Belarus: Europa muss kompromisslos gegen Lukaschenko vorgehen – Ein Kommentar

„Wir können nicht immer nur dann Demokratie und Menschenrechte predigen, wenn es uns wirtschaftlich gerade so passt. Die anderen europäischen Länder sind mit Sanktionen gegenüber Weißrussland viel zu zögerlich. Ich stimme der Haltung Litauens hinsichtlich dieser Tatsache absolut zu, denn wir sollten alle möglichen Optionen die wir haben, um Lukaschenko zu schwächen, maximal ausschöpfen, bevor wir an militärische Manöver denken. Eine Diktatur in Europa, im Jahre 2020, ist absolut nicht hinnehmbar.“

[Beitragsbild von Artem Podrez]

Die aktuellen Demonstrationen und Proteste der Bevölkerung in Belarus werden immer zahlreicher und größer. Lukaschenko reagiert mit immer mehr Festnahmen und radikaler Polizeigewalt. Die Menschen überlegen sich immer mehr alternative Arten friedlich zu protestieren. So ist zum Beispiel selbst das Singen in der Öffentlichkeit zur Zeit verboten. Musiker aus einem Theater in Minsk protestieren jetzt regelmäßig, in dem sie an verschiedenen exponierten Stellen in der Öffentlichkeit das inoffizielle Lied der Protestbewegung singen. Egal wo die Musiker ihren Protest veranstalten, sie erhalten überwiegenden Applaus.

(Youtube, DW Deutsch, https://www.youtube.com/watch?v=DG3qtHQ4JLU)

Die gesamte europäische Bevölkerung erlebt zur Zeit den illegalen, korrupten Machterhalt eines größenwahnsinnigen Diktators, der nicht davor zurück schreckt Menschenrechte zu brechen und Gewalt anzuwenden. Proteste in Weißrussland werden zur Zeit auf Befehl Lukaschenkos brutal von der Polizei zerschlagen. Die große Mehrheit der Bevölkerung will den Diktator Lukaschenko, der sich ausschließlich durch Wahlbetrug und Polizeigewalt im Amt hält, seines Amtes entheben. Schon die letzte Wahl war von Lukaschenko illegal manipuliert worden, um seinen Machterhalt zu garantieren. Die Bevölkerung leidet nun unter dem Problem, dass Lukaschenko alle Behörden kontrolliert und dadurch im völligen Alleingang Rechte brechen kann, ohne dass andere staatliche Organe ihn daran hindern könnten. Es herrscht in Belarus zur Zeit keine Gewaltenteilung. Die weißrussische Bevölkerung ist also auf die Hilfe anderer Staaten angewiesen. Alles was sich innerhalb Weißrusslands gegen Lukaschenko aufbäumt, wird direkt verhindert. Oppositionelle werden bedroht, festgenommen oder zur Ausreise gezwungen.

Die belarussische Oppositionspolitikerin Olga Kowalkowa ist nach Polen ausgereist. Vor Journalisten sagte sie, sie sei nach ihrer Festnahme in der vergangenen Woche von belarussischen Sicherheitskräften bedroht und dann zur polnischen Grenze gebracht worden. Laut des belarussischen Internetportals tut.by sei sie von den Behörden in Belarus zur Ausreise gedrängt worden. – Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, khe

Demonstranten und Oppositionelle werden vor weiteren Protesten gewarnt und vom Innenministerium eingeschüchtert. Bei jeder Gelegenheit werden Demonstranten festgenommen oder mit brutaler Polizeigewalt bedroht und gefährdet.

Trotz eindringlicher Warnungen haben sich in Minsk wieder Zehntausende Menschen versammelt, um gegen Staatschef Lukaschenko zu protestieren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Es gab viele Festnahmen.

Bei den Massenprotesten in Belarus (Weißrussland) gegen den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko hat die Polizei am Sonntag wieder viele Menschen festgenommen. Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten vorgingen und sie in Polizeibusse zerrten. Vor allem Männer wurden abgeführt. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach am Nachmittag von mehr als 70 Festnahmen, das Innenministerium zunächst von weniger. – Quelle: t-online.de

Wie ich das sehe, haben wir jetzt ein manifestes Problem in Europa. Die gesamte EU steht selbstverständlich geschlossen gegen das diktatorische Regime von Lukaschenko und hat das auch schon deutlich zum Ausdruck gebracht. Litauen wirft der EU jetzt Untätigkeit vor, weil die Opposition in Belarus wohl zu wenig Hilfe erfahren würde. Die Frage ist, inwiefern man sich eine konkrete Unterstützung der Opposition jetzt vorstellt, denn Putin hat sich hinter den Diktator Lukaschenko gestellt und bietet jetzt auch seine Hilfe an. Russland schickt Propagandisten nach Belarus, die in allen großen Redaktionen installiert worden sind, um kräftig Stimmung für Lukaschenko zu machen. Zusätzlich will Putin im Notfall auch Truppen schicken, die die Polizei in Belarus gegen die eigene Bevölkerung unterstützen sollen. Das würde dann bedeuten, dass Russen nach Belarus kommen, um in offizieller Uniform gegen zivile weißrussische Bevölkerung zu kämpfen. Allein die Vorstellung ist völlig absurd. Mit solchen Mittel kann die EU die Opposition selbstverständlich nicht unterstützen.

Mit der Unterstützung die Putin Lukaschenko anbietet, schüttet er Benzin ins Feuer der Ost-West-Diplomatie. Die Causa Nalwany und die Situation in Belarus treiben zur Zeit einen Keil zwischen den Osten und den Westen.

Die Demokratiebewegung fordert den Rücktritt Lukaschenkos. Ziel der Proteste ist es, die Freilassung von Gefangenen zu erreichen, die Polizeigewalt strafrechtlich verfolgen zu lassen und Neuwahlen zu erwirken.

Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren autoritär regierenden Staatschef Wahlbetrug vor, auch die EU erkennt die Wahl nicht an. Litauen und die beiden anderen baltischen EU-Mitglieder Lettland und Estland haben bereits Sanktionen gegen weißrussische Regierungsvertreter verhängt, darunter gegen Lukaschenko. Unterstützt wird der Präsident dagegen von Russland.Der Standard (APA, red, 6.9.2020)

Unabhängig von der Causa Nawalny, muss sich ganz Europa geschlossen gegen die Diktatur Lukaschenkos stellen. Wir können nicht immer nur dann Demokratie und Menschenrechte predigen, wenn es uns wirtschaftlich gerade so passt. Die anderen europäischen Länder sind mit Sanktionen gegenüber Weißrussland viel zu zögerlich. Ich stimme der Haltung Litauens hinsichtlich dieser Tatsache absolut zu, denn es sollten alle möglichen Optionen ausgeschöpft werden, um Lukaschenko zu schwächen, bevor militärische Manöver gefahren werden. Das ständige Säbelrasseln mit militärischen Manövern halte ich für absolut destruktiv. Mir ist bewusst, dass mächtige Menschen an den Spitzen von Staaten nicht zwangsläufig intelligent sein müssen. Ich glaube aber auch, dass es relativ einfach zu verstehen ist, dass militärische Drohungen zwischen dem Osten und Westen absolut fatale und desaströse Folgen auf die gesamte Weltwirtschaft haben könnten. Wenn die EU sich also dazu entscheiden würde Lukaschenko geschlossen militärisch zu bedrohen, würde sich Russland symbolisch hinter Lukaschenko stellen, was in eine Patt-Situation führen würde, mit der keinem Menschen in Belarus geholfen wäre. Es stünden sich dann jede Menge militärische Drohungen gegenüber, die alle diplomatischen Bemühungen zerstören würden.

Deshalb sollte der gesamte Westen Belarus geschlossen sanktionieren und den Druck wirtschaftlich weiter erhöhen, um deutlich zu machen, dass es keine weitere Zusammenarbeit mehr geben wird, solange Lukaschenko noch im Amt ist. Der wirtschaftliche Druck sollte dann so groß werden, dass Lukaschenko Putin um noch mehr Hilfe bitten müsste. Die extremen wirtschaftlichen Nachteile die durch die Sanktionen für Belarus entstünden, würde Russland nicht bezahlen wollen. Ich glaube nicht, dass Putin Lukaschenko bis in den völligen Ruin unterstützen würde. Allein durch die Causa Nawalny ist die Spannung zwischen dem Westen und Russland zur Zeit extrem hoch. Wenn Russland den Diktator Lukaschenko gegen die EU bedingungslos verteidigen würde, hätte das extreme wirtschaftliche Nachteile nicht nur für Belarus sondern auch für Russland. Putin würde Nord Stream 2.0 nicht für Lukaschenkos Machtfantasien opfern. Das milliardenschwere Projekt Nord Stream 2.0 hängt durch die Causa Nawalny sowieso schon am seidenen Faden. Russland hat mit diesem Deal einen wirklich lukrativen Coup gelandet, den bestimmte westliche Länder gerne verhindert hätten. Den USA wäre es wahrscheinlich ganz recht, wenn die Gas-Pipeline von Russland nach Deutschland nicht fertiggestellt werden würde. Die USA befürchten nämlich, dass der Absatz des durch Fracking gewonnenen Flüssiggases einbrechen würde. Es gibt aber auch kritische Stimmen aus Deutschland, die sagen, dass die ökonomische Relevanz von Flüssiggas in Deutschland in den nächsten Jahren sowieso nachlassen wird und sich dieses Projekt deshalb nicht lohnen würde. Andere werfen der Merkel-Regierung vor, dass Nord Stream 2.0 mehr politischen als wirtschaftlichen Charakter hätte. Man würde Putin damit wohl nur ein bisschen bauchpinseln.

Fazit: Am Ende des Tages müssen wir uns alle fragen, ob wir es akzeptieren können, dass in unserer direkten Nachbarschaft in Europa, im Jahre 2020, ein Diktator sein Volk unterdrückt und regelmäßig Menschenrechte bricht. Wie ich weiter oben bereits sagte, können wir nicht immer nur dann Demokratie und Freiheit predigen, wenn es uns gerade passt. Auch wenn es zu wirtschaftlichen Nachteilen und Verhärtungen kommen könnte, müssen wir absolut kompromisslos gegen Lukaschenkos Diktatur vorgehen. Dabei spreche ich nicht von militärischen Drohungen, Manövern oder Machtdemonstrationen.

Dementsprechend positiv sehen viele Schweden die Machtdemonstration ihrer Streitkräfte, so Johan Fredriksson: „Es ist eine außergewöhnliche Maßnahme, die uns daran erinnert, dass die Lage in Belarus nicht nur für die Zukunft von Belarus entscheidend ist, sondern auch für unsere eigene künftige Sicherheit und die ganz Europas.“ – tagesschau.de, Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Auch wenn die Schweden diese Machtdemonstration ihres Militärs gut finden, halte ich diese Reaktionen für nicht konstruktiv und zielführend. Man sollte zwar das Militär in Bereitschaft halten, aber auf keinen Fall irgendwelche militärischen Manöver zur Abschreckung fahren, nur weil Lukaschenko und Putin das auch machen. Es ist eine starke Aussage, wenn man einfach nicht auf solche militärische Provokationen reagiert. Die EU würde damit ihre Ablehnung von Gewalt noch stärker unterstreichen. Man sollte militärische Provokationen einfach immer ins Leere laufen lassen, denn wohin uns diese niemals enden wollende Aufrüstung führen kann, haben wir bereits im kalten Krieg erleben müssen. Lasst Putin und Lukaschenko doch prahlen so viel sie wollen, sie werden wohl kaum einen dritten Weltkrieg auslösen. Der gesamte Westen sollte sich zusammensetzen und einen großen Sanktions-Plan entwerfen, der Belarus wirtschaftlich stark schwächen würde. Die Sanktionen sollten in erster Linie aber ausschließlich Belarus betreffen und nicht Russland, damit die Spannungen in der Causa Nawalny sich nicht mit den Spannungen der Causa Belarus überschneiden. Diesen Plan stellt man Lukaschenko dann vor und setzt ihm eine Frist. Wenn er bis dahin nicht zurückgetreten ist, werden alle Sanktionen in die Realität umgesetzt. Ich bin der festen Überzeugung, dass Putin Lukaschenko dann wie eine heiße Kartoffel fallen lassen würde.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Belarus: Europa muss kompromisslos gegen Lukaschenko vorgehen – Ein Kommentar

Die geplante „Demonstration für Freiheit“ ist kruder Schwachsinn – Ein Kommentar

„Tausende Menschen sterben an den Folgen der Corona-Infektion. Weltweit kämpfen die Nationen mit Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie, um möglichst viele Menschenleben zu retten und hier in Deutschland gehen Menschen auf die Straße, weil sie denken sie leben in einer „Corona-Diktatur“, weil sie Masken tragen müssen zum Schutze ihrer Mitmenschen. Zusätzlich sind große Teile dieser Demonstranten rechtsradikale, antisemitische Verschwörungstheoretiker die auf dieser Demonstration ihre rechtsradikale Propaganda verbreiten wollen. Diese gesamte geplante Demonstration ist an Dummheit und Ignoranz nicht zu überbieten.“

Jeden Tag lese ich die Telegram Posts von Atilla Hildmann, Xavier Naidoo, QAnon, dem Volkslehrer und vieler, vieler anderer aus der rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker Szene, damit es so wenig wie möglich andere Menschen tun müssen. Auf diesen ganzen Kanälen werden Rechtsradikale aus den verschiedensten Lagern deutschlandweit dazu aufgerufen am 29.08 in Berlin an der „Demonstration für Freiheit“ teilzunehmen. Abgesehen davon werden natürlich auch unzählige antisemitische und rassistische Verschwörungstheorien über diese Kanäle verbreitet, die mit jedem Tag verrückter werden. Was zur Zeit jedoch ganz stark auffällt ist die große Uneinigkeit die in diesen Kreisen herrscht. Jeder hält jeden für einen Verräter, Illuminaten, Satanisten oder heimlichen Juden. Jeder hält seine Verschwörungstheorie für wahrer als die der anderen und jeder baut sich seine eigene Agenda im Kopf zusammen. Das ist traurig und lustig zur gleichen Zeit. So glaubt Atilla Hildmann inzwischen, dass QAnon von der NWO installiert worden ist, um die Menschen auf der Demo in eine Falle zu locken, oder irgendwie so in der Art. Hier zwei Ausschnitte aus dem Telegram-Kanal von Hildmann:

Hildmann

Hildmann kritisiert den allmächtigen „Q“ und platziert dann seine Version:

HildmannAgenda

Jetzt mal ganz im Ernst: Mehr Freiheit als diese Gestalten auf diesen kruden Demos genießen, kann man gar nicht haben! Das absolute Gegenteil ist nämlich eigentlich der Fall: Die haben viel zu viele Freiheiten!

Die Gedenkveranstaltung zum Attentat in Hanau wurde nicht zugelassen, aber diese ganzen rechtsradikalen Spinner dürfen immer und immer wieder auflaufen, und dabei die gesamte Bevölkerung, im schlimmsten Fall bis zum Tode, gefährden, weil sie sich weigern Masken zu tragen. Das ist maximal asozial und ignorant. Die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch gegen Atilla Hildmann, der in der Öffentlichkeit vor Polizisten Hitler als Segen für Deutschland bezeichnet hat. Das ist eine einzige Farcé die unsere Behörden da abziehen. In ganz Deutschland wachsen Rechtsradikale nach wie Unkraut und die Behörden und Politiker sind im Tiefschlaf oder glauben selbst an Atlantis. Wahrscheinlich ist die braune Suppe auch in den Behörden bis in die kleinsten Ritzen gesickert. Glücklicherweise wurde die geplante Demonstration in Berlin jetzt kurz vorher vom Berliner Senat verboten.

Die für das kommende Wochenende in Berlin geplante Demonstration gegen Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie darf nicht stattfinden. Der Senat befürchtet Verstöße gegen die geltenden Hygieneregeln. – Der Spiegel am

Es ist einfach nur zum Heulen. Die Erderwärmung im Zuge des Klimawandels wird uns in den nächsten 100 Jahren in riesige Katastrophen führen, wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen in Einigkeit die nötigen Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Genau das gleiche Phänomen erleben wir im Kleinen gerade mit den ignoranten Corona-Leugnern in Deutschland, die jetzt wieder auf die Straße gehen wollen und damit das gesamte Land in Gefahr bringen. Die Corona-Leugner zerstören die nötige Einigkeit die man bräuchte, um diese Pandemie effektiv zu bekämpfen. Eigentlich sollte es Demonstrationen für einen radikalen sozioökonomischen Wandel geben, der uns vom asozialen Kapitalismus befreit und mit allen möglichen Mitteln das Klima schützt. Stattdessen fühlen sich diese Menschen anscheinend in ihrer „Freiheit“ beschränkt, weil sie zum Schutze anderer Menschen eine Maske tragen müssen. Genau den gleichen asozialen, ignoranten Schwachsinn erleben wir in der Debatte um ein Tempo 130 Limit auf Autobahnen. Es geht um die Zukunft unserer eigenen Kinder, aber wenn es ums Rasen geht, stellen sich alle hin wie Brüllaffen und fühlen sich in ihrer Freiheit beschränkt. Wie lächerlich und kurz gedacht ist das denn bitte? Beschränkt sind einzig und allein Menschen denen es wichtiger ist zu Rasen, anstatt das Klima zu schützen. Das ist eine Maßnahme, die nichts kostet und für die wir nichts tun müssen, wir müssen einfach nur etwas sein lassen.

Deshalb bin ich bin für radikale Verbote, Veränderungen und Gesetze zum Wohle des Gemeinwohls, der Zukunft und des Klimas. Ich denke, dass das Verständnis für große Veränderungen sehr wohl vorhanden ist, bei manchen mehr bei manchen weniger. An das Rauchverbot in Gaststätten haben sich die Menschen auch alle gewöhnt, nach dem zuerst kollektiv Aufgeschrien wurde. Wir müssen die Coronakrise nutzen um ein BGE einzuführen und den gesamten Bürokratie-Komplex einzustampfen und neu zu gestalten. Wir haben einfach keine Zeit mehr um auf die Individualbeschwerden alter, weißer, überprivilegierter Cowboys und konservativer, egoistischer Wannabe-Alpha-Menschen einzugehen die sich für wichtiger halten als ihre Mitmenschen. Wir haben keine Zeit mehr für Schwachsinn. Raus aus dem Zeitalter der Egoisten, rein in das Zeitalter der Gemeinwohlökonomie und Vernunft. Wir müssen handeln, strikt und schnell. Wenn wir so weiter machen wie bisher, fahren wir den gesamten Laden an die Wand, denn wenn die Kacke erstmal am dampfen ist und plötzlich alle damit einverstanden sind Opfer zu bringen, ist es schon längst zu spät. Das ist ein einfacher und logischer Zusammenhang, den offensichtlich nicht jeder ausgewachsene Mensch versteht.

Fazit: Diese geplante Demonstration zeigt, wie wenig diese Menschen ihre eigene Situation verstanden haben. Ein Konglomerat aus allem was es in der rechten Szene so gibt wird durch Berlin laufen, antisemitische Verschwörungstheorien verbreiten und für jede Menge Neuinfektionen sorgen. Auch wenn die Demonstration jetzt kurzfristig doch noch verboten worden ist, wird es jede Menge Proteste geben. Die Menschen die vor haben am Wochende in Berlin trotzdem Protestieren zu gehen, handeln in meinen Augen maximal ignorant und asozial, abgesehen von dem rechtsradikalen Schwachsinn, der noch zusätzlich zu verurteilen ist. Ich freue mich, dass die Behörden noch rechtzeitig ein Verbot für diese Demonstration ausgesprochen haben. Jetzt wird es ihre Aufgabe sein eventuelle Proteste auf denen Straftaten begangen werden (Volksverhetzung, Hygienemaßnahmen-Verstöße) rigoros zu unterbinden. Es geht dabei nicht nur um den Schutz der Bevölkerung, sondern auch um den Kampf gegen Rechts. Im Kampf gegen Rechts müssen die Behörden und die Politik endlich eine klare Grenze ziehen, die bisher leider noch nicht gezogen worden ist.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Die geplante „Demonstration für Freiheit“ ist kruder Schwachsinn – Ein Kommentar

Wut unterm Aluhut: Immer mehr QAnon-Gläubige gefährden die Gesellschaft – Ein Kommentar

„Die durchschnittliche Allgemeinbildung in den Kreisen der Aluhut-Träger scheint ziemlich schlecht zu sein, anders kann man sich nicht erklären, wie man an die Verschwörungstheorien von QAnon glauben kann. Für mich als Außenstehender ist es unbegreiflich, wie man wissenschaftlich bewiesene Fakten leugnen kann und an Dinge glaubt, die ausschließlich auf Behauptungen basieren. Dieses ganze Konglomerat aus rechtsradikalen, antisemitischen Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern lebt in einer völlig irren alternativen Realität.“

In Zeiten einer globalen Pandemie können Minderheiten ihr gesamtes Umfeld und damit die gesamte Gesellschaft in Gefahr bringen. Das bringt ein hoch ansteckendes Virus eben mit sich. Das ist die Realität, die Millionen Menschen auf dieser Welt einfach leugnen. Ein unglaublich ignorantes und asoziales Verhalten mit fatalen, teilweise tödlichen Folgen, welches unbedingt bestraft gehört.

Wenn ein Vater auf eine „Anti-Corona“ Demonstration geht und sich mit dem Virus infiziert, könnte er seine eigene Familie gesundheitlich in Gefahr bringen, im schlimmsten Falle sogar töten. Neueste Beobachtungen zeigen, dass Covid-19 unterschiedlichste Langzeitschäden verursachen kann. Ein Artikel von t-online beschreibt, dass weltweit verschiedenste Folgeschäden bei genesenen Patienten entdeckt wurden. Das bedeutet, dass wir heute noch lange nicht absehen können, wie gefährlich das Corona-Virus in seiner Gesamtheit ist. Umso absurder und dümmer ist das Verhalten jener Menschen, die auf solche Demonstrationen gehen und ihre eigene Familie und das gesamte Umfeld ihrer Lieben in Gefahr bringen. Sie gefährden damit die gesamte Gesellschaft und nehmen billigend in Kauf, dass Menschen dadurch sterben könnten.

Zusätzlich ist die gesamte Anti-Corona-Community von rechtsradikalen und stark antisemitischen Vorstellungen geprägt, die auf diesen Demonstrationen massenhaft verbreitet werden. Die rechtspopulistischen und rechtsradikalen Organisationen haben während der Corona-Zeit ihre Netze gespannt und jede Menge Beute eingefahren. Viele Menschen mit wenig Allgemeinbildung und großen sozialen und finanziellen Problemen fühlten sich während des Lockdown’s völlig allein gelassen und nicht respektiert. Als dann auch noch Millionen Menschen auf Kurzarbeit umgestellt wurden und unzählige Selbstständige Insolvenz anmelden mussten, entstand bei einigen eine große Wut, die sich jetzt über solche Demonstrationen entlädt. Selbstverständlich sind viele dieser Menschen schon vorher rechtsradikal gewesen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass manche Menschen in ihrer blinden Wut einen Schuldigen suchten, den sie dann durch antisemitische Verschwörungstheorien serviert bekommen haben. Ich glaube auch, dass die meisten Menschen die an solche völlig haltlosen Verschwörungstheorien glauben, nicht sonderlich klug und reflektiert sind. Das erklärt sich von allein, wenn man sich anschaut, was die Demonstranten auf einer „Anti-Corona-Demo“ so von sich geben. SpiegelTV war mit einem Kamera-Team vor Ort und musste feststellen, dass die Agenda von „QAnon“, der internationale Anführer der rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker, schon längst auch in Deutschland angekommen ist und fest in den Köpfen der Anhänger sitzt. Alle Verschwörungstheorien und Behauptungen von QAnon findet man auf der QMap, dass virtuelle Online-Manifest aller QAnon-Anhänger.

QAnon hat es geschafft Menschen zu indoktrinieren, die ganz einfache Antworten brauchten, um die Welt zu verstehen und einen Schuldigen zu finden, der für die eigene Unzufriedenheit verantwortlich ist. Durch das Internet werden latent rechtsradikale und antisemitische Schläfer weltweit, über die Grenzen ihres eigenen Umfeldes hinaus, miteinander verknüpft. So entsteht ein internationales Gemeinschaftsgefühl und man bekommt Bestätigung, Anerkennung und Respekt für das eigene kranke Denken. Sie behaupten alle von sich, sie seien die „Erwachten“ im Gegensatz zu den „Systemlingen“. Man ist endlich nicht mehr allein, denn man ist stolzer Teil einer Bewegung. Selbst wenn man sich in seiner eigenen Familie nicht als Antisemit oder Rassist outen kann, findet man über die sozialen Medien ganz schnell Anschluss in direkter Umgebung. Das führt dazu, dass diese antisemitischen, faschistoiden und rassistischen Verschwörungstheorien ihren Weg in die „Mitte“ der Gesellschaft finden und in bestimmten rechten politischen Kreisen sogar wieder salonfähig werden. Wir erleben also nicht nur eine rechtsextreme Radikalisierung ehemaliger, gemäßigter Bürger, sondern auch die Verbreitung wahnhafter antisemitischer Verschwörungstheorien in der gesamten Gesellschaft.

Hier ein paar Screenshots von Texten die Atilla Hildmann seinen Anhängern jeden Tag schreibt:

Es ist unglaublich wie der Rechtsruck im gesamten industriellen Westen durch die Corona-Pandemie verstärkt wurde. Die durchschnittliche Allgemeinbildung in den Kreisen der Aluhut-Träger scheint ziemlich schlecht zu sein, anders kann man sich nicht erklären, wie man an die Verschwörungstheorien von QAnon glauben kann. Für mich als Außenstehender ist es unbegreiflich, wie man wissenschaftlich bewiesene Fakten leugnen kann und an Dinge glaubt, die ausschließlich auf Behauptungen basieren. Dieses ganze Konglomerat aus rechtsradikalen, antisemitischen Verschwörungstheoretikern lebt in einer völlig irren alternativen Realität. Ich versuche mal die Verschwörungstheorien, die QAnon, Atilla Hildmann, Xavier Naidoo, Heiko Schrang, Ken Jebsen und Co. so verbreiten mal zusammenzufassen, so gut ich kann:

Die Corona-Pandemie ist ein geplanter Fake von der Kommunistischen-Jüdischen-Regierung die von der NWO kontrolliert wird. Angela Merkel ist eine zionistische Jüdin, die von den Rothschilds als Kanzlerin installiert wurde, um das Volk und die Wirtschaft zu unterdrücken. Der Plan ist die moderne, kommunistische Versklavung durch die jüdische Elite. Nanobots und 5G Strahlung sollen unsere Gedanken kontrollieren. Die Nanobots will Bill Gates allen Menschen auf der Welt durch eine Zwangsimpfung injizieren, um sie dann nach dem willen der NWO (NewWorldOrder) zu kontrollieren oder auszulöschen. Die Impfung soll in Folge der „Coronaverschwörung“ allen Menschen der Welt verabreicht werden. Die gesamte „echte“ Regierung der Welt heißt „Deep State“, wo die Rothschilds, die Sauds, und die Soros‘ die NWO anführen. Sehr viele Politiker und auch Hollywoodstars gehören zur NWO und sind Anhänger der jüdischen Elite. Die jüdischen Eliten entführen auch Kinder, töten diese dann und extrahieren „Adenochrom“ aus dem Blut, welches sie als Droge konsumieren. Diese Droge soll ewig jung halten.

Wenn man auf widersprüchliche Fakten hinweist oder nach Beweisen fragt und Argumente erwartet, kommt nie etwas konstruktives zurück, weil dieser ganze Schwachsinn eben keinen logischen Zusammenhang hat. Den Zusammenhang kann man ewig suchen. Ich halte das alles für eine „Neu-Rechte Verschwörungs-Sekte“. Man kann halt entweder dran glauben oder nicht. Zu beweisen gibt es da nichts. Deshalb ist dieser QAnon Mist eine Art inhumane Irren-Religion.

Wie naiv muss man denn sein um so wirren Kram zu glauben? Es ist völlig Paradox, denn irgendwie werden wir ja wirklich alle irgendwie versklavt in unserer heutigen kapitalistischen Leistungsgesellschaft, jedoch nicht von jüdischen, kommunistischen Eliten, sondern von der neoliberalen, turbokapitalistischen Leistungs-Gesellschaft die uns alle zu egozentrischen, empathielosen, asozialen Opportunisten macht. Der Kapitalismus ist die eigentliche, weltweite und größte Krise die wird haben. Der Kapitalismus bedingt den Klimawandel, Hunger, Armut, Tod, Klassen-Gesellschaften, Kriege, Hass, Faschismus, Neid, Egoismus, Leistungszwang und unendlich viel mehr. Diese ganzen wütenden Menschen sollten lieber anfangen sich mit der Realität zu beschäftigen und anfangen sich zu bilden, um die Gesellschaft sozialer, fairer und sicherer zu machen. Denn in der Realität ist alles ein bisschen komplizierter.

Fazit: Ich halte es für absolut widerlich und verwerflich, dass über 17.000 Menschen bewusst ohne Schutzmaßnahmen an einer riesigen Versammlung teilgenommen haben. Noch dazu glauben und verbreiten diese Menschen rechtsradikale, antisemitische Verschwörungstheorien und unterstützen so den Hass und die Missgunst gegen Minderheiten in ganz Deutschland. Das schlimmste ist aber, dass diese Menschen billigend in Kauf nehmen, dass andere Menschen gesundheitlichen Schaden davon tragen und im schlimmsten Fall sogar sterben. Sie missachten das Leben anderer Menschen. Meiner Ansicht nach ist das vorsätzliche, potentielle Körperverletzung und im schlimmsten Fall natürlich Mord. Ich hoffe, dass unsere Justiz und unsere politischen Entscheider endlich mal deutlich durchgreifen und diese Menschen zur Rechenschaft ziehen. Vor allem Menschen wie Hildmann, die dauerhaft den Holocaust relativeren und gegen Juden hetzen, sollten endlich in den Knast. Hildmann ist aber nur das krasseste Beispiel zur Zeit. Wichtig ist auch, dass wir noch viel intensiver über Verschwörungstheorien aufklären, damit wir dem Rechtsruck effizient mit Wissen begegnen können.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Wut unterm Aluhut: Immer mehr QAnon-Gläubige gefährden die Gesellschaft – Ein Kommentar

AFD: Parteiverbot? – Ein Kommentar

„Ein weiteres Erstarken der Rechten lässt sich nur verhindern, wenn innerhalb der Regierung, aber auch innerhalb der Bevölkerung ein Paradigmenwechsel statt findet, hin zu einer sozial gerechten Gesellschaft, in der nicht mehr wirtschaftliche Zukunftsängste im Vordergrund stehen.“

In den letzten Wochen und Monaten wurde der Ruf nach einem Parteiverbot für die völkisch-nationale Partei AfD immer lauter. Verständlich, wenn man bedenkt, wes Geistes Kind diese Partei ist und im Hinblick auf vergangene Ereignisse wie den NSU Komplex, den Mord an Walter Lübcke, das Attentat von Halle, den jüngsten Terroranschlag auf eine Shisha-Bar in Hanau und vieles mehr. Wer wünscht sich nicht ein schnelles Ende dieser Partei. Parteiverbot – Partei weg – alles gut. Ist das wirklich so? Haben wir dann Ruhe, ist die Ordnung im Lande dann wieder hergestellt?

Ich will hier jetzt gar nicht darauf eingehen, wie die Partei und ihre Mitglieder, sowie ihre Anhänger auf ein derartiges Verbot reagieren würden. Das können wir uns alle lebhaft vorstellen und darum geht es hier auch nicht. Es geht vielmehr darum, inwiefern ein Verbot das Problem rechter Ideologie beeinflussen würde. Kann man eine Ideologie durch das Verbot einer Partei einfach so auslöschen, aus den Köpfen entfernen? Die Antwort ist: Nein.

Eine Ideologie ist eine Weltanschauung die von Wissen, Überlieferungen, Erfahrungen, Vorstellungen und Sichtweisen, sowie persönlichen Gefühlen und der Rolle des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft und auch der Frage nach dem Sinn des Lebens, beeinflusst wird. So etwas kann man nicht einfach verbieten. Das ist eine Bewusstseinsfrage, denn wenn sich das Bewusstsein der Betroffenen nicht verändert, werden diese Leute Mittel und Wege finden, sich neu zu sortieren und neu zu organisieren. Ich will das hier mal an einem Parteiverbot aus der Vergangenheit der BRD veranschaulichen.

Im Jahre 1979 wurde die FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei) von Martin Pape, einem ehemaligen HJ-Führer gegründet. Anfangs war diese Partei eher unbedeutend und unbekannt. Mitte der 80er Jahre traten militante Neonazis der Partei bei. Sie folgten einem Aufruf Michael Kühnens, der vorher Anführer der verbotenen „Aktionsfront Nationale Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA)“ war und der damit die FAP zu einem Sammelbecken für den äußersten rechten Rand machte. Die FAP richtete sich parteipolitisch selbstverständlich im Stile der NSDAP ein. Aufmachung, Logo und Politik glichen der ehemaligen Partei von Adolf Hitler in jeglicher Hinsicht. So forderte diese Partei die Rückkehr zu den Grenzen von 1939, Ausländerrückführungen und einen deutschen Sozialismus. Man huldigte Hitler auf Parteitagen und sang stolz die komplette Nationalhymne.

Anfang der 80er Jahre lernte ich einen jungen Mann aus diesem Umfeld kennen, der uns bat, ihm Unterschlupf zu gewähren, weil er aus dieser Szene aussteigen wollte. Es war beispielsweise nicht unüblich in seinem Umfeld, in voller SS Montur in aller Öffentlichkeit aufzutreten – SS-Uniform, Reitstiefel, Stahlhelm mit SS-Runen, sowie SS-Runen auf dem Tank des Motorrads. So gekleidet begegneten wir ihm das erste mal. Er trat immer in Begleitung seines besten Freundes auf, den er seit Kindertagen kannte und durch den er in die rechte Szene geraten war. Dieser Freund war sowohl in der Neonazi-Szene, als auch bei der Antifa, die Steckbriefe mit seinem Konterfei verteilte, gut bekannt. Er war Nazi in der 3. Generation. Es war also nicht ganz ungefährlich für ihn aus der Szene auszusteigen. Er wurde von der Antifa gesucht und selbstverständlich auch von seinen alten Nazikameraden. Durch ihn erhielten wir interessante Einblicke, wenn auch nur bruchstückhaft, in die militante, organisierte, rechte Szene. In seinem Umfeld gab es einige, die wie sein bester Freund, schon in der 3. Generation Nazis waren, also diese Ideologie schon im frühen Kindesalter eisern verinnerlicht hatten. So war unser Freund beispielsweise bei der 1994 verbotenen Wiking-Jugend, nahm an zahlreichen Ferienlagern teil und hatte zu Kindern und Jugendlichen aus anderen Bevölkerungsgruppen, außer in der Schule, keinen Kontakt. Von ihm hatten wir die Information, dass ein Parteiverbot zwar sehr ärgerlich für die Gruppierungen war, sie aber in keinster Weise davon abhielt, weiter zu machen.

„Die suchen sich dann einen anderen Namen, formulieren um und dann geht alles von vorn los.“

Zurück zur FAP und ihren Hinterlassenschaften.

FAP Mitglieder traten offen gewalttätig auf. FAP Mitglieder waren 1992 am Pogrom in Rostock-Lichtenhagen beteiligt. Zwei FAP-Skinheads töteten in der Silvester Nacht 1990/91 den Wehrdienstleistenden Alexander Selchow (21). Die Partei wurde dann 1995 vom Innenministerium mit der Begründung, sie würde „NS Riten“ pflegen, verboten. Unter anderem fand man bei Hausdurchsuchungen Waffen und Handgranaten. Viele Mitglieder der FAP beteiligten sich nach dem Verbot an dem Aufbau „Freier Kameradschaften“. Diese Kameradschaften dienten der bundesweiten Vernetzung rechtsradikaler Menschen. Später widmeten sich ehemalige FAP Mitglieder wieder der Arbeit in Parteien. So schlossen sie sich unter anderem der Partei „Die Rechte“, „Der Dritte Weg“ und auch der NPD an. Es gibt aber auch Verbindungen zur AfD und Bernd Höcke.

„SS-Siggi“ Siegfried Borchardt: Er gründete die rechtsextreme Hooligangruppe „Borussenfront“ (eine NPD nahe Schlägertruppe), war mit der oben genannten ANS/NA vernetzt, leitete ab 1984 den Landesverband NRW der FAP, wechselte dann 2012 zu „Die Rechte“, wurde in den Dortmunder Stadtrat gewählt, schied dann aber auf eigenen Antrag zwei Monate später wieder aus.

Siegried Borchardt ist mehrfach vorbestraft.

Melanie Dittmer: Verbrachte ihre Jugend im FAP Umfeld, leitete ab 1995 die „Kameradschaft Recklinghausen“, wechselte 1996 zu den Jungen Nationaldemokraten (JN), war eine der ersten Aktivistinnen der „Identitären Bewegung“, dann wurde sie 2014 in den Vorstand der rechtsextremen Partei „Pro NRW“ gewählt und organisierte zu der Zeit auch die Düsseldorfer und Bonner Pegida Ableger.

Marcus H. : Er war in den 90ern Mitglied der FAP, dann die Kameradschaft „Freier Widerstand Kassel“ pflegte unter anderem Kontakt zu Thorsten Heise und er soll dem Lübcke Mörder die Tatwaffe besorgt haben, bei einer Hausdurchsuchung  wurden bei ihm mehrere Dutzend Schusswaffen gefunden.

Frank Steffen: Wiking Jugend, dann FAP Bonn, Gewalttaten gegen Antifaschisten, 2015 versuchter Mord an der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Ralf Tegethoff: Wikingjugend, dann FAP, zentraler Ausbilder der Kameradschafts-Szene, Verbindungen zu Thorsten Heise und Thomas Wulff, mit denen er in die NPD eintrat, dort wurde er 2005 Direktkandidat für Düsseldorf, betreibt Geschichtsrevisionismus, betreibt einen Online-Shop  mit Reproduktionen von NS-Militaria und er führt die Totenehrung durch bei der jährlich statt findenden Gedenkdemonstration am ehemaligen Rheinwiesenlager in Remagen.

Thorsten Heise: 1988 Eintritt in die FAP, später Landesvorsitzender, nach dem FAP Verbot Gründung der Kameradschaft Northeim, Mitwirkung beim Aufbau eines internationalen Neonazi-Trainingscenter in Südafrika, zog 2002 nach Thüringen, auch dort Aufbau von Kameradschaften, pflegte Kontakt zu Tino Brandt vom „Thüringer Heimatschutz“, 2004 Wahl in den NPD Vorstand, seit 2008 Kontakt zu Björn Höcke.

Thomas Wulff: Hamburger Neonazi-Szene, ANS/NA, dann FAP, 2004 NPD Eintritt mit Thorsten Heise, steht für das Konzept „Volksfont von Rechts“, 2009 und 2011 Mitglied des erweiterten NPD Vorstands, 2016 Austritt aus der NPD weil sie nicht rechts genug war, mehrfach vorbestraft wegen Holocaustleugnung und Volksverhetzung.

Einige dieser Namen dürften euch geläufig sein, andere weniger. Wer noch tiefer einsteigen will, dem empfehle ich den Artikel der Belltower.News „Das Erbe der FAP“, ohne deren ausgezeichnete Recherche, dieser Artikel hier wohl nie zustande gekommen wäre. Die FAP wurde verboten, das rechte Gedankengut hingegen hat sich weiter verbreitet. Dieser Umstand zeigt uns, dass ein Verbot bestenfalls als ein Signal gewertet werden kann, dass in der BRD rechtes Gedankengut nicht erwünscht ist. Wie kann also ein weiteres Erstarken der neuen Rechten in der BRD verhindert werden?

Wenn wir ein Problem lösen wollen, genügt es nicht, die Symptome zu beseitigen. Ein Problem muss an der Wurzel, der Ursache gepackt werden. Ist die Ursache eines Problems beseitigt, verschwindet auch das Problem. Jeder, der schon mal Zahnschmerzen hatte, kann das bestätigen. Unser Problem hat vielfältige Ursachen, von daher kann es auch keine einfache Lösung geben. Zum einen haben wir eine mangelhaft bewältigte NS-Zeit und im Zuge dessen, eine mangelhafte Entnazifizierung. NS Gedankengut wurde über Generationen weiter getragen, innerhalb von Parteien (CDU, FDP, SPD und Grüne), innerhalb der Judikative und unendlich vielen Familien in diesem Land. Man kann also sagen, der Geist der NS Zeit blieb lebendig, schlummerte nach dem Krieg oder fand weniger Beachtung, weil die Menschen mit dem Wiederaufbau ihres Lebens beschäftigt waren und das Wirtschaftswunder genießen mussten.

Nach der Wende sah das schon wieder anders aus. Die neoliberale Politik der Nachwende Regierungen führte zu einer sozialen (wohl eher finanziellen) Schieflage in der BRD, hohe Arbeitslosigkeit, wenig erfolgversprechende Zukunftsaussichten, Hartz4, sich daraus ergebende fehlende Chancengleichheit, steigende Mieten, fehlende Investitionen in der Infrastruktur und seien wir mal ehrlich, keine Hoffnung auf eine baldige Verbesserung dieser Schieflage. Die Menschen, gerade in den strukturschwachen Regionen wie einige neue Bundesländer, aber auch das Ruhrgebiet, die ländlichen Gebiete von Rheinland-Pfalz usw. haben schon lange nicht mehr das Gefühl, dass sich die Politik für ihre Belange interessiert. Sie fühlen sich abgehängt. Da ist es nicht ganz unverständlich, wenn einige sich Parteien/Gruppierungen zuwenden, die A) direkt einen Schuldigen liefern können (und die historischen Ereignisse „Flüchtlingswelle“ 2015 boten da leider einen Nährboden, der den Rechten wie gerufen kam) und B) einfache Lösungen anbieten – „Wenn erst mal alle „Fremden“ weg sind, wird alles gut.“ Versteht mich bitte nicht falsch, das soll keine Entschuldigung sein, bestenfalls eine Erklärung.

Die Ursachen dürften auch an der Bundesregierung nicht spurlos vorbei gerauscht sein. Aber sie dachte nicht im Traum daran die Ursachen zu bekämpfen, vielmehr griff sie rechte Themen auf, machte sie zu ihren eigenen und verschlimmerte das Problem dadurch noch, weil nun auch noch der Vertrauensverlust der Wähler hinzu kam.

Völkisch-nationales Gedankengut verschwindet nur, wenn man ihm den Nährboden entzieht, nicht indem man es auch noch füttert. Ein weiteres Erstarken der Rechten lässt sich nur verhindern, wenn innerhalb der Regierung, aber auch innerhalb der Bevölkerung ein Paradigmenwechsel statt findet, hin zu einer sozial gerechten Gesellschaft, in der nicht mehr wirtschaftliche Zukunftsängste im Vordergrund stehen. Eine Bevölkerung ohne Angst lässt sich nicht so einfach instrumentalisieren.

Ein weiterer Punkt, der auch sehr wichtig ist, ist der Widerstand gegen Rechts aus der Bevölkerung heraus – Zivilcourage. Da ist jeder einzelne gefordert. Wir müssen wieder hin-sehen-nicht weg sehen; wir müssen unseren Mund aufmachen – nicht schweigen, denn nur durch das Schweigen der Mehrheit wurden die schon mal groß.

Organisiert euch!

Seid solidarisch!

Bringt euch irgendwie ein, schließt euch einer Partei an, einer antifaschistischen Gruppe, engagiert euch in der Flüchtlingshilfe, Nachbarschaftshilfe!

Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass jede rechte Gruppierung obsolet wird, denn die sind immer nur so stark wie die fehlende Gerechtigkeit in einem Land und die fehlende Solidarität innerhalb der Bevölkerung.

Schalom,
Hannah Kant (Gastautorin)

AFD: Parteiverbot? – Ein Kommentar

Sind Nazis Monster? – Ein Kommentar

Jeder, der sich mit dem Nationalsozialismus befasst hat, mit den Gräueltaten innerhalb der KZ‘s, Ghettos, Haftanstalten etc., fragt sich irgendwann unweigerlich: „Was waren das für Menschen, die zu so etwas fähig waren?“ Darf man die noch Menschen nennen? Oder sind das nicht doch Monster? Das wäre eine einfache, aber auch falsche Schlussfolgerung, denn Monster waren sie nicht. Ihre Taten aber waren genauso monströs wie das System, in dem sie lebten. Das waren ganz „normale“ Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Sie als Monster zu betrachten ist ebenso kurz gegriffen wie gefährlich. Warum ist das gefährlich und zu kurz gegriffen?

Zuerst muss man sich den historischen Kontext mal ansehen. Wie waren die Menschen zu dieser Zeit. Die Kaiserzeit war noch nicht allzu lange Geschichte und die Bürger wurden damals noch im Sinne des militaristischen Kaiserreiches erzogen – Zucht – Ordnung – Pflicht – Gehorsam – vereinfacht ausgedrückt. Viele der späteren Verbrecher waren ehemalige Soldaten, auf Gehorsam und Pflichterfüllung gedrillt. Die Menschen damals wurden dazu erzogen, gehorsam ihre Pflicht zu erfüllen. Einen Befehl zu kritisieren wäre für viele überhaupt nicht in Frage gekommen, geschweige denn, ihn zu verweigern. Das NS-Regime machte sich diesen Gehorsam zu Nutze und baute so ein Netz aus fleißigen Befehlsempfängern auf, in dem jeder eine kleine Aufgabe zu erfüllen hatte, bei der man das Große Ganze nicht im Blick haben musste, wenn man es nicht sehen wollte. Als Kontrollinstanz diente praktisch jeder folgsame Volksgenosse. So kam es dazu, dass Nachbarn Nachbarn bespitzelten, Arbeitskollegen ihren Nebenmann, Söhne und Töchter ihre Eltern usw.. Ohne diese gehorsamen Bürger*Innen hätte das Dritte Reich gar nicht funktionieren können. Um Juden, Anarchisten, Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit Einschränkungen und alle anderen verfolgten Randgruppen ausgrenzen zu können, wurden sie von der nationalsozialistischen Propaganda entmenschlicht, mit Parasiten gleich gesetzt – als Volksfeinde eingestuft. Erst entzog man ihnen die Rechte, dann das Geld, dann die Würde und zu guter Letzt wurden sie ermordet. Alles im Sinne eines „Gesunden Volkskörpers“.

Das alles bewegte sich auf dem Boden des Gesetzes, denn die Machthaber machen die Gesetze. Bestes Beispiel sind wohl die Nürnberger Rassegesetze [1]. Nach damals geltendem Recht war sogar der Holocaust in Deutschland legal. Wichtig ist auch die Tatsache, dass zu der damaligen Zeit der Antisemitismus ein weit verbreitetes Übel in ganz Europa war. Er wurde während dieser Zeit nicht so geächtet wie heute [2]. Warum also sind Nazis keine Monster? Ganz einfach, weil es keine Monster gibt. Monster/Ungeheuer sind fiktionale Fabelwesen aus der Mythologie. Meist nur von Superhelden zu besiegen. Die Täter von damals aber waren der nette Buchhalter von nebenan, der Bäckergeselle, oder die immer freundliche Frisörin wie Elisabeth Volkenrat, ehemalige KZ-Aufseherin, im Bergen-Belsen Prozess zum Tode verurteilt [3]. Diese Menschen haben ihre Taten begangen, weil sie gehorsam und unreflektiert Befehle befolgt haben. Privat waren sie liebevolle Familienväter, Schwestern, Brüder usw., die ihre Familien vor den „Parasiten“, die den gesunden „Volkskörper“ bedrohten, beschützen wollten. Das wohl einprägsamste Beispiel des gehorsamen Bürgers ist wohl Adolf Eichmann, der ab 1941 für die Organisation der Deportationen verantwortlich war und am 20. Januar 1942 das Protokoll der Wannseekonferenz führte. Er wusste also genau, worum es ging. Zur Verteidigung beim Prozess in Israel führte Eichmann immer wieder an, er hätte nach dem Führerprinzip lediglich Befehle befolgt, er sei in dem Sinne juristisch nicht schuldig, weil er niemals selbst einem Menschen das Leben genommen hatte [4]. Eichmann war kein Monster, Eichmann war nichts weiter als ein gehorsamer Buchhalter, der sich nicht einmal die Frage gestellt hat: „Ist das richtig, was ich hier mache?“ Auch die KZ Aufseher waren keine Monster, sie waren gehorsame Befehlsempfänger. Im KZ Auschwitz arbeiteten von Mai 1940 bis zur Befreiung durch die Rote Armee 1945 rund 10.000 SS-Angehörige als Wachmannschaft entweder außerhalb oder innerhalb des Lagers [5]. Alle haben nur Befehle befolgt. Und sie alle würden es wieder tun, wenn man es ihnen befehlen würde, wären sie heute noch dazu in der Lage. Und wir dürfen nicht vergessen, sie sahen ihre Opfer als Untermenschen, Volksschädlinge und Parasiten an. Sie waren so brutal, weil sie es konnten, weil sie innerhalb der Lager-Hierarchie die Macht inne hatten, das zu tun. In einem totalitären Regime kann jeder zum Täter werden, der unreflektiert Befehle ausführt und nicht nach der Richtigkeit, sondern nur nach der Legalität der angeordneten Taten fragt. Dies soll keine Entschuldigung sein, es dient nur zur Erklärung. Vom heutigen Standpunkt aus, fällt es uns leicht, zu sagen, das hätten wir nicht gemacht, wir wären sofort im Widerstand gewesen usw.. Dazu gehört aber sehr viel Mut, eine gut vernetzte Organisation und selbst die kann von Spitzeln unterwandert sein. Die Täter waren einfache Menschen und ihre Bosheit war banal, nicht radikal – sie haben weder nachgedacht, noch hinterfragt, hatten keine eigene Moral und Ethik. Sie haben nicht aus eigenem Antrieb gehandelt, waren kleine Rädchen in einem riesigen Apparat. Und genau das macht Menschen so gefährlich, das Fehlen einer eigenen Moral und die Unfähigkeit sowohl angeordnete Befehle in Frage zu stellen, als auch das eigene Verhalten zu reflektieren. Daher ist es so wichtig, in einer Demokratie wachsam zu sein, auch die Mächtigen in Frage zu stellen, ihre Gesetze genau unter die Lupe zu nehmen, sich zu informieren, diesen Informationen nur dann zu trauen, wenn sie auf tatsächlichem Wissen beruhen und vor allem, sich eine eigene Moral zu bilden im humanistischen Sinne.

Frage dich: „Ist das jetzt richtig oder nur legal?“  Traue dich, eigenständig zu denken, auch wenn deine Gedanken nicht denen der Mehrheit entsprechen! Und wenn du etwas als falsch erachtest, dann sprich es aus! In einer Demokratie kannst du das noch, in einer Diktatur kann dich das dein Leben kosten.

Nazis sind keine Monster, jeder von denen ist nichts weiter als Hänschen Klein, unfähig eigenständig zu denken, unfähig zu reflektieren und unfähig neue Verknüpfungen im Hirn zu bilden. „Monster“ wäre sowieso zu nett für Nazis.

„Das Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiter wuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.“
(Hannah Arendt, aus „Über das Böse“)

Sei kein Monster, sei radikal!

Schalom,
Hannah Kant

Quellen:
[1] http://www.judentum-projekt.de/geschichte/nsverfolgung/gesetze/
[2] https://www.deutschlandfunk.de/judenverfolgung-europaeischer-antisemitismus1880-1945.1310.de.html?dram:article_id=379815
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Volkenrath
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Eichmann-Prozess
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Personal_im_KZ_Auschwitz

Sind Nazis Monster? – Ein Kommentar

Deutschland: Ein Land in dem Faschismus blüht und Menschlichkeit stirbt – Ein Kommentar

Ist Faschismus wirklich wieder eine legitime Meinung in Deutschland? Immerhin werden Aktivisten der Antifa teilweise als „Terroristen“ bezeichnet, dabei wehren diese sich gegen Faschismus. Wie ungebildet muss man denn sein, um zu denken, dass Faschismus etwas Gutes ist?

In diesem Artikel der Zeit behauptet der Chef des Verfassungsschutzes, die AntiFa sei kurz davor „linksterroristisch“ zu werden. Darüber das „Combat 18“ erst nach zig Jahren verboten wurde, sagt er natürlich nichts. Das Rechte in Deutschland, nicht erst seit dem NSU, schon ewig terroristisch agieren, wird auch nicht erwähnt. Auf die Frage, wie viele Rechtsextreme für den Verfassungsschutz arbeiten, antwortet er, er dürfe darüber keine Auskunft geben. Das ist schlichtweg Unsinn. D.h. es arbeiten also wirklich Rechtsextreme beim Verfassungsschutz, und er weiß davon? Deutschland hat ein extremes Faschismus Problem, bis ganz tief in die Reihen des Establishments und der Bundespolitik. Das ist inzwischen klar wie Kloßbrühe. Das das inzwischen so klar sichtbar ist,  bekommen natürlich auch ganz viele faschistische Schlafschafe in Deutschland mit, die endlich wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen.

Wenn ich bei Facebook oder Twitter Kommentare lese, die Schwarzen, Asylanten oder Juden den tot wünschen, oder wollen das Greta Thunberg im Atlantik ersäuft, oder den Holocaust leugnen, fällt mir immer wieder auf, dass das völlig normale Menschen aus der „Mitte“ der Gesellschaft sind. Da posten allein erziehende Mütter mit zwei Kindern auf dem Arm, das Greta Thunberg ein widerliches Geschöpf ist, welches ins KZ gehört, so wie man das früher auch gemacht hat mit Wichtigtuern. Ihr alle kennt diese Art von Kommentaren, ich muss das hier wohl kaum weiter ausführen. Wundern tut mich das aber nicht mehr, denn die AFD haut solche Aussagen ja regelmäßig raus. Und wenn die das machen, machen das andere Idioten nach.
Die Menschen fangen also an genau das zu verleugnen, was sie zum Menschen macht: Mitgefühl. Man findet sie massenhaft in jedem Sozialen Netzwerk und jeder Medien- und Nachrichtenseite. Ganz besonders unter Artikeln, die sich mit dem Klimawandel, Asylanten oder Aktivisten jeglicher Art auseinandersetzten. Denn „Gutmenschen“, also Menschen die anderen Menschen etwas gutes tun wollen, sind in den Augen der Rechten in Wahrheit böse und schlecht. Argumente und Belege für diese Ideologie gibt es natürlich nicht. Das zieht sich durch die gesamte rechte Szene: Komplette Realitätsverweigerung und rigorose Unterdrückung von menschlichem Mitgefühl. Ganz besonders die fehlende Menschlichkeit ist in den letzten Jahren durch die AfD weiter forciert worden. Viele Menschen, vor allem aus dem Osten, sind wirtschaftlich abgehängt und leben in völlig bildungsfernen Milieus. Hierzu gibt es eine interessante statistische Erhebung über den Bildungsstand der einzelnen Bundesländer. Lustiger Weise schneidet der Osten, mit den wenigsten Asylaten, am schlechtesten beim Einbürgerungstest ab. Das spricht nicht gerade für die ganzen AFD Wähler im Osten die so unglaublich deutsch sein wollen.

Einbürgerungstest: Ossis schneiden schlechter ab als WessisWenn diese komplexbeladenen, wütenden Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, ein passendes Feindbild vorgesetzt bekommen, müssen sie nur noch drauf hauen um sich besser zu fühlen. Endlich sind sie mal mehr wert als Andere. Sie haben alle nichts mehr, außer ihre Nationalität. Mitgefühl oder Nächstenliebe, Nähe und Geborgenheit, Respekt und Liebe sind wohl nicht Usus im Leben dieser Hass erfüllten „Schlechtmenschen“.

Fazit: In Deutschland verlieren wir die wütenden, abgehängten Menschen an die Rechtsextremen. Die Nazis haben durch die AFD und den Rechtsruck das Gefühl endlich wieder gehört zu werden, dass gibt vielen Schlafschafen, die sich vorher aus Anstand noch nicht ganz getraut haben, den letzten Stoß in die falsche Richtung. Dann ist auch die letzte Bastion der Menschlichkeit im Inneren dieser Personen verloren gegangen und Menschenhass wird in den Köpfen dieser Faschisten wieder legitim. Im Grunde benötigen wir eine erneute Aufklärung und ein Systemwechsel, der dafür sorgt, dass es eben keine abgehängten Menschen 2. Klasse mehr gibt. Die AFD nutzt die Opfer des Kapitalismus‘ als ihre Fußsoldaten. Die Armee der Zombies schließt sich den Nazis an.

Also ich bin lieber „Gutmensch“ als „Schlechtmensch“.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Deutschland: Ein Land in dem Faschismus blüht und Menschlichkeit stirbt – Ein Kommentar

Rassistische Karnevalsrede bekommt Applaus: „Neger gehören nicht zum deutschen Volke“ – Ein Kommentar

„Wo zur Hölle sind wir gelandet, dass solche miesen Faschisten auf Karneval Festen Nazireden halten können? Und was zur Hölle sind das für Menschen die da Karneval feiern? Die Menschen aus Sachsen-Anhalt die da applaudiert haben sollten sich den Rest ihres Lebens schämen!“

Ein Unglaublicher Bericht hat uns aus Sachsen-Anhalt erreicht. Der Focus berichtete, dass in einer Büttenrede eines Narrenbundes aus Sachsen-Anhalt, vorgetragen von Holger Brauns, unsäglich diskriminierend über „Neger“ und „Asylanten“ gewitzelt wurde. Die Ehrenpräsidentin des Vereins nannte die Rede sogar „widerlich“. In dieser Büttenrede sagt Holger Brauns Dinge wie:

„Da geht ein Neger in den Supermarkt und kauft sich eine Packung Negerküsse. Beim Rausgehen fällt ihm die Packung runter und alle Negerküsse rollen raus. Da kommt eine Oma angelaufen, tritt alle Negerküsse kaputt und sagt: Du legst hier keine Eier, Freundchen, du nicht!“

oder

„Auf dem Bundestag steht „dem deutschen Volke“, Nordafrika gehört nicht zu Deutschland.“

Zudem erzählte er eine Geschichte mit einer Fee und einem Asylanten, die nicht nur den Asylanten als gierig darstellte, sondern auch noch betonte, Ausländer bekämen in Deutschland im Gegensatz zu Deutschen massenhaft Leistungen ohne Gegenleistung. Holger Brauns verbreitete also in der freien Öffentlichkeit heftige, illegale, faschistische und rechtsextreme Hetze gegen nicht deutsch aussehende Menschen und bekommt in Sachsen-Anhalt sogar Applaus dafür. Wo zur Hölle sind wir gelandet, dass solche miesen Faschisten auf Karneval Festen Nazireden halten können? Und was zur Hölle sind das für Menschen die da Karneval feiern? Die Menschen aus Sachsen-Anhalt die da applaudiert haben sollten sich den Rest ihres Lebens schämen! Unsägliches Leid müssen tausende Familien auf der Flucht heute aushalten, weil wir im Westen mit unserem kapitalistischen Ausbeutungsprinzip die ganze Welt zerstören und alle in Kriege verwickeln. Linke aller Länder, vereinigt euch gegen die Faschisten! Wehret den Anfängen!

Hier noch der Links zum Artikel von Focus Online: „Kommt ein Neger in den Supermarkt“

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Rassistische Karnevalsrede bekommt Applaus: „Neger gehören nicht zum deutschen Volke“ – Ein Kommentar

Deutsche Hochkultur: Saufen, Rasen, Pöbeln – Hass statt Empathie und Meinung statt Fakten – Ein Kommentar

„Ich bin der festen Überzeugung, dass die rechte Szene ein enormes Intelligenz- und Bildungsproblem hat.“

Wenn dem Menschen die Dinge fehlen, die ihn zum Menschen machen, klammert er sich an das letzte was immer bedingungslos bleibt: Die Nationalität. Zumindest lässt sich das zur Zeit am Zustand und Verhalten der rechten, nationalistischen Szene ablesen. Wenn sich die gesamte rechte Szene durch eines ganz besonders auszeichnet, dann dadurch, dass sie extrem inhuman ist. Es ist zum Beispiel Usus in der rechten Szene Greta Thunberg das Existenzrecht abzusprechen. Erwachsene Menschen opfern Ihre Freizeit, um minderjährige, engagierte, intelligente Mädchen mit Hass zu überschütten. Ich bin der festen Überzeugung, dass die rechte Szene ein enormes Intelligenz- und Bildungsproblem hat. Wenn es weiterhin politische Manier bleibt, sämtliche weltliche Realitäten zu missachten und Meinungen als Fakten zu verkaufen, um noch mehr hörige Wähler zu generieren, endet unser Land als Hochburg der Vollidioten und Psychopathen, weil jeder Mensch, der über Empathie und Intelligenz verfügt, das Land verlassen würde. Man kann in seinem Leben also alles falsch machen, nichts erreichen und nur Schlechtes tun, die Nationalität bleibt und das wissen die führenden Nazis. Sie verstehen es desillusionierten Menschen eine Aufgabe zu geben. Plötzlich fühlen sich die ständigen Verlierer der Gesellschaft enorm wichtig und zugehörig. Die rechte Szene ist eine Gemeinschaft, in der man nichts können muss um sich einzubringen. Deutsch sein reicht völlig. Der Nationalstolz wird Ihnen an ihr verkümmertes Herz genäht. Auch ein Mörder mit deutschem Pass ist eben ein deutscher Mörder. Wenn man heute in die Kommentarsektionen öffentlicher Berichterstattungen schaut, wundert man sich, dass sich Menschen zuerst an ihre Nationalität erinnern und nicht daran, dass Sie in erster Linie Menschen sind die auch menschlich handeln sollten. Gegen was haben die ganzen Neo-Faschisten rund um AfD und Co. ihr Herz eigentlich eingetauscht? Wahrscheinlich gegen neue Springerstiefel oder Bier. Der Hass und die Hetzte werden immer heftiger. Ganz besonders gegen Menschen, die für das exakte Gegenteil kämpfen: Liebe, Aufklärung und Frieden. Hier ein paar Auszüge aus der Kommentarsektion unter einem Artikel der Mitteldeutschen Zeitung, die Greta Thunberg zum 17. Geburtstag gratuliert.

„diese mistgöre braucht kein mensch!!“ – Lina. S
„scheiss ökofaschisten solln liba zur schule gehen“ – Berndt K.
„da haben wohl die Kondomme versargt“ – Timo S.
„alle einsperren diese ganzen besserwisser“ – Trixie B.
„interessiert mich nicht! ich hab auch geburtstag!“ – Katrin S.
„diese drecksgöre nervt. die hat doch garnichts geleistet. tolle heilige!“ – Norbert L.
„wieso gibt man dieser göre so eine Plattform?!“ – Laszlo L.

Ich könnte hier Ewigkeiten weiter Zitieren, aber dann müsste ich mich wahrscheinlich mit der Zeit übergeben. Wie man hier sieht, werden sogar minderjährige Kinder die einfach nur wahnsinnig intelligent und engagiert sind auf das übelste verunglimpft. Sogar Morddrohungen sind an der Tagesordnung für unendlich viele, engagierte Menschen rund um die Welt. Es wird Zeit die übrige Vernunft und Liebe auf der Welt zu vereinigen. Wir rufen auf zur absoluten Zivilcourage und Nächstenliebe. Im K(r)ampf gegen rechts haben wir den komplizierteren Part, denn wir müssen Hass erfüllten Menschen die Liebe beweisen. Nutzen wir unsere Herzen und ersticken den Schwachsinn der Neo-Faschisten.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Deutsche Hochkultur: Saufen, Rasen, Pöbeln – Hass statt Empathie und Meinung statt Fakten – Ein Kommentar

14.000 Menschen gehen in Bielefeld gegen Nazis auf die Straße – DANKE!

„Wir wollen uns im Namen aller anderer jüdischer Menschen in Deutschland bedanken und verneigen uns vor eurem Mitgefühl, eurer Courage und eurem Herz. Danke!“

Wir vom Übermensch.Blog berichteten den gesamten Verlauf der Gerichtsverhandlungen der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck und auch den Mindener Gerichtsentscheid der den Nazi Aufmarsch am 9. November diesen Jahres erst möglich machte.

Für uns vom Übermensch.Blog ist das Judentum in Deutschland ein persönliches Herzensthema, welches wir enthusiastisch verfolgen und deshalb selbstverständlich vehement gegen Antisemitismus und Faschismus kämpfen! Die gesamte Berichterstattung war teilweise sehr emotional und erschreckend, umso berührter sind wir jetzt, wenn wir sehen, wie viele Menschen in Bielefeld und ganz Deutschland Hand in Hand gegen den braunen Sumpf kämpfen! Wir wollen uns im Namen aller anderer jüdischer Menschen in Deutschland bedanken und verneigen uns vor eurem Mitgefühl, eurer Courage und eurem Herz. Danke!

Im Anhang eine tolle Berichterstattung des WDR, welche die Impressionen und Aussagen der Bielefelder Menschen sehr gut einfängt.

In Liebe, Schalom,
Das Übermensch.Blog-Team

14.000 Menschen gehen in Bielefeld gegen Nazis auf die Straße – DANKE!

Verwaltungsgericht Minden erlaubt Nazi-Aufmarsch zur Reichsprogromnacht am 9. November – Ein Kommentar

„In den vergangenen Jahren entwickelte sich Haverbeck zu einer fanatischen Holocaustleugnerin. Deswegen wurde sie zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Seit Mai 2018 ist sie in der JVA Bielefeld Brackwede inhaftiert. Die extreme Rechte stellt die braune Seniorin als Dissidentin dar, die angeblich wegen der falschen Meinung im Gefängnis sitzt. Im vergangenen Jahr zogen etwa 350 Neonazis am 9. November durch Bielefeld. Wenn es nach den Behörden der Stadt gegangen wäre, hätten sich diese Szenen in diesem Jahr nicht wiederholen sollen. Die Polizei wollte den rechten Aufmarsch mit Verweis auf das historische Datum verbieten. Doch das Verwaltungsgericht Minden kippte das Verbot mit der Begründung, dass das Thema der geplanten Demonstration »keine Stoßrichtung gegen das Gedenken an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft
aufweist«.“  – http://www.neues-deutschland.de

Wir vom Übermensch.Blog haben in der Vergangenheit bereits über die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck berichtet (Ursula Haverbeck erneut verurteilt in Haft) und waren erfreut darüber, dass ein Gericht diese schreckliche Frau weiterhin ins Gefängnis steckte. Jetzt ereignen sich jedoch leider Gottes schreckliche Neuigkeiten.

Ursula Haverbeck ist in der Nazi-Szene weiterhin eine heilige die es zu verehren gilt. Da Ursula Haverbeck am 8. November ihren 91. Geburtstag feiert, nutzen die Nazis diesen Vorwand um in die „Reichsprogromnacht“ hinein zu feiern. Das klingt nicht nur widerlich, dass ist widerlich. Und viel schrecklicher ist, dass ein deutsches Gericht in Minden einen Aufmarsch am 9. November dieses Jahres erlaubt, mit dem Hinweis, dass die Nazis ja wegen Ursula Haverbecks Geburtstag marschieren, und nicht wegen der „Reichsprogromnacht“. Der Geburtstag ist jedoch einen Tag vorher, liebes Gericht. Diese Argumentation ist sowas von an den Haaren herbeigezogen, dass man sich die Frage stellen muss, wer an diesem Gericht Urteile spricht, denn höchstwahrscheinlich sind diese Entscheider stramm rechte Nazis, die einen Aufmarsch am 9. November befürworten. Etwas anderes lässt sich da nicht herauslesen. Die einzige Reaktion die jeder Mensch von der Justiz erwartet hätte, wäre ein striktes Aufmarsch-Verbot, an diesem Denkwürdigen Datum, an dem Millionen Juden und Jüdinnen getötet und verjagt worden sind. Millionen Existenzen wurden an einem Tag zerstört.

Wir vom Übermensch.Blog beten am 9. November für die geschundenen Seelen und rufen jeden dazu auf, die Taten dieses Gerichts zu verurteilen und an der Gegendemonstration teil zu nehmen! Die deutsche Justiz darf…

#keinenmillimeternachrechts …rücken.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Verwaltungsgericht Minden erlaubt Nazi-Aufmarsch zur Reichsprogromnacht am 9. November – Ein Kommentar