Der „D-Day 2.0“ ist kläglich gescheitert: Querdenker sind enttäuscht, Lowien schlichtet – Ein Kommentar

Der Querdenker Markus Lowien kündigte noch 2020 den „D-Day 2.0“ an, der eigentlich irgendwann zwischen dem 20.12. und 31.12.2020 stattfinden sollte. Erst jetzt am 06.01.2021 gab es Regungen in den Telegram-Chats von Markus Lowien.

Quelle: Telegram / D-Day 2.0 Kanal / Markus Lowien gibt das „GO!“ für seine Aktions.

Was dann aber deutschlandweit passiert ist, war kaum erwähnenswert. Während in den USA das Capitol von rechtsextremen Tump-Fans gestürmt wurde, versuchten ein paar hundert Querdenker in Deutschland irgendwie den normalen Tagesablauf ihrer Mitmenschen zu stören, um ihrer politischen Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen und einen „Stillstand“ zu erzwingen damit die „Corona-Diktatur“ endet. Es wurden sehr viele Plakate, Spruchrollen und Aufkleber mit völlig willkürlichen Sprüchen über Frieden und Liebe an Autos und Fenstern befestigt. Einige Querdenker sind 400km bis nach Berlin gereist, in der Hoffnung es würden dort tausende Menschen zusammen mit ihnen protestieren. Die Enttäuschung war groß, als sie feststellen mussten, dass sie die einzigen waren.

Quelle: Telegram / D-Day 2.0 Dokumentation / Querdenker sind enttäuscht.

Man kann also sagen, dass der geplante „D-Day 2.0“ nicht so verlaufen ist, wie er geplant war. Schon in meinem letzten Artikel betonte ich, dass es an moralischer Verwahrlosung kaum zu überbieten ist, diese Aktion „D-Day 2.0“ zu nennen. Das ist eine unerträgliche Verharmlosung des 2. Weltkrieges und gleichzeitig ein Missbrauch an den Heldentaten der Alliierten Truppen, die Europa vom deutschen Faschismus befreiten. Die Querdenker befreien niemanden vom Faschismus, ganz im Gegenteil, sie verbreiten Hass, Gewalt, Verschwörungstheorien und das Corona-Virus. Die Desinformationen in der Mitte der Gesellschaft waren noch nie so groß. Antisemitische Verschwörungstheorien haben inzwischen den Frühstückstisch durchschnittlicher, unpolitischer Familien erreicht. Ich werde gegen die gesamte Organisation von Querdenken und „D-Day 2.0“ kämpfen, so lange sie existieren. Es ist absolut beschämend, dass erwachsene Menschen in Deutschland an einer solchen „Aktion“ teilnehmen. Wir haben ein massives Problem mit Geschichtsvergessenheit und mangelnder politischer Bildung in unserer Gesellschaft.

Eine Zusammenstellung verschiedener dokumentierter Aktionen von Teilnehmern am „D-Day 2.0“:

Wie man an den Bildern gut erkennen kann, gab es deutschlandweit vereinzelte Gruppen, die versuchten auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem gab es ein paar Autofahrer, die es für „Widerstand“ hielten, sinnlos mit dem Auto den Verkehr zu behindern. Im Rahmen der Geschehnisse in den USA, sind die kleinen Aktionen hier in Deutschland medial untergegangen. Markus Lowien hat wohl selbst bemerkt, dass seine Gefolgschaft nicht sonderlich groß und aktiv ist. Deshalb hat er direkt im Anschluss eine Motivations- und Danksagungsnachricht geschrieben und ein Video gedreht, um die Gemüter zu beruhigen und direkt klarzustellen, dass das natürlich erst der Anfang war. Lowien lässt sich genau wie Ballweg und Co. von seinen Anhängern finanziell unterstützen. Seine Bankverbindung ist direkt im Anhang seiner Telegram-Nachrichten hinterlegt. Es war also abzusehen, dass Lowien den „D-Day 2.0“ als „Bewegung“ weiterführen wird. Eine zahlende Gefolgschaft muss eben bei Laune gehalten werden. Ich habe das Gefühl, dass es zur Masche geworden ist, den politischen Unmut vieler Menschen auszunutzen, um sich selbst finanziell zu bereichern.

Quelle: Telegram: Markus Lowien Diskussion / Lowien fasst den Tag zusammen und kündigt Fortsetzungen an.

Fazit: Markus Lowien bedauert, dass sie keinen absoluten „Stillstand“ erreicht haben. Auch wenn dieser „D-Day 2.0“ absolut kläglich im Sande verlaufen ist, muss man solche Umsturz-Fantasien von rechten Gruppierungen absolut ernst nehmen. Wie man in den USA sieht, radikalisieren sich rechte und nationalistische Gruppen immer mehr. Deshalb gilt es, das gesamte rechte Konglomerat gut im Auge zu behalten. In den letzten Jahren mussten wir leidlich feststellen, dass wir die rechtsextreme Szene nicht ernst genug genommen haben. Eine Bewegung, die sich „D-Day 2.0“ nennt und einen absoluten „Stillstand“ erzwingen will, um einen politischen Wandel herbeizuführen, weil sie denken, sie leben in einer „Corona-Diktatur“, ist in meinen Augen absolut rechtsradikal. Sie sind in der absoluten Minderheit, gehen aber nicht den politisch-demokratischen Weg, sondern wollen die Gesellschaft durch „Störungen“ und „Sabotage“ zum Stillstand bringen. Und das alles auch noch unter dem Namen „D-Day 2.0“ laufen zu lassen, grenzt an perverser Geschichtsverzerrung. Sie begreifen sich selbst als „Alliierte“, die Deutschland vom „Corona-Faschismus“ befreien. Das ist einfach nur unerträglich dümmlich und hinsichtlich unserer deutschen Geschichte absolut nicht hinnehmbar. Ich hoffe zutiefst, dass die Behörden diese „Bewegung“ im Auge behalten und zur Rechenschaft ziehen werden, falls unbescholtene Mitmenschen durch die Querdenker zu schaden kommen sollten.

Alles in allem ist diese „Bewegung“ eine kleine, peinliche Abspaltung der Querdenker, die wohl weiterhin versuchen wird ihre Mitmenschen sinnlos zu stören.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

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