegen. Das ist der Beweis dafür, dass kaum jemand der CDU/CSU-Wähler darüber nachdenkt, was sie da eigentlich wählen. Jeder ist jetzt dazu angehalten möglichst couragiert seine Mitmenschen darauf hinzuweisen, dass es maximal inhuman ist neoliberal, konservativ bzw. rechts zu wählen. Ich denke wir erleben gerade eine sehr, sehr angespannte Zeit, die nichts Gutes für die Zukunft verspricht, wenn wir uns nicht schleunigst alle gemeinsam gegen den inhumanen Kapitalismus auf dieser Welt wehren, statt ihn weiter zu füttern. Hört auf eure Herzen, denkt an eure Kinder und betet mit uns zusammen für alle Opfer des Kapitalismus weltweit.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

 

Trump und Schäuble sind sich einig: Es gibt wichtigeres als Menschenleben – Jetzt wird geopfert – Ein Kommentar

Corona-Krise und Verschwörungstheorien international: Hetze und Antisemitismus nehmen zu – Ein Kommentar

„Am Ende bleibt leider nur das pure Entsetzten darüber, wie leichtgläubig und ungebildet viele Menschen im Internet sind. Es ist erschreckend wie viele ihren gesunden Menschenverstand verloren haben und diesen antisemitischen Schwachsinn glauben und verbreiten.“

Während der Corona-Virus auf der ganzen Welt für Chaos sorgt und den normalen Alltag aus dem Gleichgewicht bringt, überlegen sich Faschisten, wie sie diese Krise für sich nutzen könnten. Was in den letzten Wochen von Rechtsextremisten und antisemitischen Verschwörungstheoretikern weltweit verbreitet wurde, stieß im Internet auf entsetzlich große Resonanz. Wir wollen hier heute einige dieser unmenschlichen Beiträge aus dem Internet zusammenfassen, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir gerade in diesen Zeiten in jede Richtung aufklären müssen. Die Corona-Pandemie wird bewusst gegen das jüdische Volk instrumentalisiert, in dem völlig seltsame Verschwörungen um das Virus und die Juden gesponnen werden. Im Internet finden solche Verschwörungen immer ihre Befürworter, denn die Reichweite des Internets schließt jeden Menschen mit ein, unabhängig von Alter, Bildungsgrad oder soziokulturellem Umfeld. So wird der Antisemitismus zur Zeit um ein vielfaches verstärkt. Irgendwo trifft Hetze immer auf fruchtbaren Boden. Das Internet dient heutzutage als universeller Multiplikator.

Hitler Fotos und Pornos während einer online Holocaust-Gedenkenveranstaltung

Am Vorabend des Holocaust-Gedenktags ist eine von der israelischen Botschaft in Berlin organisierte Video-Diskussion mit einem Überlebenden gestört worden. Botschafter Jeremy Issacharoff schrieb auf Twitter, „anti-israelische Aktivisten“ hätten sich am Montag in die Videokonferenz eingeschaltet, Bilder von Adolf Hitler gezeigt und antisemitische Slogans gerufen. „Die Veranstaltung musste unterbrochen werden.“ Nach einer kurzen Pause habe man sie aber ohne die Störer fortsetzen können, schrieb Issacharoff. „Das Gedenken an den Holocaust und die Würde des Überlebenden zu missachten ist mehr als beschämend und schändlich und zeigt die eklatante antisemitische Einstellung der Aktivisten.“ – Auszug aus einem Artikel von www.dw.com

Zu der Veranstaltung war aus Israel der 77 Jahre alte Holocaust-Überlebende Zvi Herschel zugeschaltet. Dieser selbst teilte mit, neben Hitler- und Hakenkreuz-Bildern seien auch Pornos zu sehen gewesen, zudem seien „Palästina, Palästina“-Rufe ertönt. Trotz allem sei er „sehr ruhig“ geblieben. „Auf eine Art ist das ein Beispiel, das ich benutzen kann“, betonte Herschel, der weltweit vor jungen Menschen Vorträge über den Holocaust hält. Es zeige, wie feige diese Leute seien. „Aber es ist bloßer Antisemitismus, und der heutige Antisemitismus ist sehr, sehr stark.“

Herschel wurde im Dezember 1942 in den von Nazi-Deutschland besetzten Niederlanden geboren. Während seine Eltern im Sommer 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurden, überlebte Herschel bei einer protestantischen Familie. 1986 wanderte er nach Israel aus.

Antisemitische Hetze auf Flugblättern in Augsburg

Augsburg – 8. April 2020

Am 8. April 2020 sind in der Augsburger Innenstadt Flugblätter aufgetaucht, die die Coronakrise nutzen, um antisemitische und rassistische Verschwörungserzählungen zu verbreiten. Die Flugblätter wurden in Briefkästen gesteckt und auf Straßenlaternen geklebt.

In dem Text wird zunächst die Gefährlichkeit der durch das Corona-SARS-2-Virus verursachten Krankheit Covid-19 bestritten und behauptet, es gäbe keine oder kaum daran Erkrankte oder Verstorbene. Vielmehr sei dies eine reine Lüge der Regierungen und Medien und stünde im größeren Kontext eines Plans zur Zerstörung des Westens und der „weißen Rasse“.

Seit fünf Jahren gingen „sämtliche Handlungen der Regierungen im Westen, gegen die eigenen Bürger“, insbesondere durch eine „Invasion“ von „sogenannten Flüchtlingen“. Durch Suggestivfragen wie „Glauben Sie wirklich, dass es Zufall ist, dass der gesamte Westen zur gleichen Zeit mit Migranten geflutet wird? Wo haben die Leute das Reisegeld her, wenn sie weniger als 2 Euro am Tag verdienen? Glauben Sie wirklich, dass man mit einem Schlauchboot sicher über die Weltmeere schippern kann?“ legt der Verfasser nahe, dass die Migration nach Europa von einer „Gruppe von Menschen, die zwar Weiß ausschaut, aber von sich behauptet, dass sie nicht weiß ist“ gesteuert würde. Ziel dieses Plans sei es, dass „sich die Rassen mischen, bis sie in nur wenigen Generationen alle vollständig zu einer Hybridrasse verschmolzen sind, deren jeweilige besonderen Fähigkeiten mit jeder Generation absolut verkümmern“.

Bei der Beschreibung, wer diese überaus mächtige Gruppe sei, wird der Antisemitismus des Verfassers offensichtlich:

„Es ist auch die gleiche Gruppe, die 85 % aller Medien auf der Welt besitzt. Die gleiche Gruppe, die Hunderte von Nicht Regierungs Organisationen auf der Welt verteilt hat, um für ihre speziellen Interessen zu streiten. Die gleiche Gruppe, die 98 % aller sogenannten Nationalbanken besitzt und seit Dekaden die Nationen ins Unermessliche verschuldet. Die Gruppe die damit Geld aus dem Nichts schafft. Die gleiche Gruppe, die überall im Westen für offene Grenzen ist, aber in ihrer „Heimat“ auf einen reinen Staat bestehen.“ „Heimat“ meint Israel, das durch die Anführungszeichen als illegitimer Staat gebrandmarkt wird, der angeblich auf eine „reine“ Bevölkerung bestehe. Der Rassismus des Verfassers wird so auf den jüdischen Staat projiziert.

Auch der Mythos, dass Juden angeblich Nationalbanken besäßen (insbesondere das US-amerikanische Federal Reserve System ist Gegenstand solcher Verschwörungsideologien), damit „die Nationen“ verschuldeten und für sich selbst „Geld aus dem Nichts“ schafften sind klassisch antisemitische Topoi. Mit einem Henry Kissinger in den Mund gelegten Zitat lässt das Flugblatt zudem einen Mann als Kronzeugen für die behauptete Realität dieses Plans gegen die „weiße Rasse“ auftreten, der in antisemitischer Ideologie als Inbegriff des ‚mächtigen Juden‘ gelten kann. Kissinger habe angeblich gesagt: „Wir beseitigen die weiße Rasse mitsamt ihrer zu hohen und damit für uns gefährlichen Intelligenz durch multikulturelle Gesellschaften!“ Der Verschwörungsmythos ist komplett, Rassismus und Antisemitismus greifen ineinander.

Als weiterer angeblicher ‚Beweis‘ für dieses geschlossene, verschwörungsideologische und wahnhaft antisemitische Weltbild wird angeführt, dass Angela Merkel 2010 den Kalergi-Preis für ihre Verdienste um Europa bekommen hat. Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi war ein Vordenker des europäischen Gedankens. In verschwörungsideologischen Kreisen wird ihm ein angeblicher „Kalergi-Plan“ zugeschrieben. Dieser umfasse die Vernichtung der „weißen Rasse“ durch „Vermischung“, wodurch eine ‚identitätslose‘ Bevölkerung geschaffen werden solle, die von einer ‚jüdischen Elite‘ regiert und unterdrückt würde.

„Zu viele Menschen wissen von diesen Dingen.“, behauptet das Flugblatt gegen Ende. „Deshalb erleben wir jetzt die sogenannte ‚CORONA KRISE‘. Mit welcher jetzt die totale Kontrolle und auch Bestrafung für jegliche Gegenwehr gerechtfertigt wird.“ Diese „künstliche Krise“ würde „solange ausweitet, bis der gesamte Westen rein wirtschaftlich gesehen am Boden ist.“ Es würden dann „zunehmend kommunistische Verhältnisse einkehren“. Der Verantwortliche wird gleich genannt: „Recherchieren Sie einmal die Ursprünge des Kommunismus. Sie sind nicht russisch. Und auch nicht asiatisch. Es ist die gleiche Gruppe wie zuvor beschrieben.“ Auch diese doppelte Schuldzuweisung ist ein typisch antisemitisches Bild: ‚Der Jude‘ stünde als Strippenzieher sowohl hinter dem Kapitalismus wie dem Kommunismus.

„Keine Partei, keine Regierung wird uns retten. Diese sind das Problem. Nur die Völker selbst können sich befreien. Und dazu sind wir alle gefragt.“, endet das Flugblatt mit einem Aufruf zum völkischen ‚Widerstand‘. Hier ist die Vernichtung der Juden angelegt, denn der im Antisemitismus imaginierten Verschwörung sei nur durch eine ‚Endlösung‘ beizukommen.

Das Flugblatt zeigt, wie Antisemitismus als Opferideologie fungiert: Das gewalttätige Losschlagen gegen die ‚jüdische Weltverschwörung‘ wird immer als unschuldige Selbstverteidigung verklärt. – Ein Auszug aus einem Post von der RIAS Bayern (Recherche- und Informationszentrum für Antisemitismus Bayern)


Die Plage Antisemitismus – Hetze in den USA, Israel und Europa

Das Kantor Center an der Tel Aviv University veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht, der antisemitische Vorfälle weltweit dokumentiert. Bei der diesjährigen Präsentation Anfang dieser Woche wurde einerseits eine Zunahme des weltweiten Antisemitismus im Jahr 2019 um 18 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr beklagt. Die Historikerin Dina Porat hält in dem Bericht allerdings auch fest: „Obwohl sich dieser Bericht mit Antisemitismus im Jahr 2019 befasst, können wir nicht die Auswirkungen der Coronakrise außer Acht lassen. Diese hat antisemitische Ansagen hervorgerufen, die wir aufzeigen müssen.“

Israel:

Ähnliches prangerte diesen April auch das Simon Wiesenthal Center an. „Juden als Jesus-Mörder, Juden als Kredithaie, Juden als Krankheitsüberträger. Diese Jahrhunderte alten antisemitischen Stereotype kommen wieder an die Oberfläche“, so das Center in einem Statement. „Die Coronavirus Pandemie mag neu sein, aber dass Juden beschuldigt werden, tödliche Viren zu verbreiten, hat eine lange und tragische Geschichte.“ – Wiener Zeitung

USA:

Da hielten Demonstranten in Ohio ein Schild hoch, das eine Ratte mit Kippa und Davidstern zeigte, versehen mit dem Schriftzug „Die wirkliche Plage“. Andere wiederum attackierten Online-Gottesdienste von Synagogen durch „zoombombing“. Das passierte etwa auch 150 Jeschiwe-Studenten der New York City Yeshiva University, die einander zu Pessach virtuell trafen. Während der Zoom-Konferenz loggte sich rund ein Dutzend weiterer Personen ein und postete antisemitische Slogans und Memes, inklusive „Heil Hitler“ und Holocaust-Leugnung. – Wiener Zeitung

Deutschland:

In Deutschland entdeckte eine Passantin in Bamberg ein handgeschriebenes Pappschild bei einem Brunnen. Darauf vermerkt: „Coronavirus heißt Judenkapitalismus“. Doch dieser Corona-bezogene Antisemitismus sei auch im Netz zu finden, heißt es seitens der „Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus“ in Bayern. Im Netz sei etwa eine Karikatur eines Juden in einem trojanischen Pferd aufgetaucht, der so das Virus in die Stadt einschleust. – Wiener Zeitung

Frankreich:

In Frankreich machte indessen ein anderes Meme die Runde: es zeigte eine Zeichnung der früheren jüdischen Gesundheitsministerin Agnès Buzyn, die Gift in einen Brunnen schüttet. Die Karikatur wurde zehntausende Male geteilt. Ein weiteres Sujet zeigt laut Jewish Telegraph Agency Buzyns Kopf auf den „glücklichen Kaufmann“ montiert, also einen grinsenden Mann, der seine Handflächen aneinander reibt.

Alain Soral, ein mehrfach wegen Aufstachelung zum Judenhass verurteilter Holocaust-Leugner, sagte in einem Video auf Youtube, dass das Virus von „der berühmten Gemeinschaft, deren Namen wir nicht nennen dürfen“ benutzt werde, „die auf dem Rücken der Franzosen Kasse machen möchte, indem sie das französische Volk durch die Last der Todesopfer schwächt“. Es stieg rasch zu einem der beliebtesten Clips Sorals auf und wurde mehrere hunderttausend Mal aufgerufen. Ähnliches verbreitet der ebenfalls bereits als antisemitisch bekannte französische Komiker Dieudonne M’bala M’bala auf seinem Youtube-Kanal. – Wiener Zeitung

Alle Auszüge aus einem Artikel der Wiener Zeitung von der Kollegin Alexia Weiss

Fazit: Antisemitismus ist ein Herzensthema meines Blogs, weshalb es mir wichtig war hier noch einmal alle antisemitischen Vorfälle der letzten Wochen aus verschiedenen Medien zusammen zu tragen, um deutlich zu machen, wie aktiv Rechtsextremisten auf der ganzen Welt gerade versuchen die Corona-Pandemie gezielt für antisemitische Hetze zu instrumentalisieren und zu missbrauchen. Noch dazu kommt, dass diese Nazis mit extrem gefährlichen Lügen akut die Gesundheit von Menschen gefährden. Man muss davon ausgehen, dass es viele Menschen gibt, die diese antisemitischen Verschwörungstheorien glauben und den Virus infolgedessen dann nicht mehr ernst nehmen. Viele Nazis behaupten der Virus wäre nicht echt und gar nicht gefährlich. Das ist aber nur eine von vielen extrem gefährlichen, schwachsinnigen Aussagen. Am Ende bleibt leider nur das Entsetzten darüber, wie leichtgläubig und ungebildet doch so viele Menschen im Internet sind. Es ist erschreckend wie viele Menschen ihren gesunden Menschenverstand verloren haben und diesen antisemitischen Schwachsinn glauben und auch noch verbreiten.

Unser Aufruf an euch alle: Seid wachsam! Wehrt den Anfängen! Wir sind mehr!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Corona-Krise und Verschwörungstheorien international: Hetze und Antisemitismus nehmen zu – Ein Kommentar

Die traumatisierten Generationen: Das deutsche Bildungssystem zerstört Existenzen – Essay

„Eine Armee an unmündigen Opportunisten bringt unser Bildungssystem heute hervor. Man verkauft seine Seele für Anerkennung, um vom System nicht inoffiziell als Querulant abgestempelt zu werden. So handeln viele Lehrer leider andauernd subjektiv und fangen an ihre Schüler zu kategorisieren und zu nötigen.“

Auf der Suche nach dem Grund für die immer stärker werdende Verrohung der Gesellschaft, landet man zwangsläufig bei sozialpsychologischen Aspekten und Theorien, die bestimmte Verhaltensweisen in der Bevölkerung beschreiben und versuchen ihre Entstehung zu analysieren und zu begründen. Genau darüber will ich heute sprechen.

In der humanistischen, antikapitalistischen und antifaschistischen linken Community, in der man sich über Dinge wie Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Courage, Empathie und Nächstenliebe generell einig ist, kommt immer wieder die Frage auf, wieso es so viele Menschen gibt, die ohne moralische oder emotionale Hemmungen absolut inhumane, sozialdarwinistische und faschistoide Ideen und Systeme unterstützen. Es gibt Menschen, die betrachten es als ihre berechtigte „Freiheit“, andere Menschen abzulehnen oder auszunutzen. Überprivilegierten Menschen, sowieso Faschisten und Turbokapitalisten fehlt eben die nötige Empathie die man bräuchte, um das Leid und die Not anderer Menschen zu verstehen. Das Verständnis für das Leid und die Not anderer Menschen ist bei denen einfach nicht vorhanden. Selbstverständlich gibt es unter diesen Menschen auch einen gewissen Anteil an Psychopathen oder anderweitig psychisch Erkrankte, denen einfach die neurologische Fähigkeit zur Empathie fehlt.

Was ist aber mit den Menschen, die eigentlich sehr wohl emotionales Potential besitzen, jedoch durch ihre eigenen Erfahrungen im Leben zu Eis gefroren sind? Deshalb der Titel „Die missbrauchten Generationen“. Ich denke, dass wir mit der Einführung der preußischen Bildungs- und Erziehungsmethoden ab der Nachkriegszeit die Saat der Ellenbogengesellschaft und des neoliberalen, asozialen Kapitalismus‘ gelegt haben. Ab der Geburt werden Babys voller Überzeugung in völlig veraltete „tugendhafte“ und „ordentliche“ Vorstellungen und Rollenbilder gepresst. So sollen Babys dann schlafen, wenn Schlafenszeiten sind. Und sie sollen natürlich alleine in ihrem eigenen Bettchen schlafen. Wenn sich die Babys dann unwohl fühlen oder Angst bekommen, versucht man sie krampfhaft daran zu gewöhnen, indem man sie einfach schreien und leiden lässt. Sie sollen auch nur dann Essen, wenn Essenszeiten sind. Wenn das Baby außerhalb der Stillzeiten hunger hat, wird es nicht gestillt, sondern das weinen und schreien wird einfach ausgehalten. Falls die Babys dann immer heftiger schreien und das immer wieder, nennt man sie einfach „Schreibabys“, um die Verantwortung von sich zu schieben und das Leid des Kindes zu relativieren. Man etikettiert Kinder dann einfach, um sein Gewissen zu beruhigen, denn dann kann es schön weiter schreien und niemand wirft einem vor eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater zu sein. Schließlich darf so ein Kind ja bloß nicht „verwöhnt“ werden, denn es soll sich ja genauso gut wie alle anderen Kinder benehmen und einen guten Eindruck machen in der Gesellschaft!

„Die Welt ist kalt und hart! Du bekommst von niemandem etwas geschenkt! Die stärkeren und fleißigen setzen sich durch. Du musst immer stark sein, denn wir leben in einer Ellenbogengesellschaft, in der nur deine Leistung zählt!“, sagte mein Vater immer zu mir.

Was für heftige, frühkindliche Traumata Eltern ihren Kindern aus Unwissenheit mit solchen unbarmherzigen Erziehungsmethoden antun, ist den Meisten wohl nicht klar. Der Druck der heute auf Jugendlichen lastet ist unendlich hoch. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass auch unsere Eltern die selbe, dumme, missbräuchliche Nachkriegserziehung durchleben mussten. Denn die Eltern unserer Eltern waren durch den Krieg missbraucht und traumatisiert worden, weshalb es wichtig ist zu betonen, dass ich niemanden beschuldigen möchte. Es sind eben alle Generationen seit dem Krieg traumatisiert. Es ist wichtig darüber zu reden, um endlich aus dem Teufelskreis heraus zu kommen. Traumata werden von Generation zu Generation weitergeben und tief in die Gesellschaft verankert. Selbst heute, im Jahre 2020 werden Kinder in Deutschland noch massenhaft so erzogen, streng nach dem Leistungsprinzip, obwohl die Wissenschaft schon längst bewiesen hat, das sich diese alten Erziehungsmethoden völlig missbräuchlich und traumatisierend auf die Kinder auswirken. So wurde z.B. festgestellt, dass Kinder die immer gestillt werden wenn sie es fordern, eine, im Gegensatz zu anderen Kindern, viel bessere soziale Kompetenz und ein besseres Selbstbewusstsein entwickeln, da das Urvertrauen zu den Eltern niemals gebrochen wurde. Die frühkindlichen Auswirkungen von Erziehungsfehlern sind viel größer als früher von Kinderpsychologen, Eltern und Pädagogen angenommen.

Nachdem die Kinder dann nach den Wünschen ihrer Eltern auf „richtiges“ Essen, Schlafen und Verhalten abgerichtet sind, geht es direkt weiter mit den Gleichschaltungs-Methoden im deutschen Bildungssystem. In der Grundschule wird den Kindern relativ schnell klar gemacht, dass ihr Leben nicht erfolgreich und glücklich sein wird, wenn sie es nicht auf das Gymnasium schaffen. Es werden neoliberale Märchen in die Köpfe der Kinder gepflanzt, denn in der Schule sind die Lehrer nur nett zu dir, wenn du dich anpasst. Im Grunde lernen die Kinder sich für Anerkennung zu prostituieren. Sei es für Noten, sei es für Anerkennung oder Geld, völlig egal. Man lernt, wie man sich am besten für die allgemeinen, gesellschaftlichen Konventionen prostituiert. Eine Armee an unmündigen Opportunisten bringt unser Bildungssystem heute hervor. Man verkauft seine Seele für Anerkennung, um vom System nicht inoffiziell als Querulant abgestempelt zu werden. So handeln viele Lehrer leider andauernd subjektiv und fangen an ihre Schüler zu kategorisieren und zu nötigen. Wer nicht genau das tut was erwartet wird, bekommt keine guten Noten, und damit auch keine gute Zukunft. Wenn das keine missbräuchliche Nötigung des Schulsystems an Kindern ist, frage ich mich, was das sonst sein soll. Ich bin knapp 30 Jahre alt und habe das deutsche Schulsystem bis zum Abitur durchlaufen. Ich wurde von der überwiegenden Mehrheit meiner Lehrer abgelehnt, bedroht und genötigt, was mir aber erst in der Retrospektive wirklich aufgefallen ist. Damals wirkte der „Alltag“ in Schulen und Familien auch auf mich noch völlig konventionell. Ich dachte früher wirklich, es wäre meine eigene Schuld und deshalb völlig in Ordnung, wenn Lehrer mich persönlich kritisierten und benachteiligten. Ich dachte, dass ich vielleicht einfach nicht in die Gesellschaft passe, bis mir klar wurde, dass sich die Gesellschaft mir anpassen muss, und nicht andersherum. Ich habe viele Freunde die hochbegabte Fachidioten sind und über 15 Programmiersprachen beherrschen, aber nicht studieren durften, weil sie ihr Abitur nicht geschafft haben. Die sitzen jetzt abgehängt von der Gesellschaft, ohne Geld und Möglichkeiten in dunklen Zimmern, essen Junkfood und verpassen das Leben. Wieso lässt man in Deutschland soviel intellektuelles Potential durch das Raster fallen? Abgesehen davon, dass hinter diesen intellektuellen Potentialen auch Menschenleben stecken, die nur wegen sowas wie Noten niemals mehr vernünftig an der Gesellschaft partizipieren können. Die Ineffizienz unseres Erziehungs- und Bildungssystems in Deutschland ist katastrophal schlecht.

Selbstverständlich empfand ich früher auch als Schüler das Schulsystem als ineffizient und dumm organisiert, aber dass unser komplettes Bildungssystem in Deutschland für die massenhaften psychischen und physischen Krankheiten meiner Generation und die immer heftigere Verrohung der Massen verantwortlich war und immer noch ist, wurde mir erst mit der Geburt meiner Tochter bewusst. Jetzt wo ich selbst viel über das Leben meiner Tochter nachdenke, beschäftige ich mich erstmals intensiv mit Erziehung und vor Allem denke ich viel an meine Kindheit. Ich versuche zu verstehen, was die Gesellschaft aus mir gemacht hat. Was meine Eltern aus mir gemacht haben. Wir alle sind zum großen Teil ein Produkt all unserer Erfahrungen und Erlebnisse, weshalb wir dringend viel mehr darüber nachdenken müssen, wie wir unsere Kinder heute erziehen! Meine Tochter erlebt eine völlig andere Kindheit als ich und meine Frau sie erlebt haben. Wir geben unser bestes das Urvertrauen unserer Tochter in uns zu stärken, damit sie möglichst frei und voller Mut die Welt erkunden kann. Unsere Tochter schläft wann und wo sie möchte. Sie wird auch gestillt wann und wo und wie sie es möchte. Uns wurde von vielen davon abgeraten und gesagt, dass wir extreme Probleme bekommen werden, wenn wir unser Baby so „verwöhnen“ würden. Das Gegenteil ist der Fall. Sie schläft fast jede Nacht durch ohne zu schreien. Sie entwickelt sich überdurchschnittlich schnell und ist unglaublich viel ausgelassen und entspannt am lachen und erforschen. Sie hat extrem viel Energie am Tag und kommuniziert durch Laute, Mimiken und Gestiken sehr viel mit ihrer Umwelt. Außenstehende sind oft verblüfft, wenn wir unsere Erziehungsmethoden erklären, wobei wir das völlig instiktiv machen. Selbstverständlich erzähle ich gerade nur von meiner Tochter, womit ich nicht sagen will, dass das bei jedem Baby so sein wird, wenn man es antiautoritär und unkonventionell modern erzieht, so wie wir es tun. Ich will damit nur beschreiben, dass wir bis jetzt ein gutes Gefühl dabei haben und uns in allen Vermutungen bestätigt fühlen. Wir haben uns vor der Geburt einfach gar nicht vorbereitet auf die Erziehung. Wir haben uns während der Schwangerschaft erkundigt, wie das bei den meisten anderen, jungen Familien so abläuft und waren erschrocken. Die „konventionelle“, „bürgerliche“ Erziehung ist heute leider immer noch absoluter Usus in der Gesellschaft, wobei es immer mehr Eltern gibt, die aus den veralteten Erziehungsmustern ausbrechen. Ich rede dabei nicht von irgendwelchen verwirrten Impfgegner-Verschwörungstheoretiker-Aluhut-Eltern.

Wir wünschen uns für unsere Tochter eine Schule, in der ihre Talente, ihre Persönlichkeit und ihr empathisches Mitgefühl gestärkt und gefördert werden, völlig ohne Druck und Zwang. Druck, Zwang, Anpassung und Kontrolle, beherrschen momentan den Alltag im deutschen Bildungssystem. Diese Mittel sind die besten, um Eigeninitiative und Kreativität in der kindlichen Entwicklung zu verhindern. So wird auch aus der preußischen Erziehung endlich ein Schuh, denn was man im bürokratischen, konservativen, bornierten und bigotten Deutschland gar nicht braucht, sind freigeistige, kreative Menschen mit Eigeninitiative und Enthusiasmus. Noch dazu würden dann viel zu viele Menschen ihre Lebensumstände hinterfragen und in Folge dessen gegen das kapitalistische Sklaventreiber-Prinzip demonstrieren. Wenn unsere Gesellschaft nicht so traumatisiert wäre, hätte es nach der Agenda 2010 wohl schon längst unendlich viele Aufstände, Demonstrationen und Streiks gegeben. Wenn nicht sogar einen Bürgerkrieg.

Meine Ideen sind eigentlich logisch: Spätestens mit dem Jahrtausendwechsel hätten wir im Zeitalter der modernen, antiautoritären Erziehung des 20. Jahrhunderts ankommen müssen! Freie Bildung! Freie Arbeit! Talentförderung und Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen humanistischer Prinzipien sollten ohne Druck und Zwang jedem Schüler in Deutschland zu Gute kommen. Nur noch eine Schule für alle! Keine Noten mehr! Jeder darf so lange wie er will lernen, bevor er eine Prüfung schreibt. Die Grundschule sollte bleiben, um lesen, schreiben und rechnen zu lehren und frühkindliche Empathie zu fördern. Und an alle jungen Eltern bleibt nur zu sagen: Versetzt euch in die Lage eures Baby und lasst euch nicht zuviel von alten Generationen beraten was Erziehung angeht, falls doch solltet ihr skeptisch hinterfragen. Handelt viel mehr instinktiv und intuitiv! (Es gibt natürlich auch ältere Generationen die schon früher antiautoritär erzogen haben. Ich hatte auch Freunde mit solchen Eltern.)

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Die traumatisierten Generationen: Das deutsche Bildungssystem zerstört Existenzen – Essay

Demokratie: Ineffizient aber fair? – „Demokratie abschaffen“ von Jason Brennan – Ein Kommentar und Buchvorstellung

„Wir bräuchten einen kompletten Systemwechsel, in denen Regierungen herrschen, die rein logisch, gemessen am Gemeinwohl, handeln und interagieren. Es sollte als oberste Prämisse immer das Gemeinwohl gelten. Erst danach sollten Aspekte wie Effizienz, Logik und Fortschritt in den Entscheidungsprozess mit einfließen, denn die Menschen und dieser Planet sollten uns immer am aller wichtigsten sein.“

Wir leben heute in revolutionären Zeiten. Wir stehen kurz vor dem 2. Maschinenzeitalter, in dem die künstliche Intelligenz den Menschen von jeder Arbeit befreien wird, die algorithmisierbar ist. Und das werden sehr, sehr viele Menschen sein. Wir stehen also so oder so vor einem extremen Umbruch der Gesellschaft. Die heutige Lohn- und Leistungsgesellschaft wird es bald so nicht mehr geben. Wenn knapp 45% der Menschen in den nächsten 25 Jahren ihre Jobs verlieren, wird es nicht mehr möglich sein Arbeit zu besteuern, womit dann die wichtigste Steuer des Staates weg fällt: Die Einkommenssteuer. Ich muss also betonen, dass sich die (a)soziale Marktwirtschaft in Deutschland und der Kapitalismus weltweit kurz vor seinem logischen Ende befinden. Heute geht es mir aber nicht um die Ideen und Maßnahmen die dringend nötig wären in der Zukunft, sondern um den steinigen Weg dahin und wieso der Weg überhaupt so steinig ist.

Was sich dringend ändern muss auf diesem Planeten, wissen wir im Grunde alle sehr gut, doch trotzdem geschieht nichts. Wir verfügen über genügend Vernunft, Wissenschaft und Technologie um zu erkennen, das wir weltweit so nicht mehr weiter machen können, ohne katastrophale Konsequenzen davon zu tragen. Und das in Bezug auf alle wichtigen Themen: Klimawandel, Kapitalismus, Corona, Rechtsruck, Digitalisierung, Armut und Hunger, Extremismus, Menschenrechte, Kriege… usw..

Das größte Problem der Gegenwart ist Macht. Die Macht der Entscheidungsorgane, die weder logisch noch human handeln, sondern lediglich nach Individualinteressen die mal so und mal so sein können. Generell denken Politiker nur von einer Legislaturperiode bis zur nächsten. Es geht den Parteien einfach nur um Machterhalt. Genauso geht es den Kapitalisten mit dem Geld. Es werden also extrem wichtige Entscheidungen, die sich auf die gesamte Menschheit auswirken, auf Eis gelegt, nur damit bestimmte Aktienkurse verschiedener Branchen nicht sinken. Manchmal ist es die Waffenlobby, manchmal die Kohlelobby, manchmal die Pharmaindustrie, manchmal die Immobilienbranche wie 2008. Die Individualinteressen sind vielfältig und groß und kommen von allen Seiten. Die gesamte Menschheit beschließt seine nächsten Schritte momentan weder nach logischen, noch nach objektiven Kriterien und erst recht nicht einheitlich und human. Wir bräuchten einen kompletten Systemwechsel, in denen Regierungen herrschen, die rein logisch, gemessen am Gemeinwohl, handeln und interagieren. Es sollte als oberste Prämisse immer das Gemeinwohl gelten. Erst danach sollten Aspekte wie Effizienz, Logik und Fortschritt in den Entscheidungsprozess mit einfließen, denn die Menschen und dieser Planet sollten uns immer am aller wichtigsten sein.

Wenn ein Boot langsam sinkt, sollten also alle Insassen logischer Weise zusammen das Wasser aus dem Boot schöpfen, um nicht unterzugehen. In dem Boot sitzen allerdings auch Leute, denen es wichtiger ist, die Zeit die Ihnen bleibt zum Sonnen oder Bier trinken zu nutzen, anstatt sich der Realität zu stellen. Das das Boot nach dem sinken niemand mehr benutzen kann und auch alle anderen mit unter gehen könnten, spielt für sie keine Rolle. Das ist im Grunde eine Skizze der Gesellschaft. Es gibt Menschen, die interessieren sich nicht für Menschen. Was tut man also, wenn Stumpf- und Starrsinn die vernünftige Entwicklung der Menschheit behindern? Genau darüber hat sich der Philosoph Jason Brennan Gedanken gemacht, die ich so ähnlich auch schon hatte. Die aktuell gelebte Demokratie ist viel zu langsam für das, was uns allen noch bevorsteht. Demokratie ermöglicht zum Beispiel, dass 49% einer Gesellschaft gegen 51% verlieren, auch wenn es dabei um völligen Schwachsinn geht. Das könnte in bestimmten Fällen katastrophales für die Gesellschaft bedeuten. Die heutige Demokratie ist also extrem inaktiv und ineffizient und berücksichtigt dabei auch nur teilweise den Willen des Wählers. Wieso tut man nicht, was getan werden muss? Wieso muss immer eine Mehrheit bestehen, bevor etwas geschieht? Und wieso nur eine bestimmte, willkürliche Mehrheit? Es gibt unendlich viele Verbote, Einschränkungen und Regeln die niemand wirklich mag, aber trotzdem alle akzeptieren, weil der gesunde Menschenverstand das eben so verlangt. Aber wenn es dann um Fleisch, Autos oder Geld geht, stecken alle den Kopf in den Sand. Weil das aber weder erwachsen, noch vernünftig ist, fühle ich mich dazu gezwungen das System, genau wie der Kollege Brennan, in Frage zu stellen. All diese Gründe brachten mich in Gedanken dann auch zur Demokratiekritik und Demokratietheorie.

Jason Brennan, ein interessanter, wirklich lesenswerter Philosoph aus den USA, beschäftigt sich mit Demokratietheorie, Ethik von Wahlen, Kompetenz und Macht, Freiheit und Moral in einer kommerziellen Gesellschaft. Sein Buch „Gegen Demokratie“ behauptet, dass die Wähler nicht informiert genug seien, um eine vernünftige Wahlentscheidung zu treffen, und diskutiert alternative Formen der Machtbildung, z.B. durch sogenannte „informierte Eliten“, die bei Wikipedia auch als „Philosophenherrschaft“ oder „Epistokratie“ bezeichnet werden.

In seinem Buch teilt Brennan die Gesellschaft in drei Kategorien. Hobbits, Hooligans und Vulkanier. Die Hobbits sind meist ungebildete Menschen, die kein Interesse an irgendwas haben, außer an sich selbst. Sie sollen die typischen Nichtwähler darstellen die von Tag zu Tag leben. Die Hooligans sind das absolute Gegenteil der Hobbits. Sie sind Menschen mit fester, verhärteter, ideologischer Meinung, die nur Medien konsumieren, die ihre eigene Meinung bestärken und bestätigen. Sie haben ihre klaren Feindbilder und wählen aus reiner ideologischer Verpflichtung heraus. Zu guter Letzt kommen die Vulkanier. Sie sind die idealen Wähler und im Grunde auch eigentlich die, die über alles entscheiden sollten, denn sie entscheiden rein objektiv, logisch und völlig frei von eigenen Interessen. In Brennan’s Theorie würde eine Expertenregierung nur aus Vulkaniern bestehen. Man wüsste dann, dass in den Parlamenten Menschen sitzen, die sich ausschließlich dem Gemeinwohl, der Logik und der Menschheit widmen. Lobbys aus der Wirtschaft werden dann keinen Einfluss mehr haben.

Ich denke das Problem an dieser Vorstellung bzw. Utopie bleiben die Hobbits und die Hooligans, die wohl niemals damit einverstanden wären, ihre Individualbeschwerden hinten anzustellen. In einer funktionierenden Epistokratie müsste man wohl vorher erstmal testen, wer überhaupt ein Vulkanier ist. Man müsste also Intelligenz, Intellekt, Emotionen und Empathie testen, um auszuschließen, dass irgendwelche Psychopathen im Parlament landen, wie es heute leider häufig der Fall ist. An die Macht kommen heute Leute mit Beziehungen, Geld, Status und Glück. Courage und Kompetenz sind ganz selten an den richtigen Stellen zu finden. Man schaue sich die Minister in den ganzen westlichen Ländern an. Kaum ein Minister hat vorher einen Beruf aus der Branche seines Amtes gelernt. Gesundheitsminister Spahn ist zum Beispiel Banker. Ich frage mich also, wieso man nicht die Menschen entscheiden lässt, die wissen was das Beste ist? Ich finde Demokratietheorie enorm spannend und freue mich über rege Diskussionen. Ich hinterlasse euch hier ein spannendes Interview mit Jason Brennan und einen Link welcher euch die Epistokratie nochmal genau erklärt.

Hier könnt ihr das Buch kaufen: Gegen Demokratie – Jason Brennan

Jason Brennan über sein Buch:

Über Epistokratie:
Wikipedia über Philosophenherrschaft (Epistokratie)

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Demokratie: Ineffizient aber fair? – „Demokratie abschaffen“ von Jason Brennan – Ein Kommentar und Buchvorstellung

Corona-Krise als Chance nutzen: Soziale Absicherung in der Zukunft durchs BGE – Ein Kommentar

„Es gäbe eine Lösung die schon seit Jahren von vielen Intellektuellen diskutiert wird: Ein bedingungsfreies Grundeinkommen.“

Angesichts der Corona-Krise ist der Zusammenhalt in Deutschland, bei den Meisten zumindest, doch sehr groß. Abgesehen von den paar Prozent asozialen Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern, denn die wird es als gesamtgesellschaftliches Problem immer geben. Es gibt nämlich mehrere andere, viel größere Probleme. Es dauert nicht mehr lange, dann wird die vor kurzem noch recht ordentlich privilegierte Mittelschicht auf Hartz-4 Niveau sinken, weil die Betriebe pleite gehen, Gehälter nicht ausgezahlt werden, Aktien-Depots und Sparpläne wertlos werden und Aufträge fehlen. Es werden nur wenige spezifische Sparten von den Krisen profitieren. Wie lange werden sich die Leute das also gefallen lassen? Die ganzen stolzen Bild-Leser die ihr Leben lang nie krank waren und immer in die Rente eingezahlt haben, werden auf kurz oder lang völlig mittellos sein. Zugespitzt formuliert: Bald könnte Revolution in der Luft liegen. Wenn nicht 2020 durch Corona, dann auf jeden Fall bis 2030, denn der technologische Fortschritt wird die Arbeitslosigkeit auch extrem fördern und dadurch die zusätzlich Wirtschaft strangulieren. Das bedeutet, dass selbst wenn die Wirtschaft die Corona-Pandemie wegsteckt, steht immer noch der Klimawandel vor der Tür und noch dazu die technologische Entwicklung, ganz besonders in die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Wenn der Mittelstand anfängt das Beben zu spüren, gerät das politische Gefüge ins Wanken. Ähnlich wie eine gemütlich grasende Herde Gnus, die ein Erdbeben wittert und dann plötzlich voller Panik durch die Steppe rennt. Erst dann brechen auch die ewigen 30% CDU-Wähler zusammen. Es wird sich sowieso erst bewegt, wenn man etwas spürt. Deshalb ist der Kapitalismus auch so asozial, denn der Mittelstand schaut einfach nicht hin wenn ein paar Minderheiten unter die Räder kommen. Solange sie die Raten für ihren Audi und ihr Haus bezahlen können ist alles gut. Solange niemand aus der eigenen Familie an Corona erkrankt oder stirbt, ist alles gut. Solange man selbst die Miete noch zahlen kann, ist alles gut. Aber bald werden auch die letzten überprivilegierten Mittelständler in den Abgrund gezogen und werden um die unschöne Erfahrung der Mittellosigkeit nicht herum kommen, es sei denn, der Staat handelt rechtzeitig und richtig in Form eines bedingungsfreien Grundeinkommens!

Das bedingungsfreie Grundeinkommen wird schon seit Ewigkeiten von vielen Intellektuellen weltweit als extrem plausible Lösung vorgeschlagen.

Ein bedingungsfreies Grundeinkommen braucht unsere Gesellschaft in der Zukunft sowieso, weshalb es sehr sinnvoll wäre, die aktuelle Krise die vor der Tür steht, zu nutzen, um ein bedingungsfreies Grundeinkommen im gesamten großen Westen einzuführen. Die Überlegungen und Konzepte dafür liegen schon überall, komplett durchgerechnet und geprüft, auf den Tischen, nur fehlt noch der Mut zur Umsetzung. Sowohl die große Mehrheit der Leute aus dem Silicon Valley und viele andere Intellektuelle aus sämtlichen Wissenschaftsbereichen weltweit warten nur darauf, dass das bGE endlich eingeführt wird, und der sinnlose, kapitalistische „Wachstums-Wahnsinn“ aufhört, um sich endlich in das nächste Zeitalter zu entwickelt, in dem es nicht mehr ausschließlich um Geld und Macht geht. Es entsteht dann endlich eine Welt, in der jeder Mensch wirklich sein Leben leben kann, ohne dabei von anderen Erwartungen missbraucht zu werden. Endlich werden im Grunde auch Mütter für das Mutter sein bezahlt. Menschen die Dinge heute ehrenamtlich machen, können dann davon Leben, dass wäre eine wunderbare Welt. Es gäbe den gesamten deutschen Beamten-Bürokratie-Unsinn nicht mehr. Millionen Menschen aus Bullshitjobs, die den Staat hunderte Milliarden kosten, sind dann endlich frei um sich selbst zu verwirklichen. Sie haben dann endlich mehr Zeit für sich selbst und viel wichtiger: Auch für andere Menschen. Das könnte der Weg aus der Ellenbogengesellschaft sein. Der Weg der uns die Empathie zurück in die Mitte der Gesellschaft bringt. Sowieso wird sich die Bürokratie in den nächsten Jahrzehnten um ein Vielfaches verkleinern. Deshalb wäre es klug schon jetzt, aus der Corona-Krise heraus, das BGE schon früh einzuführen und im Rahmen demokratischer Entscheidungsfindung zu optimieren. Die Menschheit könnte sich dann endlich im „Mensch sein“ üben, statt im Selbstoptimierungswahn zu ersticken. Der Fokus wäre endlich das Gemeinwohl.

Wieso passiert bis jetzt nichts?

Angst davor den inoffiziellen politischen Klassizismus abzuschaffen?
Angst davor den Menschen das aller Nötigste zur Verfügung zu stellen?
Angst davor, nicht mehr zu 100% gewinnbringend handeln zu können?
Angst davor, etwas menschliches zu tun?
Angst davor zu teilen?
Angst vor Veränderungen?
Angst vor der Zukunft?
Angst vor sich selbst?
Angst vor Emotionen?
Angst vor kleinerer Rendite?
Angst vor finanziellen Verlusten?
Angst vor anderen Menschen?
Angst vor Verlust von Macht/Einfluss/Ansehen/Besitz?

Alles Ängste die ich nicht empfinde. Trotzdem habe ich versucht Ängste zu finden, die vielleicht wirklich existieren. All diese potenziellen Ängste verhindern dringend nötige Entwicklungen hinsichtlich mehrerer existenzieller Krisen. Ich spreche da von: Corona, Klimawandel, Kapitalismus, Sozioökonomische-Krise, Rechtsextremismus, Künstliche-Intelligenz, Industrie 2.0 usw..

Ich denke wir sollten schnellst möglich den größten Teil des deutschen Bürokratieapparates einstampfen und direkt ein bedingungsfreies Grundeinkommen einführen. Das impliziert natürlich das sämtliche aktuellen sozialen Leistungen eingestellt werden. Jeder deutsche Bürger, egal wie alt, bekommt 1500€. Sonderzahlungen die schon vorher bestanden, auf Grund von Krankheiten oder anderen wichtigen gesundheitlichen oder ethisch/moralischen Problemen, bleiben natürlich unverändert. Noch dazu sollten die ersten 1000 Euro die man dazu verdient steuerfrei sein, damit werden dann extrem viele kleine, enorm wichtige Jobs wieder lukrativ und der Mindestlohn könnte abgeschafft werden. Dazu kommt eine radikale Umstrukturierung der deutschen Marktwirtschaft, die in Zukunft ausschließlich für das Gemeinwohl handeln muss. Bereicherung des Einzelnen gibt es nicht mehr, also auch keine absurd Hohen Millionen Boni oder Sonderzahlungen. Einzelne wenige extreme Reichtümer werden aufgelöst, auf Grund von Sinnlosigkeit. Wir reden da von bestimmt einer Billiarden Euro, die unangetastet in irgendwelchen virtuellen Blasen vor sich hin brodeln und immer fetter werden. Niemand hat etwas davon, bis auf die paar verwirrte Asoziale, die auf dem Papier immer mächtiger werden. Sowas wird dann endlich Geschichte sein und wir Menschen könnten voller Stolz sagen, dass wir in einem Zeitalter angekommen sind, in dem Fortschritt, Bildung, Zeitgeist und Gemeinwohl zählen und nicht mehr Geld, Besitz, Wachstum und Macht. Begraben wir das Zeitalter der Penisprotesen!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Corona-Krise als Chance nutzen: Soziale Absicherung in der Zukunft durchs BGE – Ein Kommentar

Was uns zu Menschen macht: Empathie, Nächstenliebe, Solidarität und Zivilcourage – Ein Kommentar

„Wir sind zum Menschen geworden, um uns am Ende wie Tiere zu verhalten. Wir streiten uns um Geld wie Hunde um Knochen. Das ist lächerlich.“

Gerade jetzt, in Zeiten der Unsicherheit, in der das Vertrauen in das System leidet, sollten wir uns daran erinnern, wer wir sind: Menschen. Wir sind soziale Wesen die sich durch Zusammenhalt, Solidarität, Nächstenliebe, Zivilcourage, Mut und Empathie enorm entwickelt haben, sowohl ins Gute als auch ins Schlechte. Jetzt, wo das aufgeblasene Finanzsystem mal wieder platzt und der Kapitalismus seine logischen Opfer fordert, werden unendlich viele Menschen auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen sein. Es werden Menschen Hilfe benötigen, die sich vorher daran bereichert haben, andere Menschen auszubeuten. Im Gesundheitswesen ist das Usus. Es werden Milliarden erwirtschaftet, auf Kosten von selbstlosen PflegerInnen und ÄrztInnen und auf Kosten der Gesundheit kranker, hilfloser Patienten. Das Gesundheitswesen ist bis ins letzte Detail durchökonomosiert, genau das fliegt uns jetzt doppelt und dreifach um die Ohren. Ich selbst habe Jahre lang in der Intensiv- und Notfallmedizin gearbeitet und musste dabei zuschauen, wie das System von gierigen Nichtskönnern zerstört wurde. Ich weiß also wovon ich rede. Für die Corona-Pandemie könnte das noch zum Genickbruch werden. Ob die dafür verantwortlichen Turbokapitalisten am Ende zur Rechenschaft gezogen werden bezweifel ich stark.

Hilfe in Form von Geldmitteln, oder medizinischer Expertise und Behandlungen, ebenso wie Pflege von schwer kranken und alten Menschen, wird jetzt von Tag zu Tag immer wichtiger und wertvoller. Ganz besonders wichtig sind jetzt intensivmedizinische Beatmungsplätze und genügend gut ausgebildete Pflegefachkräfte. Wenn diese, wie in Italien, zu knapp werden, haben wir ein manifestes, existentielles Problem!

Deshalb frage ich mich, was noch passieren muss, damit die „Assis“ dieser Gesellschaft endlich aufwachen, sich menschlich und solidarisch zeigen und für Liebe und Gemeinwohl kämpfen, statt für noch mehr Geld und eine noch größere Penisprotese! Ich meine, es ist doch klar wie Kloßbrühe, dass die materielle, kapitalistische Plastik-Konsum-Welt extrem viele humane Opfer fordert, die das ganze Konstrukt völlig asozial machen. Wieso muss man heute so sehr an Nächstenliebe und Empathie erinnern? In Dänemark und vielen anderen skandinavischen Ländern gibt es Empathie Unterricht an den Schulen. So sollte es überall sein, auch wenn es eigentlich ein Armutszeugnis ist, dass wir dafür schon extra ein Fach benötigen. Menschen sollten aber danach beurteilt werden, wer sie sind, und was sie tun und nicht danach, welche Unterlagen sie ausgedruckt haben. Es sollte endlich wieder das aller Coolste sein empathisch zu handeln, oder sich dem Gemeinwohl zu widmen. Es sollte cool sein wenn man nett und freundlich ist und anderen hilft. Alles sollte daran gemessen werden, wie sehr etwas einem selbst, oder aber dem Gemeinwohl dient oder nützt. Heute werden viel zu viele Dinge eben auf Kosten anderer erledigt, aber keiner denkt mehr darüber nach. Das ist eine erschreckende Entwicklung. Es ist an sich traurig genug, dass ich mich dazu genötigt fühle in fast jedem Beitrag an die Menschlichkeit in uns zu appellieren. Wenn man bewusst durch das kommerzielle Internet surft, sieht man fast ausschließlich Egomanen, Assis, Kapitalisten, Narzissten und Betrüger, die denken, sie hätten es geschafft, weil sie viel, viel Geld besitzen. Genau das glauben Jugendliche millionenfach auf dieser Welt. Wenn ich mir z.B. die deutsche „HipHop“ Szene anschaue, bekomme ich kalte Schauer am ganzen Körper. Mit Kunst hat das nur noch wenig zu tun, das ist eher eine Art Gehirnwäsche-Marketing-Industrie. Die laufen heute rum wie bunte Litfaßsäulen mit Schlaganfall und Sprachstörung und huldigen dem asozialen, kriminellen, homophoben, sexistischen und antisemitischen Lifestyle in ihrer „Hood“. Die verdienen damit Millionen. Das ist aber nur ein Beispiel von Vielen für die Huldigung eines asozialen, egoistischen Lifestyles. Das findet man in vielfacher Ausführung überall. In der gesamten „Bullshitbranche“, also den Branchen, in denen nichts produktives erschaffen oder entwickelt wird, sondern nur ausgenutzt, wird so ein Lifestyle vertreten, verkörpert und gepriesen. Unser Bildungssystem fängt schon in der Grundschule damit an unsere Kinder unter Druck mit Zahlen zwischen 1 und 6 zu bewerten und nach stumpfem Gehorsam und Fleiß zu kategorisieren. So verlaufen dann auch die späteren Bewerbungsverfahren in der Berufswelt oder an Universitäten… alles ein großer, lächerlicher, asozialer Zirkus. Wir sind zum Menschen geworden, um uns am Ende wie Tiere zu verhalten. Wir streiten uns um Geld wie Hunde um Knochen. Das ist lächerlich.

Die Corona-Pandemie sollte uns daran erinnern, dass es dringend Zeit ist über unser eigenes Ego hinweg zu schauen. Wir sollten uns im übertragenen Sinne alle solidarisch Hand in Hand für jeden einsetzten, der heute Hilfe benötigt. Das bedeutet, dass jeder an jeden denken sollte und sich verdammt nochmal an die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus halten sollte! Alles andere ist asozial und animalisch.

Es ist cool ein Mensch zu sein! Sein kein Tier, sei ein Mensch und zeige Courage! Bleib daheim und schütze die, die Schutz brauchen, denn eines Tages, brauchst auch du Schutz oder Hilfe!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

#Coronakrise #EsIstCoolEinMenschZuSein #EmpathieNächstenliebeSolidarität

Was uns zu Menschen macht: Empathie, Nächstenliebe, Solidarität und Zivilcourage – Ein Kommentar

Kapitalismus: Eine inhumane Ideologie – Ideen für eine gemeinwohlorientierte Gesellschaft – Ein Essay

„Das schlimme daran ist, dass nicht nur die letzten paar wohlhabenden Mittelschichtler konservativ wählen, sondern auch Millionen armer Rentner und arme Familien die aus völliger ideologischer Verblendung heraus ihre eigenen Sklaventreiber immer und immer wieder aufs Neue ermächtigen.“

Mir ist bewusst, dass die meisten wohlhabenden, überprivilegierten Turbokapitalisten sehr gute Kinnmuskelspanner sind, die schon bei dem Titel dieses Beitrags ihre geistigen Schranken hochfahren, aber das ist mir recht, denn dann bleiben nämlich die, die kognitiv noch nicht völlig verhärtet sind.

Heutzutage wirkt eine Kapitalismuskritik schon fast obligatorisch. Man liest sie häufig und das sowohl im linken als auch im rechten politischen Milieu. Die meisten Kapitalismuskritiken nach Karl Marx waren gut und berechtigt und auch dringend nötig, nur leider ohne echte politische Durchschlagskraft. Heute besteht der Turbokapitalismus in seiner perversen und asozialen Form nur noch auf Grund weniger Millionen asozialer, empathieloser Menschen, die ausschließlich im eigenen Interesse handeln und durch Lobbys die Politik beeinflussen. Diese wenigen Millionen Turbokapitalisten können so unbeschwert und frei handeln, weil es zu viele ungebildete und/oder ideologisch verwirrte treue Bürger gibt, die an das Märchen der „sozialen Marktwirtschaft“ und des „ewigen Wachstums“ glauben und deshalb regelmäßig SPD, CDU/CSU und FDP wählen. Das schlimme daran ist, dass nicht nur die letzten paar wohlhabenden Mittelschichtler konservativ wählen, sondern auch sehr viele arme Rentner und Familien, die aus tugendhafter Verblendung und Gewohnheit heraus ihre eigenen Sklaventreiber immer wieder aufs Neue ermächtigen. Die Jahrzehnte lange gleichschaltende, preußische Bildung in unserem Land zeigt ihre Wirkung schon lange sehr deutlich, wie man an den Wahlergebnissen sehen kann. Wenn kleinen Kindern in der 4. Klasse schon gesagt wird, dass ihr Leben nichts wert sei, wenn sie kein Abitur machen, sollte man sich nicht wundern, wenn diese Menschen zu total ängstlichen, empathielosen Egoisten werden. Unser Bildungssystem ist darauf ausgelegt einen möglichst unkomplizierten, breit einsetzbaren, fleißigen Bürger hervorzubringen, der viel arbeitet und konsumiert ohne dabei Fragen zu stellen. Die Ellenbogen Gesellschaft richtet sich selbst zu Grunde. Wir erleben puren Sozialdarwinismus im Gewandt einer „sozialen Marktwirtschaft“.

Es ging noch nie um Menschen und deren Befinden. Politiker die das behaupten sind entweder Lügner oder stehen noch am Anfang ihrer Karriere und sind voller Ideale. Jeder der nicht arbeitet und Geld vom Staat bezieht, wird von eben diesem als Mensch zweiter Klasse behandelt. Man hat wenig Geld, also bekommt man auch weniger Geld. Ich selbst bin z.B. schwer krank geworden, habe aber früher unzählige Menschenleben in der Notaufnahme gerettet. Das spielt heute keine Rolle mehr. Meine Frau und Ich bekommen für unsere Tochter weniger Elterngeld, als Menschen, die genug Geld haben. Menschen die genug Geld haben, bekommen noch mehr Elterngeld oben drauf. Was soll so eine Regelung ausdrücken? Das die, die nicht arbeiten könnten und deshalb nichts haben, auch nichts verdient haben? Ist das ein „wertendes“ Gesetzt? Uns wird Kinder- und Elterngeld nach dem Zuflussprinzip gegen gerechnet, obwohl gerade ich als kranker Mensch das dringend bräuchte. Macht das Sinn und ist das sozial? Mein Fall repräsentiert wahrscheinlich tausenden anderen Menschen und Familien denen es ähnlich geht. Es gibt so viele Menschen, die extrem viel gearbeitet haben, dann früh chronisch erkrankt sind und jetzt am Existenzminimum leben. Diesen Menschen wird die Chance auf so vieles im Leben genommen. Man ist gefesselt an ein paar hundert Euro, eine zu kleine Wohnung und Aldi. Wenn man sich dann noch Internet und ein Telefon leistet, kann man jeden Tag leben ohne zu sterben, aber eben nichts erleben. Die Regierung gönnt einem Kind momentan 2,96€ für Essen pro Tag. Ich und viele andere Eltern in dieser Situation wünschen sich mehr Sicherheit für ein schönes Leben und eine gute Bildung ihrer Kinder. Das einzige was uns helfen könnte ist Glück. Mehr nicht. Vielleicht wird eines meiner Bücher zum Bestseller, dass wäre dann so wahrscheinlich wie ein Lottogewinn. Ohne Geld wird es schwer sich durchzusetzen. Einem bleibt in diesem System nur die Hoffnung.

Andauernd wird damit geprahlt, wir würden in einer „sozialen Marktwirtschaft“ leben. Das ist wirklich der größte Witz überhaupt. Ich habe da früher als Jugendlicher auch noch dran geglaubt, bis ich dann eines Tages selber komplett am Boden war. Es ist gewaltig zu sehen, wie die Gesellschaft einem den Rücken kehrt, wenn man plötzlich Hilfe braucht und nichts mehr leisten kann. Überprivilegiertheit macht viele Menschen zu asozialen Zombies. Blinde, intolerante Zombies ohne Anstand und Courage. Sie sehen nicht, dass einem in Deutschland nicht mal ein Dach über dem Kopf garantiert ist, geschweige denn eine Toilette, warmes Wasser oder etwas zu Essen. Jedes Jahr verhungern und erfrieren Menschen auf Deutschlands Straßen. Wenn man obdachlos ist, bekommt man keine Wohnung, denn Sozialleistungen bekommt man nur, wenn man einen Wohnsitz angeben kann. Sieht der Staat diese asoziale Sinnlosigkeit nicht?

In Deutschland wird ein inoffizieller sozialer Klassismus gepflegt, der sich hauptsächlich über Geld und Macht definiert. Leistung spielt keine Rolle, es zählt nur dein aktueller Kontostand und dein gesellschaftliches Ansehen. Ich habe hier auf dem Übermensch-Blog bereits darüber geschrieben, dass die überwiegende Mehrheit der Millionäre weltweit nie für ihr Vermögen arbeiten mussten. Wir erleben ein kontralaterales Leistungsprinzip. Menschen mit extrem hoher Verantwortung und zusätzlicher harter Arbeit, verdienen sehr wenig. Ein Beispiel dafür sind AltenpflegerInnen. Menschen die aber durch Glück in eine bestimmte Familie geboren werden, bestimmte Kontakte haben oder ein Vermögen erben, arbeiten wenig oder überhaupt nicht und haben nicht ansatzweise die selbe Verantwortung wie KrankenpflegerInnen. Trotzdem leben diese Menschen in finanziellem Überfluss. Das ist ein generelles, weltweites Problem, dem wir zukünftig hart und gerecht begegnen müssen. Bisher habe ich lediglich ein paar Beispiele genannt und den Status Quo skizziert. Es geht aber darum, dem Status Quo mit Ideen zu begegnen und die Zukunft in unserem Sinne zu gestalten. Die Industrielle Revolution 4.0 muss viel Verändern und das ziemlich schnell.

Hier sind meine favorisierten Ideen für die Zukunft, von denen ich denke, dass es sich lohnen würde, Sie weiter zu entwickeln:

1. BGE – Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens

Unabhängig von der sowieso schon prekären sozialpolitischen Lage in Deutschland, wird der technologische Fortschritt die Lage noch mehr verschärfen. Es geht nämlich der Mittelschicht an den Kragen. Die letzten überlebenden Beamten und Bürokratiesklaven dieses Landes werden keine Arbeit mehr haben. Die viel zitierte „Oxfordstudie zur Zukunft der Arbeit in Europa“ zeigt auf, dass fast 45% der Jobs in den nächsten 25 Jahren verloren gehen. Alle Jobs die von künstlichen Intelligenzen übernommen werden können, werden auch übernommen. Jobs die hingegen wieder wirklich wichtig werden, sind die, über die jetzt gelacht wird: Pflegeberufe, Therapeuten, Hebammen, Psychologen, Masseure, Erzieher… also alle Berufe, bei denen Menschen wert darauf legen mit Menschen zu tun zu haben. Sämtliche Fahrer und Piloten werden arbeitslos sein. Alle Menschen in Büros, bei Versicherungen, Jobcentern, Rathäusern usw.. Es werden aber nur ganz wenige, extrem spezialisierte Jobs entstehen. Virutal-Reality-Designer, oder Big-Data-Analysten… das werden wohl kaum die Taxifahrer von heute sein. Deshalb wird eine bedingungslose Grundsicherung für jeden Menschen unausweichlich sein. Jeder Mensch sollte einfach für sein Leben bezahlt werden. Wieso kann nicht einfach der Alltag Arbeit sein, die durch ein Grundeinkommen gewürdigt wird? Mütter arbeiten ihr Leben lang, bekommen aber keine Rente. Das ist ein Skandal! Das BGE ist die einzig vernünftige, soziale und humane Lösung für die Zukunft. Die ersten 1000€ die man auf das BGE dazu verdient sind steuerfrei, so werden auch ganz viele kleine Jobs und Mini Jobs unendlich Interessant. Auch das Ehrenamt wird endlich viel mehr wertgeschätzt. Enorm viel wichtige Arbeit in Deutschland wird ehrenamtlich getätigt.

2. Radikale Bildungsreform – Gemeinwohl und Empathie im Fokus – Individuelle Talententwicklung

In der Zukunft sollte jeder Schüler, nach der Grundschule, frei seine Talente und seine Interessen ausleben und entwickeln können. Im Moment bringt unser Schulsystem nur Müll hervor: Depressionen, Unglück, Hass, Ideologische Verhärtung, Talentzerstörung, Missmut, Klassizismus, Ungerechtigkeit, Gleichschaltung und Fleiß. Unser System ist in sämtlichen Belangen ineffizient. Genies fallen an allen Ecken und Kanten des System’s durchs Raster und landen dabei sicher nicht auf ihren Füßen, sondern in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Jobcenters. Die Berufswelt sollte Menschen in der Zukunft danach beurteilen, wer sie sind und was sie können, und nicht danach, welche Papiere sie ausgedruckt haben. Schwerpunkte der schulischen Erziehung sollten sein: Empathie und Gemeinwohl.

3.  Radikale Gemeinwohlökonomie – Kein sinnloser Reichtum, keine Armut – Die Schere zwischen arm und reich wird geschlossen

Privater Reichtum ist sinnlos und wird verboten. Es werden alle stehenden Kapitalblasen einfach verstaatlicht. Ich habe natürlich kein kompletten, mathematischen Algorithmus entwickelt, aber es bleibt einfach ein Höchstbetrag plus/minus 10% legal, alles darüber hinaus kommt dem Gemeinwohl zu Gute. Dazu kommt, das Jeder Konzern gesetzlich dazu verpflichtet wird, ausschließlich im Sinne des Gemeinwohls zu handeln. Die Rendite und das wirtschaftliche Wachstum stellen keine geltenden Aspekte mehr dar, die Einfluss auf Entscheidungen über das Handeln oder die Entwickelung einzelner Konzerne haben. Alle Entscheidungen werden immer im Sinne des gesellschaftlichen Allgemeinwohls getroffen. Es geht niemals nur für einen Menschen, oder eine Firma. Man kann in diesem System selbstverständlich noch etwas zum BGE dazu verdienen. Die ersten 1000€ sind sogar Steuerfrei.

4. Finanztransatkionssteuer – Hier extra aufgeführt, um die Frage zur Finanzierung des BGE’s zu beantworten

Das Konzept der FTAS wurde schon mehrfach durchgerechnet. Schon eine winzige Steuer in Höhe von 0,05% bei jeder Transaktion würde in der Schweiz ausreichen, um jedem Bürger ein BGE in Höhe von 2500 Franken zu zahlen. Dieses Prinzip der Finanzierung Existenzieller Sicherheit wird zukünftig gleichzeitig eines der stärksten Instrumente zur Regulierung des Finanzmarktes sein. Zwei Fliegen mit einem Schlag!

5. Eine unabhängige Expertenregierung – Radikale Logik- und Wissenschaftsorientierte Gesetzesreformen – Klimaschutz

Dieser Punkt ist am wenigstens ausgereift bei mir im Kopf, aber leider sehr wichtig. Im Grunde geht es darum den Parteienklüngel voller Karrieristen und Opportunisten in den Arsch zu treten und daran zu erinnern, wen sie da eigentlich repräsentieren. Die machen keine wahre Politik für die Gesellschaft, und wenn, dann ist sie sehr langsam und ineffizient. Man sollte gemeinwohlorientiert, logisch und wissenschaftlich entscheiden. Deshalb wäre es wichtig die Regierung von einem unabhängigen, riesigen Expertengremium kontrollieren zu lassen. Desweiteren gibt es eine Menge Gesetze, die schlicht weg dringend geändert werden müssten, weil sie einfach nicht logisch sind. Ein übergeordnetes Expertengremium könnte sehr schnell alle nötigen Änderungen an veralteten, sinnlosen Gesetzten anordnen und gleichzeitig dringend nötige Gesetzte auf den Weg bringen. Jeder von euch kann da unzählige aufzählen, weshalb ich jetzt keine aufzähle. Ich denke da an Dinge wie die Cannabislegalisierung oder die Abschaffung von Hartz-4 oder ein AFD-Verbot. Alles schon längst überfällig. Sowas geht viel zu langsam heutzutage. Deshalb müsste die Regierungsform generell verbessert werden. Ich gebe zu, da fehlt mir in der Gesamtheit noch das nötige Futter für ausgereiften Inhalt.

6. Komplette Verstaatlichung des Gesundheits- und Bildungssystems

Ich selbst habe im deutschen Gesundheitssytem gearbeitet und bin darin schwer erkrankt. Die Krankenhäuser werden alle nach und nach im Sinne der Rendite perfekt ökonomisiert von Giganten wie Fresenius (Helios) oder anderen Turbokapitalisten. Krankheiten und Patienten sind nur Zahlen, die man als Mittel zum Zweck braucht um Gewinne einzufahren. In unserer (a)sozialen Marktwirtschaft ist es leider Gottes wichtig, dass ein Krankenhaus ihren Aktionären viel Rendite beschert. Wie diese Rendite entsteht, ist dabei zweitrangig. Die beiden wichtigsten und edelsten Jobs der Welt, nämlich Ärzte und Pflegekräfte, werden in diesem System zerstört und verheizt wie Sklaven. Sie arbeiten 80 Stunden die Woche und verdienen dabei einen Hungerlohn. Das merken die aber meistens gar nicht, weil viele von denen mehr im Krankenhaus sind als zu Hause. Das ist eine Schande! Gesundheit sollte unabhängig von Geld funktionieren. Und es sollte perfekt funktionieren! Der Staat sollte viel, viel Geld in die Gesundheit und Genesung der Bevölkerung stecken, das Gegenteil ist gerade der Fall. Manche Menschen laufen heute ohne Zähne rum, weil sie sich keine leisten können! Wo zur Hölle sind wir hier? Versteht ihr was ich meine?! Das das funktionieren kann sehen wir in unzähligen anderen Staaten dieser Welt. Ein bisschen Norwegen, ein bisschen Israel, ein bisschen Finnland, Niederlande, Portugal… Das ist natürlich einfach gesagt, aber jedes dieser Länder macht bestimmte Sachen viel besser als Deutschland, und andere viel schlechter. Wir sollten alle viel mehr voneinander lernen, anstatt überall Grenzen und Mauern zu bauen!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Kapitalismus: Eine inhumane Ideologie – Ideen für eine gemeinwohlorientierte Gesellschaft – Ein Essay

Asozialstaat Deutschland: Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Armut, aber die schwarze Null steht – Ein Kommentar

Es wird bestimmten Leuten nicht gefallen. Es werden Eitelkeiten gekränkt und es wird gebellt, jede Menge, denn heute geht es um das aller wichtigste in den Köpfen des Durchschnitts-Idioten: Geld, Geld, Ansehen, Geld und Geld und Besitz und Geld und Status und Ansehen und Geld. Das sind eine Menge Dinge und ich hoffe ich werde Sie im Verlauf nicht durcheinander bringen.

Die Inspiration für diesen Text war eine recht neue statistische Erhebung über Reichtum. Was bei all diesen Studien vor allem immer wieder rauskommt:

„Wer in Deutschland sehr reich ist, musste dafür selten selbst etwas tun: Erbschaften und Schenkungen sind einer Studie zufolge der Hauptgrund für großen Reichtum.“
– Zeit.de

Über 86% der Menschen mit einem Vermögen von mindestens einer Millionen Euro, haben dafür nie gearbeitet. Allein diese Erhebung sagt schon alles. In Deutschland ist eben reich, wer reich ist. Und wer arm ist, ist arm. Und wer krank wird, und dann Hilfe braucht vom Staat ist Mensch zweiter Klasse weil man mit Hartz-4 auf Kosten anderer lebt. Es kommt dann sogar vor, dass vermögende Menschen auf allein erziehenden Frauen die Hartz-4 beziehen rumhacken, weil die ja nichts leisten würden. Sie hat halt höchstens als Krankenschwester Menschenleben gerettet, aber das ist heute nichts mehr wert. Was Menschen mal gemacht haben, spielt in unserer Gesellschaft sowieso keine Rolle mehr. Das einzige was zählt ist dein aktueller Kontostand. Der sagt aus ob du etwas leistest und etwas wert bist. Viele Politiker oder Menschen aus Bullshit-Jobs die reich oder vermögend sind werden jetzt natürlich widersprechen, das liegt einfach nur daran, dass sie die Erfahrung der Abhängigkeit nie machen mussten. Ich wünsche jedem perversen Kapitalisten, dass er einmal komplett scheitert und dann beim Jobcenter in der Schlange steht, damit er etwas zu essen kaufen kann. Mir ist das schon passiert. Früher rettete ich Leben in der Notaufnahme, später wurde ich schwer krank und dann hat mich kein Schwein mehr mit dem Arsch angeschaut. Ich wurde nicht respektiert, wenn ich sagte: Ich bin erkrankt, ich kann gerade nicht arbeiten. Reale Leistung und reale Verantwortung wird heute nicht gesehen und nicht gewürdigt. Menschen die ihr Leben lang extrem gearbeitet haben, leben heute in Altersarmut und im Fernsehen lächeln alle von der CDU und freuen sich über die höchsten Steuereinnahmen der Geschichte. Die Diäten der Politiker erhöhen sich ja auch andauernd von selbst. Vor Allem Hausfrauen und Mütter sollten unbedingt vom Staat für ihre extremen Lebensleistungen bezahlt werden! Die Krankenkassen schwimmen auch in 21 Milliarden Euro Überschüssen, aber etwas humanes damit zu tun, würde die Rendite für ein paar Menschen senken. Das ist heute das Hauptproblem an allem: Die Rendite. Das ewig erträumte Wachstum. Manchmal glaube ich, wer Kapitalist ist, kann nur völlig ahnungslos, gewissenlos oder dumm sein.

Das ist natürlich nicht nur in Deutschland so. Ich lebe halt hier und kann aus eigener Erfahrung sprechen. Mich stört nämlich eines ganz besonders: Die gesamte deutsche konservative Politik redet andauernd von Chancengleichheit auf ganzer Linie, von einem fairen „Leistungsprinzip“ und gerechter Vermögensverteilung. Sorry, da muss ich einfach nur lachen.

„Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein viertel von Bahlsen, und da freue ich mich auch drüber. Es soll mir auch weiterhin gehören. Ich will Geld verdienen und mir Segelyachten kaufen von der Dividende und sowas.“ – Verena Bahlsen, Tochter des Keks-Imperiums

Bereits kleinen Kindern wird in der Schule das neoliberale Ellenbogen-Prinzip in das Gehirn gestampft. Wer es nicht auf das Gymnasium schafft, wird nichts im Leben. Jeder wird auf ein absolutes „fressen und gefressen werden“ – Leben vorbereitet, mit dem Versprechen, dass jeder die gleichen Chancen hat. Das ist Schwachsinn und völlig gelogen. Eine absolute Illusion. Ganz wenige Menschen auf diesem Planeten haben fast das gesamte existente Kapital. Das ist in fast jedem Industrieland auf dieser Welt so. Komischer Weise zahlen Leute mit wenig Geld auch auf alles höhere Steuern, als Leute die Milliarden „erben“ und/oder „verschenken“. Es werden sogar Menschen die Geld haben mehr vom Staat unterstützt, als Menschen die wenig Geld haben. Das bedeutet, dass der Staat arme Menschen bewusst arm hält. Das ist beim Eltern- und Kindergeld zum Beispiel so. Meine Frau und ich bekommen weniger, als eine Familie in der beide Eltern nicht krank sind und mehr Geld haben. Logisch oder? Die haben mehr Geld als wir, also bekommen Sie noch mehr. Wir haben wenig, deswegen bekommen wir auch nur wenig. Das ist sowas von dumm und unlogisch… wenn ich bei diesen Beamten im Büro sitze frage ich oft ob sie manchmal Sinnkrisen haben, wenn sie Abends im Bett liegen, aber zurück zum Thema…

Heutzutage ist Reichtum im Grunde ein völlig inhumanes Verbrechen. Wir sollten nicht nur Lohnuntergrenzen einführen, sondern auch Obergrenzen. Wieso soll ein CEO eine Millionenabfindung bekommen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, bei dem Gedanken daran, das jede Krankenschwester auf dieser Welt mehr geleistet hat? Wieso ist das so normal? Wenn man Berufe wirklich nach Leistung und Verantwortung bezahlen würde, wäre die Gehälterpyramide ziemlich exakt auf den Kopf gestellt. Selbstverständlich sind alle genannten Berufe nur Beispiele. Es gibt natürlich viel mehr Berufe zu erwähnen.

Am besten bezahlt sollten sein:

Ärzte, Krankenschwestern, Sanitäter, Therapeuten, Erzieher, Altenpfleger, Psychologen, Feuerwehrmänner, Polizisten, Soldaten, Müllmänner, Alle extremen speziellen Berufe mit hohen Gefahren (Kletterer, Taucher, usw.).

Direkt danach müssten extrem körperliche Berufe kommen, denn da bezahlen die Menschen mit ihrer Gesundheit:

Handwerker jeglicher Art, Straßenbauer, Maurer und co.

Und zu guter Letzt müssten eigentlich die absolut austauschbaren „Bullshit-Jobs“, die heute viel zu gut bezahlt werden, stehen, denn in 5 bis 10 Jahren übernimmt jeder einfache Algorithmus diese einfachen Tätigkeiten. Kaum Verantwortung, kaum Belastung, kaum Leistung:

Banker, Versicherungskaufmann, Verwaltungsbeamte in fast allen Ämtern, Ordnungsamt, Bürokaufleute usw. (sämtliche austauschbare Bürojobs).

Versteht mich aber nicht falsch. Am schönsten wäre sowieso eine Welt in der es nicht nur um „Vollbeschäftigung“ und Arbeit geht. Wenn ich das schon höre bekomme ich Gänsehaut. In der Zukunft wäre eine Gemeinwohlökonomie in Verbindung mit einem BGE der absolute Traum. Kein Reichtum mehr, keine Armut mehr. Sinnlosigkeiten und Perversionen in der Wirtschaft sollten einfach verboten werden. Wir bezahlen den Spaß einiger weniger Zocker an der Börse mit Milliarden Steuergeldern armer Menschen und in der Quintessenz sogar mit Menschenleben. Ich weiß das das hier alles typisches, linkes Rumgejammer ist. Es entspricht aber leider der absoluten Wahrheit. Gerade heute in Zeiten der „schwarzen Null“, wo die Ungleichheit im Land immer größer wird, ist es wichtig immer wieder Salz in die Wunde zu streuen. Stellt euch eine Gesellschaft vor, in der jeder das tun kann, wozu er sich berufen fühlt. Niemand muss etwas tun um zu überleben. Wenn das Überleben für jeden Menschen gesichert ist, muss sich niemand mehr abstrampeln. Wenn alle gleich sind, kann man nicht mehr reich werden und der Fokus der Gesellschaft liegt endlich darauf glücklich und zufrieden zu sein.

In diesem Sinne,
Schalom,
Schlomo Goldbaum

Asozialstaat Deutschland: Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Armut, aber die schwarze Null steht – Ein Kommentar

Warum der neue „Joker“ uns den Spiegel vorhält – Kapitalistischer Individualismus und unsere Gesellschaft

„Einerseits kann man sich in die Lage des Hauptcharakters hineinversetzen, andererseits ist man als Zuschauer aber mehrheitlich nicht der Joker, sondern die Gesellschaft, die ihn erschafft, und diese Realisierung ist unbequem.“

(Beitragsbild von http://www.moviepilot.de)

Das Märchen der individualistischen Gesellschaft, an sich ein belustigendes Oxymoron, in der jeder selbst verantwortlich ist, und Gewalttäter und nicht ins System passende Menschen „böse“ sind, wird im neuen „Joker“ mit Joaquin Phoenix von Regisseur Todd Phillips effektiv als falsch gezeigt und entkräftigt. Der Reflex der Liberalen, Kriminalität und psychische Erkrankung als etwas rein Individuelles zu verklären, wird durch die Geschichte des Jokers als falsch gezeigt.

So ist jede seiner Eigenschaften – einschließlich seiner psychischen Erkrankung – und Entwicklungen durch vorher bestehenden Lebensumstände und Handlungen anderer Personen bestimmt und erklärbar, und durch Handlungen, die er als psychisch Erkrankter vornimmt, also generell eine deterministische Story. Die neoliberale Politik wirkt sich dabei durch Kürzungen des Budgets für die städtischen Ambulanzen für psychisch Erkrankte direkt auf Arthur Fleck aus.

Er erkennt langsam, ohne individuelle Schuld, genialerweise am Anfang durch von Individualisten als legitim bezeichneter Notwehr, dass Gewalt gegen das System eine Möglichkeit ist, sich von der systemischen Gewalt zu befreien, und dass die Ideale der Gesellschaft allesamt eine Illusion sind. So ist er am Ende des Films kein Anarchist, der mit Idealen ein besseres, menschlicheres System erschaffen möchte, sondern ein Nihilist, der betont, er sei unpolitisch, und der sich am Chaos und dem Aufzeigen der gesellschaftlichen Ideale als falsch erfreut, was auch gut mit der Darstellung von Heath Ledgers nihilistischem Joker in „The Dark Knight“(2008) vereinbar ist.

Er folgt dabei nur der Logik des unmenschlichen Systems, fressen oder gefressen zu werden, und entscheidet sich, wie alle anderen auch, mit Gewalt gegenüber anderen sein Leben aushaltbar zu machen, obwohl er eigentlich immer etwas Soziales als Comedian tun wollte, also aus Sicht der Gesellschaft ein „Guter“ war. Insofern kann man sagen, er tut letztlich genau das, was dauerhaft als das Richtige gepredigt wird, und dürfte von Neoliberalen somit nicht als „böse“ angesehen werden, sondern als einen der ihren. An dieser Stelle zeigt sich, dass die Logik, Gewalt sei „böse“, nicht haltbar ist, denn die gesamte Gesellschaft übt ja dauerhaft Gewalt auf die sozial niedrigeren Schichten aus. Somit ist nach der Logik der Gesellschaft eigentlich jeder einzelne der Gesellschaft „böse“, aber das wird von den Neoliberalen nicht erkannt. Seine Sozialarbeiterin versucht bei ihrem letzten Gespräch noch, ihm zu erklären, dass es ein Problem des politischen Systems ist, also ihm den Klassenkampfgedanken zu vermitteln. Zu diesem Zeitpunkt hat er aber schon die Gegengewalt als adäquates Mittel für seine Selbstbefreiung für sich entdeckt, und so schließt er sich auch nicht dem revolutionsartigen Aufstand gegen die Reichen an, sondern verfolgt nur seine eigene Gegengewalt, die eigentlich der Logik des Systems entspricht, die aber von den Aufständischen als Kampf für ihre Bewegung missinterpretiert wird.

Der Zuschauer möchte sich mit dem Antihelden identifizieren, muss dabei aber merken, dass das nicht so einfach ist. Einerseits kann man sich in die Lage des Hauptcharakters hineinversetzen, andererseits ist man als Zuschauer aber mehrheitlich nicht der Joker, sondern die Gesellschaft, die ihn erschafft, und diese Realisierung ist unbequem.

Das erklärt auch, warum die Medien den Film als problematisch darstellen wollte, vor allem in den USA, und er als besonders gewalttätig bezeichnet wurde, obwohl physische Gewalt nur in wenigen Szenen vorkommt. Tatsächlich sind es die Gesellschaft und die Medien, deren systematische Gewalt auf den Hauptcharakter dauerhaft zu sehen sind, was den Medien auch nicht gefällt, denn sie können dieser Kritik nichts entgegensetzen, da sie berechtigt ist.

Das Märchen einer kompletten Eigenverantwortung des Individuums in einer Gesellschaft wird somit logischerweise als falsch entlarvt, und stattdessen muss man die Eigenverantwortung jedes Individuums erkennen, sich gegenüber den anderen Individuen so zu verhalten, dass das Leben für sie genau so gut ist wie für einen selbst, sodass diese nicht durch dauerhafte Gewalt der durch die anderen Individuen erschafften Lebensumstände psychisch krank werden oder kriminell werden müssen, um zu überleben.

Das hat tiefgreifende Erkenntnisfolgen, wenn man sich dem Gedanken der Verantwortung für andere in der Gesellschaft wirklich annimmt. Unsere neoliberale kapitalistische Gesellschaft erschafft notwendigerweise Armut und systemische Gewalt gegenüber marginalisierten Gruppen, um die sich nicht vernünftig gekümmert wird(absichtlich, weil für die Funktion des Systems notwendig), beispielweise werden Menschen so obdachlos, psychisch krank und abhängig von Drogen, sterben aber natürlich auch an . Wenn die Personen primär ohne systemische Gewalt psychisch erkranken, gibt es oft auch nicht genug soziale Sicherungssysteme, und die Menschen werden durch die Erkrankung obdachlos und bleiben psychisch erkrankt, da sie keine vernünftige Therapie bekommen können.

Hartz IV beispielweise ist eine weitere solche Sache. Menschen werden in einem angeblich sozialen System marginalisiert und mit minimaler ökonomischer Freiheit ausgestattet, so zu wenig erfüllenden Sklavenjobs gezwungen, und wenn sie sich weigern, kann man ihnen bequem die Schuld zuschieben, sie wären ja faul, und deswegen könne man ihnen sogar noch Sanktionen aufdrücken, die ihnen vom Existenzminimum noch einmal Geld abziehen.

Dies hat das Verfassungsgericht vor ein paar Tagen bezeichnenderweise als verfassungsgemäß bestätigt, einzig die bisher üblichen Kürzungen um 60 bis 100(!) Prozent der Minimalsicherung sind als nicht verfassungsgemäß bezeichnet worden, aber generell ist es nun verfassungsgemäß erlaubt, bis zu 30% des Existenzminimums, dass sich an sich schon nicht mit den angeblichen Menschenrechten unserer Gesellschaft vereinbaren lässt, abzuziehen. Dies ist bezeichnend für unser politisches System. Es zeigt, dass der Kapitalismus darauf angewiesen ist, dass Menschen zu Arbeit gezwungen werden durch Gewalt, in der Angst, marginalisiert zu werden, und dabei noch psychischer Gewalt durch Täter-Opfer-Umkehr/Schuldumkehr ausgesetzt wird, wenn er sich gegen die Sklaverei wehrt.

Dies steht im Sozialdarwinismus den Ideologien des Nationalszoialismus kaum nach, die das ganze mit anderen Worten wie „Parasitismus“ geschmückt haben, teilweise mit rassistischen und antisemitischen Motiven verbunden haben und als Konsequenz viele Menschen getötet haben. Das ist aber nur die maximale Ausprägung dieser Ideologie gewesen, die sich auch im Neoliberalismus im Kern finden lässt, allerdings ohne völkische Motive.

Der kapitalistische Individualismus, der ein dem einzelnen Menschen innewohnendes „Böses“ oder „Gutes“ behauptet, vereint sowohl Neoliberalismus als auch Nationalsozialismus. Neoliberale glauben, jeder könne etwas aus sich machen, wenn er sich nur genug anstrenge, und diejenigen, die das nicht schaffen würden, seien halt inhärent faul oder schlecht, und damit sei es akzeptabel, diese unmenschlich zu behandeln. Die in der Hierarchie Höhergestellten haben ihren Platz so (praktisch per Geburtsrecht) durch ihre angebliche Eigenschaft der Intelligenz oder angeblich harter Arbeit(meist Ausbeutung anderer) „verdient“, wobei entweder eine göttliche Entscheidung oder eine biologistisch behauptete Überlegenheit gegenüber den anderen als irrationale Begründung dienen. Bei den Nazis wird das ganze noch um die irrationale Annahme von besseren oder schlechteren Völkern erweitert, die konsequent im Völkermord gipfeln, aber im Grunde sind dies ähnliche, austauschbare Rechtfertigungen für eine angebliche Rechtmäßigkeit von Hierarchie.

Die Nazis verstanden es dabei, das zu dieser Zeit weit verbreitete Wissen um die Unrechtmäßigkeit von Hierarchie umzudeuten in einen völkischen Kampf, bei dem nicht das System selbst schlecht ist, sondern die in der Hierarchie höher stehenden dort nur aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften, jüdisch zu sein, angeblich die falschen Menschen dort seien, die Hierarchie an sich aber „gut“ sei, und durch „gute arische“ Menschen zu besetzen sei, dann würden alle Probleme gelöst. So hat der Kapitalismus es geschafft, sich trotz seiner Krise der 20er Jahre im Faschismus zu halten, der danach ohne Probleme durch den Neoliberalismus abgelöst wurde.

Nun steckt er wieder in der Krise, und der erneute Aufschwung des Faschismus zur Sicherung der unnötigen hierarchischen Gesellschaftsordnung für deren Profiteure hat mit der AfD auch schon begonnen. Spannend bleibt, wie schnell die Wirtschaftsakteure sich der AfD anschließen oder die CDU/FDP zu einer Zusammenarbeit mit dem Faschismus bekommen, nicht ob, denn die Alternative ist nur die Abschaffung der Hierarchie.

Dieser Entwicklung scheint sich der Film bewusst zu sein, zeigt er auch einen dysfunktionalen neoliberalen Kapitalismus im Spätstadium, in dem die Reichen und die Medien sich bekannt anhörende Lügen wiederholen und wo der reiche Kapitalist der Bürgermeister werden will, analog zu Donald Trump in den USA.

Schalom,
Noam Schwarzbrot

Warum der neue „Joker“ uns den Spiegel vorhält – Kapitalistischer Individualismus und unsere Gesellschaft