Attila Hildmann feiert Hitler – Über 17.400 Menschen feiern mit – Ein Kommentar

„Von 26.389 Teilnehmern an der Umfrage, finden 66%, dass Angela Merkel schlimmer ist, als Adolf Hitler es war. Das sind 17424 Menschen. Erst als ich das gesehen habe, entschloss ich mich dazu doch einen Beitrag über Hildmann zu schreiben. Denn hochgerechnet auf die 66.000 Gruppenmitglieder, wären das 43.560 Adolf Hitler Fans in Hildmans Telegram-Gruppe. Ich denke, damit ist das Problem erfasst.“

Schon wieder konnte der rechtsradikale, antisemitische Verschwörungstheoretiker Atilla Klaus Peter Hildmann in Berlin am Samstag unter Polizeischutz einen Autokorso veranstalten, um danach eine hetzerische, antisemitische und rechtsradikale Kundgebung abzuhalten. Das macht Hildmann regelmäßig immer wieder an Samstagen. An seinem Auto hängt dann immer eine große Reichskriegsflagge mit dem Spruch „Treue um Treue“, was sehr an den Leitspruch der SS erinnert.

HildmannAuto

Das Ziel des Autokorsos war diesmal der Lustgarten in Berlin, wo Atilla Klaus Peter Hildmann dann wie jedesmal seine hetzerischen, rechtsradikalen, verschwörerischen und antisemitischen Reden hält. Unter anderem drohte Hildmann, falls er einmal Reichskanzler sein sollte, dass er Volker Beck zum Tode verurteilen würde, durch Tritte in seinen Intimbereich. Noch dazu behauptete er auf mehreren Kundgebungen direkt vor der Polizei, das Adolf Hitler ein Segen für Deutschland war im Gegensatz zu der kommunistischen Angela Merkel.

„Auf der Kundgebung mit etwa 150 Anhängern sagte Hildmann öffentlich, „wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertretet auf einem öffentlichen Platz.“ Auf via Twitter und im Internet verbreiteten Videos unter anderem vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) und dem Zentrum demokratischer Widerspruch (democ) ist zu hören und zu sehen, wie das Publikum Hildmann lautstark zustimmt.“ – rbb24.de

Zusätzlich setzte Hildmann auf Youtube und seinen Kundgebungen Kopfgelder auf Leute aus, die wohl anscheinend aus der AntiFa-Szene stammen sollen und mutmaßlich seinen Laden beschmiert hätten.

Nachdem Hildmann zuletzt Kopfgelder auf Hinweise zu Personen, die er der Antifa-Szene zurechnet, ausgesetzt hatte, waren mehrere Strafanzeigen bei der Polizei Brandenburg eingegangen, wie diese auf Twitter bestätigte: „Eine Strafbarkeit wurde bisher durch die Staatsanwaltschaft verneint“, heiß es; die Ermittlungen würden aber weiterlaufen. – taz.de

Ich verlinke euch hier einmal zwei kurze Videos von den oben bereits genannten Organisationen „Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)“ und dem „Zentrum demokratischer Widerspruch (democ)“. Trotz starker antisemitischer und hetzerischer Bedrohungen und Beleidigungen von rechtsradikalen Teilnehmern, haben es die JFDA und democ. dennoch geschafft diese Videos aufzuzeichnen:

und

In einer Telegram Gruppe mit über 66.000 Teilnehmern schreibt Hildmann ununterbrochen den ganzen Tag sehr viele Nachrichten, die völlig wirre Verschwörungstheorien und jede Menge rechtsradikales Gedankengut beinhalten. Er nutzt die Gruppe auch willkürlich gegen alles, was er boykottieren möchte. Er führt seine eigene kleine Nazi-Armee über Telegram. Was mir wirklich Sorgen bereitet, ist eine Umfrage, die Hildmann selbst in seiner Gruppe initiiert hat. Hier ein Screenshot davon:

HitlerbesserMerkel

Von 26.389 Teilnehmern an der Umfrage, finden 66%, dass Angela Merkel schlimmer ist, als Adolf Hitler es war. Das sind 17424 Menschen. Erst als ich das gesehen habe, entschloss ich mich dazu doch einen Beitrag über Hildmann zu schreiben. Denn hochgerechnet auf die 66.000 Gruppenmitglieder, wären das 43.560 Adolf Hitler Fans in Hildmanns Telegram-Gruppe. Ich denke damit ist die Spannweite des Problems erfasst. Die Staatsanwaltschaft sollte dringend einschreiten und dem Nazi-Spuk ein Ende setzen, bevor Hildmann seine Gewaltandrohungen in die Tat umsetzt. Wenn man die Texte von Hildmann, die er im Minutentakt in seiner Telegram-Gruppe postet, liest, hat man sofort das Gefühl, das da jemand schreibt, der psychisch nicht ganz gesund ist. Meiner Meinung nach ist Hildmann durch seinen unklaren psychischen Gesundheitszustand eine tickende Zeitbombe. Falls er wirklich an einer unerkannten psychischen Krankheit leidet, könnte eine vermeintliche Verhaftung in völliger Eskalation enden. Ein mutmaßlich paranoider Psychotiker, der im Krieg ist mit der gesamten Welt, ist durch Logik und Gesetzte nur schwer aufzuhalten. Hildmann selbst hat bereits gesagt, dass er sich auf den Krieg gegen die „Kommunisten“ und „Bolschewiken“ der Merkel-Regierung vorbereitet hat.

Unglaublich ist auch, was er über den 1. Weltkrieg sagt.

DeutschlandVerrat

Das ganze garniert der rechtsradikale Vegan-Koch mit jeder Menge antisemitischer und verschwörungstheoretischer Kirschen, die ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten möchte.

Meiner Meinung nach hat Atilla Klaus Peter Hildmann schon längst die Grenzen des rechtlich und menschlich Hinnehmbaren überschritten. Ich denke, das viele seiner Aussagen, sowohl online als auch offline auf den Kundgebungen, juristisch relevant sind. Zum Glück gibt es ja, wie oben bereits berichtet, jede Menge Anzeigen gegen Hildmann, die signalisieren, dass sich viele Menschen das nicht mehr gefallen lassen wollen. Die Beweise werden immer mehr und die Kundgebungen von Hildmann auch. Es ist unglaublich, dass die Staatsanwaltschaft so lange dabei zuschaut, wie jemand Hitler öffentlich feiert und den Holocaust relativiert. Ich könnte verstehen, wenn die Staatsanwaltschaft erst noch weiter sammeln möchte für ein starkes Urteil, jedoch denke ich, dass die Auswirkungen auf die rechte Szene zu hoch sind, um noch länger zu warten. Noch dazu hat Hildmann jede Menge Journalisten bedroht und beleidigt. Darunter auch das jüdische Forum. Was die Staatsanwaltschaft dazu sagt ist meiner Auffassung nach eine Farce.

Hildmann hetzte zudem gegen eine „gleichgeschaltete rote Presse“. Aggressive Anhänger*innen störten die Berichterstattung unabhängiger Pressevertreter*innen, etwa vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus und dem Zentrum Demokratischer Widerspruch (democ). Ein Eingreifen der Polizei zum Schutz der Pressefreiheit blieb aus. Bereits Ende Juni waren Journalist*innen durch Hildmann und weitere Teilnehmer*innen derart massiv bedroht und bedrängt worden, dass sie ihre Arbeit abbrechen mussten. – taz.de

Wenn die Staatsanwaltschaft und die Polizei nicht langsam in Wallung kommt, um die Pressefreiheit und die Sicherheit der deutschen BürgerInnen zu schützen, werden aus ca. 43.000 Hitler-Fans langsam und allmählich immer mehr, bis Hildmann eine paramilitärische Nazi-Horde aufgebaut hat, die nur darauf wartet sich mit dem deutschen Staat gewaltsam auseinander zu setzen. Fehlen der Bundeswehr nicht 60.000 Schuss Munition? Und was war bzw. ist da los mit der Polizei in Sachsen? Ein kleines Zitat aus einem Artikel vom MDR.

Die mutmaßlich rechtsextremistische Gruppe „Nordkreuz“ aus Mecklenburg-Vorpommern soll Hunderte Morde geplant haben. Bei Durchsuchungen im Sommer 2019 waren beim Anführer der Gruppe, einem ehemaligen SEK-Beamten, Waffen und über 50.000 Schuss Munition gefunden worden. Zum Teil stammte diese aus Beständen von Polizeibehörden aus Sachsen und anderen Bundesländern. Wie die Munition dorthin gelangt ist, ist bisher unklar. Und sie wurde offenbar nicht einmal vermisst. – mdr.de

Fazit: Wir haben in Deutschland ein seit Jahren immer stärker werdendes Problem mit Rechtsradikalismus, Antisemitismus und strukturellem Rassismus in der Bevölkerung und leider auch in den Behörden, der Justiz, der Politik und der Exekutive. Die AfD freut sich über Leute wie Hildmann, denn der sorgt für noch mehr Wähler, die den etablierten Parteien einfach nur Schaden wollen, ohne weiter über die Konsequenzen nachzudenken. Die Konservativen der CDU/CSU und FDP fliegen sowieso in einer anderen Realität, denn die wollen den Verfassungsschutz am liebsten dauerhaft auf den, offensichtlich kaum vorhandenen, „Linksradikalismus“ in Deutschland ansetzen. Das nenne ich eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für den Verfassungsschutz, während mitten in Berlin, im Jahre 2020, eine Horde Nazis in der Öffentlichkeit, unter Polizeischutz, Hitler feiert. Hildmann ist nur einer der rechten Clowns in der gesamten rechten Szene, der jedoch zur Zeit großen Einfluss hat auf viele Rechte in Deutschland. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Nazis sich freuen, dass es endlich wieder jemanden gibt, dem sie blind folgen können. Dabei ist Hildmann nicht mal ein guter Rhetoriker bzw. Redner. Er brüllt einfach nur viel Unsinn und wiederholt diesen immer wieder.

Was muss also noch alles passieren, bis die Regierung endlich erkennt, wie groß das Rechtsradikalismus-Problem in Deutschland wirklich ist? Wir stark muss der Antisemitismus noch werden? Wie viele Todesdrohungen müssen Politiker noch bekommen? Sollen noch mehr Attentate auf Synagogen oder Moscheen geschehen? Es reicht!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Attila Hildmann feiert Hitler – Über 17.400 Menschen feiern mit – Ein Kommentar

Sind Nazis Monster? – Ein Kommentar

Jeder, der sich mit dem Nationalsozialismus befasst hat, mit den Gräueltaten innerhalb der KZ‘s, Ghettos, Haftanstalten etc., fragt sich irgendwann unweigerlich: „Was waren das für Menschen, die zu so etwas fähig waren?“ Darf man die noch Menschen nennen? Oder sind das nicht doch Monster? Das wäre eine einfache, aber auch falsche Schlussfolgerung, denn Monster waren sie nicht. Ihre Taten aber waren genauso monströs wie das System, in dem sie lebten. Das waren ganz „normale“ Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Sie als Monster zu betrachten ist ebenso kurz gegriffen wie gefährlich. Warum ist das gefährlich und zu kurz gegriffen?

Zuerst muss man sich den historischen Kontext mal ansehen. Wie waren die Menschen zu dieser Zeit. Die Kaiserzeit war noch nicht allzu lange Geschichte und die Bürger wurden damals noch im Sinne des militaristischen Kaiserreiches erzogen – Zucht – Ordnung – Pflicht – Gehorsam – vereinfacht ausgedrückt. Viele der späteren Verbrecher waren ehemalige Soldaten, auf Gehorsam und Pflichterfüllung gedrillt. Die Menschen damals wurden dazu erzogen, gehorsam ihre Pflicht zu erfüllen. Einen Befehl zu kritisieren wäre für viele überhaupt nicht in Frage gekommen, geschweige denn, ihn zu verweigern. Das NS-Regime machte sich diesen Gehorsam zu Nutze und baute so ein Netz aus fleißigen Befehlsempfängern auf, in dem jeder eine kleine Aufgabe zu erfüllen hatte, bei der man das Große Ganze nicht im Blick haben musste, wenn man es nicht sehen wollte. Als Kontrollinstanz diente praktisch jeder folgsame Volksgenosse. So kam es dazu, dass Nachbarn Nachbarn bespitzelten, Arbeitskollegen ihren Nebenmann, Söhne und Töchter ihre Eltern usw.. Ohne diese gehorsamen Bürger*Innen hätte das Dritte Reich gar nicht funktionieren können. Um Juden, Anarchisten, Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit Einschränkungen und alle anderen verfolgten Randgruppen ausgrenzen zu können, wurden sie von der nationalsozialistischen Propaganda entmenschlicht, mit Parasiten gleich gesetzt – als Volksfeinde eingestuft. Erst entzog man ihnen die Rechte, dann das Geld, dann die Würde und zu guter Letzt wurden sie ermordet. Alles im Sinne eines „Gesunden Volkskörpers“.

Das alles bewegte sich auf dem Boden des Gesetzes, denn die Machthaber machen die Gesetze. Bestes Beispiel sind wohl die Nürnberger Rassegesetze [1]. Nach damals geltendem Recht war sogar der Holocaust in Deutschland legal. Wichtig ist auch die Tatsache, dass zu der damaligen Zeit der Antisemitismus ein weit verbreitetes Übel in ganz Europa war. Er wurde während dieser Zeit nicht so geächtet wie heute [2]. Warum also sind Nazis keine Monster? Ganz einfach, weil es keine Monster gibt. Monster/Ungeheuer sind fiktionale Fabelwesen aus der Mythologie. Meist nur von Superhelden zu besiegen. Die Täter von damals aber waren der nette Buchhalter von nebenan, der Bäckergeselle, oder die immer freundliche Frisörin wie Elisabeth Volkenrat, ehemalige KZ-Aufseherin, im Bergen-Belsen Prozess zum Tode verurteilt [3]. Diese Menschen haben ihre Taten begangen, weil sie gehorsam und unreflektiert Befehle befolgt haben. Privat waren sie liebevolle Familienväter, Schwestern, Brüder usw., die ihre Familien vor den „Parasiten“, die den gesunden „Volkskörper“ bedrohten, beschützen wollten. Das wohl einprägsamste Beispiel des gehorsamen Bürgers ist wohl Adolf Eichmann, der ab 1941 für die Organisation der Deportationen verantwortlich war und am 20. Januar 1942 das Protokoll der Wannseekonferenz führte. Er wusste also genau, worum es ging. Zur Verteidigung beim Prozess in Israel führte Eichmann immer wieder an, er hätte nach dem Führerprinzip lediglich Befehle befolgt, er sei in dem Sinne juristisch nicht schuldig, weil er niemals selbst einem Menschen das Leben genommen hatte [4]. Eichmann war kein Monster, Eichmann war nichts weiter als ein gehorsamer Buchhalter, der sich nicht einmal die Frage gestellt hat: „Ist das richtig, was ich hier mache?“ Auch die KZ Aufseher waren keine Monster, sie waren gehorsame Befehlsempfänger. Im KZ Auschwitz arbeiteten von Mai 1940 bis zur Befreiung durch die Rote Armee 1945 rund 10.000 SS-Angehörige als Wachmannschaft entweder außerhalb oder innerhalb des Lagers [5]. Alle haben nur Befehle befolgt. Und sie alle würden es wieder tun, wenn man es ihnen befehlen würde, wären sie heute noch dazu in der Lage. Und wir dürfen nicht vergessen, sie sahen ihre Opfer als Untermenschen, Volksschädlinge und Parasiten an. Sie waren so brutal, weil sie es konnten, weil sie innerhalb der Lager-Hierarchie die Macht inne hatten, das zu tun. In einem totalitären Regime kann jeder zum Täter werden, der unreflektiert Befehle ausführt und nicht nach der Richtigkeit, sondern nur nach der Legalität der angeordneten Taten fragt. Dies soll keine Entschuldigung sein, es dient nur zur Erklärung. Vom heutigen Standpunkt aus, fällt es uns leicht, zu sagen, das hätten wir nicht gemacht, wir wären sofort im Widerstand gewesen usw.. Dazu gehört aber sehr viel Mut, eine gut vernetzte Organisation und selbst die kann von Spitzeln unterwandert sein. Die Täter waren einfache Menschen und ihre Bosheit war banal, nicht radikal – sie haben weder nachgedacht, noch hinterfragt, hatten keine eigene Moral und Ethik. Sie haben nicht aus eigenem Antrieb gehandelt, waren kleine Rädchen in einem riesigen Apparat. Und genau das macht Menschen so gefährlich, das Fehlen einer eigenen Moral und die Unfähigkeit sowohl angeordnete Befehle in Frage zu stellen, als auch das eigene Verhalten zu reflektieren. Daher ist es so wichtig, in einer Demokratie wachsam zu sein, auch die Mächtigen in Frage zu stellen, ihre Gesetze genau unter die Lupe zu nehmen, sich zu informieren, diesen Informationen nur dann zu trauen, wenn sie auf tatsächlichem Wissen beruhen und vor allem, sich eine eigene Moral zu bilden im humanistischen Sinne.

Frage dich: „Ist das jetzt richtig oder nur legal?“  Traue dich, eigenständig zu denken, auch wenn deine Gedanken nicht denen der Mehrheit entsprechen! Und wenn du etwas als falsch erachtest, dann sprich es aus! In einer Demokratie kannst du das noch, in einer Diktatur kann dich das dein Leben kosten.

Nazis sind keine Monster, jeder von denen ist nichts weiter als Hänschen Klein, unfähig eigenständig zu denken, unfähig zu reflektieren und unfähig neue Verknüpfungen im Hirn zu bilden. „Monster“ wäre sowieso zu nett für Nazis.

„Das Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiter wuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.“
(Hannah Arendt, aus „Über das Böse“)

Sei kein Monster, sei radikal!

Schalom,
Hannah Kant

Quellen:
[1] http://www.judentum-projekt.de/geschichte/nsverfolgung/gesetze/
[2] https://www.deutschlandfunk.de/judenverfolgung-europaeischer-antisemitismus1880-1945.1310.de.html?dram:article_id=379815
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Volkenrath
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Eichmann-Prozess
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Personal_im_KZ_Auschwitz

Sind Nazis Monster? – Ein Kommentar

EILMELDUNG: Antisemitisches Attentat in Halle vom 27-jährigen Stefan B. – Zwei Menschen sterben

Nach den tödlichen Schüssen in Halle nahe einer Synagoge mit zwei Toten hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen in Sachsen erhöht. „Aufgrund der aktuellen Ereignisse in Halle haben wir die Schutzmaßnahmen für die Dresdner Synagoge und den jüdischen Friedhof erhöht“, sagte Polizeisprecher Marko Laske – MDR SACHSEN

(Beitragsbild von faz.net)

Erst heute Mittag haben wir darüber berichtet, dass die bekannte 90-jährige Holocaust-Leugnerin Urusula Haverbeck, die seit Mai 2018 wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung in Haft sitzt, keine vorzeitige Haftentlassung bekommt. Darüber war die Freude in unserer Redaktion groß, bis wir von der schrecklich Bluttat in Halle und Landsberg hörten. In Halle wurde vor der Synagoge auf einem Friedhof ein Sprengsatz gezündet und mehrfach auf jüdische Mitmenschen geschossen. Der Täter trug einen Kampfanzug und wollte schwer bewaffnet in die Synagoge eindringen. Dabei gab es mindestens zwei Tote. Eine Frau und einen Mann. Auch in Landsberg soll es Berichten zu Folge zu Schießereien gekommen sein. Neuigkeiten ergeben, dass es sich bei dem Täter um den 27-jährigen Stefan B. aus Sachsen-Anhalt handelt. Er wurde heute späten Nachmittag auf der Bundesstraße 91 festgenommen. Es handelt sich also um einen Einzeltäter.

Wir hoffen das das anstehende Chanukka-Fest in Leipzig gut geschützt wird vor den Nazi-Schergen! Nun bitten wir alle unsere Leser: Setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus und macht mit bei #kippatragen, um sich mit der jüdischen Bevölkerung zu solidarisieren und keinen Raum für rechtes Gedankengut zu lassen.

Schalom!

EILMELDUNG: Antisemitisches Attentat in Halle vom 27-jährigen Stefan B. – Zwei Menschen sterben

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck bekommt keine Haftentlassung

„Ursula Haverbeck sitzt seit Mai 2018 wegen mehrfacher Holocaust-Leugnung und Volksverhetzung im geschlossenen Vollzug in Bielefeld-Brackwede.“

(Das Beitragsbild ist von deutschlandfunk.de)

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck bekommt keine Haftentlassung, entschied das Oberlandesgericht in Hamm am Dienstag dieser Woche. Ursula Haverbeck sitzt seit Mai 2018 wegen mehrfacher Holocaust-Leugnung und Volksverhetzung im geschlossenen Vollzug in Bielefeld-Brackwede. Die neunzig Jahre alte Ursula Haverbeck stilisierte sich selbst zu einer angeblichen „Zeitzeugen-Ikone“ in der rechtsextremistischen Szene. Sie hielt Jahre lang Seminare und Vorträge in einschlägig rechten Kreisen vor Publikum was genau das zu hören bekam, was es schon immer hören wollte: Den Holocaust gab es nicht. Haverbeck bringt mit ihren Aussagen aber nicht nur das Fass zum überlaufen, nein, Ursula Haverbeck überschwemmt den ganzen Saal wenn Sie wie so oft laut vor Kameras ruft: „Der Holocaust ist die größte Lüge Geschichte der Menschheit!“. Es gibt bestimmt eine Menge Leute in der Nazi-Szene die sich über das erneute Urteil gegen Haverbeck aufregen.

Glücklicherweise reagiert die Justiz irgendwann völlig richtig und steckte diese schreckliche Frau in den Knast. Wir vom Übermensch Blog hoffen das Frau Haverbeck noch lange da bleibt und die Zeit nutzt, über den Schwachsinn nach zu denken, den sie verzapft hat. Wir wünschen Frau Haverbeck trotzdem den Mut und die Intelligenz einzusehen, dass Sie Fehler gemacht hat, die kaum wieder gut zu machen sind. Trotzdem sollte sie sich zusammen nehmen und sich bei der jüdischen Bevölkerung dieser Erde entschuldigen.

Anbei hinterlassen wir euch einen Link zu einem Beitrag von den Kollegen vom ARD über Ursula Haverbeck. Sehr guter Beitrag der klasse aufzeigt wie verschroben diese Frau ist.

In diesem Sinne,
Schalom!

Beitrag über Ursula Haverbeck vom ARD:

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck bekommt keine Haftentlassung

Das Judentum ist ein fester Bestandteil deutscher Kultur – Essay

„Jiddisch ist eine Sprache die ihr alle mehr sprecht als ihr denkt.“

Studien zeigen, dass der Antisemitismus in Deutschland in den vergangenen Jahren rückläufig war. Aktuell nimmt die Zahl der judenfeindlichen Taten laut Bundesinnenministerium allerdings wieder zu.“ – Zeit.de

Leider Gottes hat die neoliberale Stillstandspolitik der Merkel-Ära dafür gesorgt, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, was natürlich seit Jahren für große Unzufriedenheit vor allem im Osten Deutschlands geführt hat. Die Folgen sind eindeutig: Der Rechtsruck ist in ganz Europa deutlich zu beobachten. Die Menschen fühlen sich nicht ernst genommen und abgehängt. Das Ohnmachtsgefühl dieser verunsicherten Menschen äußert sich meist durch Wut und Hass, was in Verbindung mit schlechter Bildung und viel Langeweile eine hoch explosive Mischung darstellt. Auf der Basis dieser abgehängten, schlecht gebildeten Teile der Bevölkerung blühen gefährlich abstruse Ideen und Wahnvorstellungen. Neid und Missgunst gegenüber nicht „Biodeutschen“ (ein Begriff aus der rechten Szene) münden meist in gefährlichen Verschwörungstheorien oder dem Wunsch endlich wieder einen starken Führer zu haben, der sich bedingungslos nur für das Wohl der „Deutschen“ einsetzt.

Eine ganz besondere Verschwörungstheorie die es seit Jahrtausenden gibt, ist der Glaube daran, dass das jüdische Volk im Geheimen die gesamte Welt beherrscht. Juden sollen wohl das Weltfinanzgeschehen lenken, hohen politischen Einfluss haben und alle großen Konzerne besitzen. Das das völliger Unsinn ist, muss man gebildeten Menschen nicht sagen. Naive Menschen hingegen, die nicht gut gebildet sind und dazu auch noch wütend, sind froh, wenn es Theorien gibt, die einem erklären, wieso alle Anderen alles falsch machen und man selbst eben nicht. Antisemitismus ist in den Köpfen der Großeltern und Urgroßeltern auch heute noch fest verankert, auch wenn es selten Anlass dazu gibt, sich gegen Juden zu äußern, man sieht einem Menschen ja nicht immer an, dass er Jude ist. Deswegen fällt der „salonfähige“ Antisemitismus in Kreisen von Pegida und AfD, die die Presse z.B. als „Judenpresse“ beschimpfen, mehr auf. Ganz besonders im Trend liegt die Holocaust-Leugnung, die in Deutschland ja glücklicherweise verboten ist. Ein prominentes Beispiel für so eine verrückte Judenhasser-Omi ist Ursula Haverbeck, die schon ihr Leben lang felsenfest behauptet, es gab niemals eine Judenvernichtung. Dazu kommt, dass sich viele westliche Staaten darüber aufregen, wenn sich Israel gegen eine Terror Miliz wehrt, lassen aber selbst tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen oder in Flüchtlingscamps verhungern. Was glaubt ihr würde Russland machen, wenn die Hamas vor Moskau stünde? Oder die USA, wenn die Hamas vor New York stünde? Oder Deutschland, wenn die Hamas vor Berlin stünde? All diese Länder würden die Hamas einfach platt machen ohne irgendein Mandat. Weltpolizei spielen tun diese Staaten ja sowieso schon immer in fremden Ländern. Beim Thema Israel wird halt immer mit zweierlei Maß gemessen und das ist im Hinblick auf die Geschichte eine absolute Frechheit. In Europa gibt es viele Israel-Hasser die Israel mit dem Judentum gleichsetzten, was natürlich völliger Schwachsinn ist. In Israel leben 17,9% Muslime. Sie arbeiten bei der Polizei, in der Armee oder als Ärzte und genießen genau wie Juden und Christen die demokratische Freiheit in Israel. Es gibt sogar Antisemiten in Deutschland, die Israel das Existenzrecht absprechen. Das ist eine unfassbare Aussage. Auf Grund der Vernichtung der jüdischen Kultur ist Deutschland maßgeblich dafür Verantwortlich, dass es den heutigen Juden wieder möglich ist in Frieden zu leben und zu sterben. Im Rahmen dieser ganzen, schrecklichen antisemitischen Entwicklungen, sehe ich mich dazu gezwungen mal etwas zu erklären.

Vor dem Holocaust gab es in Deutschland über 9 Millionen Juden. Das ist der Grund dafür, dass man „Christlich-Jüdisches-Abendland“ sagt und nicht „christliches Abendland“. Zum normalen Straßenbild in der Zeit unserer Urgroßeltern gehörten jüdische Bibliotheken, jüdische Büchereien, jüdische Geschäfte, jüdische Bäcker, jüdische Schlachter, jüdische Ärzte, koschere Restaurants und Synagogen. Überall in Deutschland verteilt, selbst in kleinen Provinz-Städtchen. Das Judentum hat Deutschland lange vor der Weimarer Republik mit geformt und kulturell bereichert, nur dass das heute alles dem Christentum angedichtet wird. Jiddisch ist z.B. eine jüdische Umgangssprache die auf deutsch basiert. Jiddisch ist eine Sprache die ihr alle mehr sprecht als ihr denkt. Ihr glaubt gar nicht wie viele Wörter heute im Alltag benutzt werden, die eigentlich jüdischen Ursprungs sind. Ich gebe euch hier mal eine Liste mit Kurzbeispielen zum Staunen:

– “…lass den man abzocken…“
– “…der ist aber ausgekocht…“
– “…ich hab Bammel…“
– “…ich bin gut betucht…“
– “…morgen mache ich blau“; “…boah ist der Typ blau…“
– “…das ist eine Chuzpe…“
– “…das ist aber dufte/tofte…“
– “…lass den da mal richtigen einseifen…“
– “…tja der geht uns wohl flöten…“
– “…was für ein Ganove…“
– “…ich bin völlig geschlaucht…“
– “…sei nicht immer so großkotzig…“
– “…Hals- und Beinbruch wünsch ich dir…“
– “…das zieht hier wie Hechtsuppe…“
– “…boah wat‘ ne geile Ische…“
– “…was für ein kleines Kaff…“
– “…ich brauche mehr Kies/Schotter (im Sinne von Geld)…“
– “…was trägst du denn für eine Kluft…“
– “…verkohl mich nicht…“
– “…das ist mir nicht ganz koscher…“
– “…ich muss kotzen…“
– “…was für eine Maloche…“
– “…da hast du aber Massel gehabt…“
– “…man mauschelt da wäre was dran…“
– “…der ist meschugge…“
– “…das war mies…“
– “…ich bin Pleite…“
– “…hau ab mit dem Ramsch…“
– “…Reibach machen…“
– “…lass uns um Geld schachern…“
– “…das Rind wird geschächtet…“
– “…was für eine Schickse…“
– “…was für ein Schlamassel…“
– “…du musst dich eben einschleimen…“
– “…ich stehe Schmiere…“
– “…sei ruhig du Schmock…“
– “…erzähl mir keinen Schmu…“
– “…meine Frau und ich schmusen…“
– “…ich bin ein Schnorrer…“
– “…erzähl kein Stuss…“
– “…lass mal Tacheles reden jetzt…“
– “…ich hatte Zoff mit ihr…“
– “…lass mal Playstation zocken…“
– “…guten Rutsch wünsche ich euch allen…“
– “…ein reines Tohuwabohu…“

Wenn die deutschen Antisemiten und Nazis wüssten, wie oft sie Jiddisch sprechen, würde sich Hitler im Grabe umdrehen. Den wenigsten ist klar, wie sehr die deutsche Kultur vom Judentum beeinflusst wurde und wie sehr der Holocaust sie wieder zerstört hat. Mit der Vernichtung der jüdischen Kultur in Deutschland ist ein riesiger Teil des deutschen Kultur Gut’s für immer verloren gegangen. Deswegen bin ich umso stolzer heutzutage mit meiner Kippa durch meine Heimatstadt zu gehen, um den Menschen zu zeigen: Keine Sorge, es gibt uns noch!

#KippaTragen

Schalom und ein nachträgliches Shana Tova!

Schlomo Goldbaum

Das Judentum ist ein fester Bestandteil deutscher Kultur – Essay