Drogenbeauftragte Daniela Ludwig: Irrational, ignorant und gefährlich – Ein Kommentar

„Cannabis ist schon längst eine Volksdroge, ob die ganzen konservativen Alkoholiker aus Bayern das wahrhaben wollen oder nicht.“

In der Bundespressekonferenz am 1. Juli haben Daniela Ludwig (CSU, Drogenbeauftragte) und Dr. Heidrun Thaiss (Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) die neue Drogenaffinitätsstudie vorgestellt.

Nachdem die ehemalige Drogenbeauftragte Marlene Mortler von Daniela Ludwig abgelöst worden war, herrschte zu erst große Hoffnung auf dringend notwendige politische Änderungen, die mit Marlene Mortler leider nicht möglich waren. Die aktuelle deutsche Drogenpolitik ist geprägt von dogmatischem, tugendhaftem Konservatismus der Konsumenten und Suchtkranke kriminalisiert, diskriminiert und sogar deren Leben zerstört. Abgesehen davon ist die Prohibition extrem teuer und bringt eigentlich rein gar nichts. Eine objektive und rationale, an den Konsumenten orientierte, Drogenpolitik muss leider erst noch erreicht werden. Darauf haben wir alle gehofft, als klar wurde, dass Marlene Mortler endlich abgelöst wurde. Nun wurden wir aber leider aufs Neue enttäuscht, denn Daniela Ludwig ist Marlene Mortler 2.0.

In diesem Video von Jung und Naiv ist die komplette Bundespressekonferenz zu sehen, in der sich Daniela Ludwig als absolut inkompetent, ignorant und wirklich gefährlich entpuppt. Tilo Jung stellt die richtigen Fragen zur richtigen Zeit und entlarvt Frau Ludwig als konservative, ignorante, tugendhafte Persönlichkeit, die offensichtlich nicht an dem Wohle von Drogenkonsumenten oder Jugendlichen interessiert ist.

Aus den Fragen von Tilo Jung wird ersichtlich, dass Frau Ludwig nichts ändern möchte. Die Millionen erwachsenen, gesunden Menschen in diesem Land, die gerne am Abend einen Joint rauchen, sollen weiterhin mit Milliarden Steuergeldern verfolgt werden, um deren Leben nachhaltig zu zerstören oder zu erschweren. Strafen über mehrere tausend Euro und Führerschein-Entzug bleiben leider Gottes Realität in Deutschland. Sogar Menschen die Cannabis medizinisch vom Arzt bekommen, müssen regelmäßig bei den Sozialgerichten klagen, damit die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Die Krankenkassen verstecken sich nämlich hinter der mittelalterlichen Gesetzgebungen zum medizinischen Gebrauch von Cannabis. Frau Ludwig sagt auch an einer Stelle „Ich möchte einfach keine 3. Volksdroge!“. Allein diese Aussage strotzt nur so vor Dummheit und Ignoranz. Ob Frau Ludwig das will oder nicht, spielt gar keine Rolle! Cannabis ist schon längst eine Volksdroge, ob die ganzen konservativen Alkoholiker aus Bayern das wahrhaben wollen oder nicht. Und eben diese Millionen Menschen, die Cannabis dringend medizinisch brauchen oder es gerne genießen würden, werden von der ewiggestrigen, konservativen Politik der CDU/CSU diskriminiert.

Weltweit können wir in zig Ländern beobachten, dass eine Legalisierung von Cannabis und auch allen anderen Drogen für die Konsumenten ausschließlich Vorteile bringt und für die nicht Konsumenten keine Nachteile. Prohibition im Sinne von Verboten und Verfolgung bringt rein gar nichts, dass ist unendlich oft bewiesen worden. Es wird nicht mehr oder weniger konsumiert, nur weil etwas legal oder illegal ist. Das ist eine Sache, die die Konservativen wohl nie verstehen werden. Es kommt einem fast so vor, als würde man nur aus Sturheit und Trotz die Prohibition von allen Drogen außer Tabak und Alkohol fortsetzen, um die Konsumenten damit zu benachteiligen. Inwiefern hilft Frau Ludwig einem Heroin süchtigen Menschen in Bayern durch die Kriminalisierung? Gar nicht. Es entsteht eine Klasse. Die Klasse der „Süchtigen“. Die „Looser“, die es einfach sein lassen könnten, aber lieber faul sind und sich in die Hängematte legen. So werden komischerweise aber nur die paar tausend Süchtigen illegaler Drogen betrachtet und behandelt. Die Millionen Benzodiazepin- und Opioidabhängigen Rentner dieser Republik, würde man im Krankenhaus niemals wie einen „Junkie“ behandeln, obwohl es medizinisch keinen ersichtlichen Unterschied gibt. Da wird die diskriminierende, inhumane Politik sofort sichtbar. Noch dazu sterben jedes Jahr knapp 80.000 Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum und ähnlich viele an den Folgen von Tabakkonsum. Da wird der inhumane, heuchlerische Kapitalist in Daniela Ludwig geweckt, denn an Tabaksteuern und Alkoholsteuern verdient der Staat sehr gut und gleichzeitig auch eine riesige Industrie dahinter. Es soll also alles so bleiben. Saufen ist in Ordnung, Heroin spritzen nicht, Cannabis rauchen eben auch nicht, einfach weil es so ist. So habe ich es  früher auch in der Schule gelernt. Es ist zum Heulen, wenn man bedenkt, dass das leider wirklich noch so der Realität entspricht.

Deshalb halte ich Daniela Ludwig, als Speerspitze dieser diskriminierenden Politik, auch für wirklich gefährlich. Durch die Prohibition gibt es einen Schwarzmarkt, den man mit der Justiz offensichtlich nicht kontrollieren kann. Jugendliche kommen teilweise mit extrem kriminellen Menschen in Kontakt, weil sie einfach nur Cannabis rauchen möchten. Bei diesen kriminellen Menschen gibt es dann auch andere, härtere Drogen, die genauso wie das Cannabis gefährlich gestreckt sein könnten. Diese wirklich Jugend gefährdenden Probleme könnten wir durch eine Legalisierung aller Drogen relativ effizient beseitigen. Wenn es ab morgen keine Drogenprohibition mehr gäbe, würden eure Mütter nicht von heut auf morgen völlig bekifft an der Nadel hängen, auch wenn sich so manch ein CDU-Wähler das vielleicht so vorstellt. Wir könnten dann wirklich jede Substanz in Reinform, komplett frei von Streckmitteln, herausgeben. Natürlich würden Minderjährige auch dann noch Drogen nehmen, aber dann wenigstens komplett saubere und kontrollierte Drogen. So ist es jetzt auch beim Alkohol. Alle wissen, dass Jugendliche illegal Alkohol trinken, aber wir wissen auch, dass dieser Alkohol sauber und kontrolliert ist. So sollte es eigentlich mit allen Substanzen sein. Eine Farcé, wenn man bedenkt, dass Alkohol tausendfach gefährlicher für den Körper ist, als reines Heroin oder Morphium.

Heroin-Süchtige brauchen jeden Tag sehr viel Geld. Die Prohibiton treibt sie in die Kriminalität. Man zwingt Süchtige förmlich dazu immer kränker und krimineller zu werden. Sie werden verfolgt und stigmatisiert. Ihnen wird nicht vertraut und man nimmt sie nicht ernst. Man hilft ihnen nur unter vielen Voraussetzungen und Bedingungen und immer nur unter Vorbehalt, als wären sie unmündige, kleine Kinder, die kein Recht haben über sich selbst zu entscheiden. Süchtige dürfen nicht selbst entscheiden wie, wann und wo sie welches Opiat/Opioid nehmen, falls sie sich helfen lassen möchten. Das alles entscheiden dann Ärzte, die leider an eine inhumane Gesetzgebung gebunden sind, in der natürlich auch der Profit der Pharmaindustrie eine Rolle spielt. Es gibt viele Berichte über substituierende Ärzte in Bayern, die ihre Approbation verloren haben, weil sie Süchtigen völlig richtig geholfen haben mit der Verschreibung von Opioiden. Im Grunde ist das ein humanitärer Skandal. Ein Einschnitt in die Grundrechte von Menschen. Ein Opiat abhängiger Mensch braucht sein Opiat, wie ein Diabetiker sein Insulin. Genauso sieht eine objektive, medizinische und humane Betrachtung aus. Deswegen hat dieser Mediziner auch so gehandelt, wie er gehandelt hat. Menschlich und fachlich korrekt, nur politisch eben inkorrekt.

Hier ein Zitat aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung, welches relativ gut die Wahrnehmung der deutschen Gesellschaft wiederspiegelt. Ich bekomme Gänsehaut wenn ich schon allein das menschenverachtende Vokabular lesen muss: „Junkies“, „Stoff“, „…unter dem Deckmantel…“. Und dann nimmt sich auch noch so ein psychopathischer Strafrichter das Recht heraus einfach einen medizinischen Sachverhalt zu beurteilen, um am Ende eine Lebensgrundlage damit zu zerstören. Wieso ist sowas überhaupt zulässig? Das ist ganz großer Zirkus, nichts anderes.

Unter Junkies galt viele Jahre lang eine bestimmte Arztpraxis in der Schillerstraße als erste Adresse, um problemlos an Stoff zu kommen. Unter dem Deckmantel der Substitutions-Therapie hatte dort der Arzt Mirko V. die Sucht seiner Patienten „gnadenlos ausgenutzt“, wie ein Richter feststellte, und sie um die letzte Barschaft erleichtert – „über eine Million hat er eingenommen“. Jetzt ist diesem Mediziner die Approbation entzogen.

und

Nach Meinung der Strafrichter verarztete er in seiner Praxis zahllose Junkies in Form einer reinen „Suchterhaltungstherapie“. Deshalb untersagte ihm das Gericht für vier Jahre, Süchtige zu behandeln. Daraufhin hatte die Regierung seine amtliche Zulassung als Arzt widerrufen: Er sei „unzuverlässig“ und „unwürdig zur Ausübung des ärztlichen Berufs“.

– Süddeutsche Zeitung

Später wurde festgestellt, dass dieser Strafrichter einfach schlichtweg keine Ahnung hatte von Suchttherapie. Der hat bei der Urteilsfindung einfach als Referenzdosis immer die kleinst üblichen Dosen für Schmerzpatienten benutzt, dass Süchtige aber normalerweise vielfach höhere Dosen von D,L-Methadon und Buprenorphin benötigen als reine Schmerzpatienten, lässt dieser Richter einfach Außen vor und unterstellt dem Arzt dann illegalen Handel mit Drogen. Da hatte die bayerische Justiz einfach mal wieder Spaß daran das Leben von einem wirklich menschlichen Arzt zu zerstören und von etlichen Süchtigen zu erschweren. Abgesehen davon ist Bayern so ziemlich das letzte Bundesland in Deutschland, welches eine „Opioiderhaltungstherapie“ für nicht richtig erachtet. Wieso genau, wissen die Bayern wohl selber nicht genau. Alkoholsucht wäre in Ordnung, aber Opiatsucht geht halt nicht. Die substituierenden Ärzte müssen darunter leiden, denn die sehen, dass das in der Realität fast nie funktioniert. Die Ärzte sind vom Gesetzgeber dazu gezwungen ihren Patienten nach einiger Zeit die Opioide einfach weg zu nehmen, auch wenn der Patient dafür noch gar nicht bereit ist. Die Rückfallquote ist in Bayern deshalb natürlich extrem hoch. München hat deshalb auch die höchste Anzahl an Herointoten, jedes Jahr aufs Neue. Die Untergrundszene in den Katakomben von München ist leider wirklich traurig. Es sterben regelmäßig Menschen dort unten, weil sie niemand rechtzeitig findet. Hierzu ein kleiner Tipp zu einer Doku auf Youtube über die Drogensezen in Münchens Katakomben: Y-Kollektiv – Münchens Drogen-Katakomben.

Fazit: Wir müssen in der Öffentlichkeit extrem aktiv werden, um unsere konservativen, inhumanen Politiker endlich daran zu erinnern, dass sie für UNS arbeiten und nicht für ihre privaten Wunschvorstellungen. Vor allem Frau Ludwig sollte nochmal darauf hingewiesen werden, dass ihre Meinung keine Rolle spielt. Zur Zeit können wir wohl leider keine vernünftige Gesetzesänderung in der Drogenpolitik erwarten. Das Trauerspiel hat leider noch kein Ende.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Drogenbeauftragte Daniela Ludwig: Irrational, ignorant und gefährlich – Ein Kommentar

Mitgliederentscheid: Bundesvorstand der Linken bittet Mitglieder gegen ein BGE zu stimmen – Parteichefin Kipping kämpft für ein BGE – Ein Kommentar

„Die Zukunft bringt den absoluten Traum der Linken eigentlich mit sich, dass müssen nur noch alle verstehen. Die Roboter arbeiten und das Volk tanzt. Das ist natürlich übertrieben gesagt, aber ihr versteht was ich meine. Eine Linke die an Leistungs- und Lohnarbeits-Tugenden festhält wie die CDU/CSU ist mir suspekt.“

Am Samstag hat sich der Bundesvorstand der Linken für einen Mitgliederentscheid zum Thema „bedinungsloses Grundeinkommen“ ausgesprochen. Als ich das gehört habe, dachte ich zuerst: Yes! Es läuft, jetzt nehmen sie endlich das bGE offiziell mit ins Parteiprogramm. Aber ich wurde dann leider doch noch extrem enttäuscht und geschockt.

Der Bundesvorstand hat gleichzeitig alle Mitglieder darum gebeten, mit „Nein“ abzustimmen. Das ist kein Scherz. Das eigentliche Interesse des Vorstandes ist es also, dass bGE los zu werden, solange es noch geht. Wahrscheinlich haben sich ein paar Alt-Linke im Vorstand gedacht, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit gegen ein bGE mit jedem Tag geringer wird. Für mich ist nicht klar, wie man gegen ein bGE sein kann, aber mir ist klar, dass es bestimmt eine Menge Leute in der Linken gibt, die man noch überzeugen könnte. Hinsichtlich dessen finde ich, dass es ein Skandal ist, dass der Bundesvorstand eine Abstimmung erhebt und gleichzeitig die Wähler dazu aufruft, tendenziell abzustimmen. Das ist meiner Meinung nach Wahlbetrug und Beeinflussung gröbster Art.

Hier der Link zu Artikel vom RND zum Mitgliederentscheid der Linken.

Noch schlimmer ist, dass sich die Parteichefin Katja Kipping für ein bGE ausspricht. Also versteht mich nicht falsch, es ist gut, dass sie sich für ein bGE einsetzt, aber der Fakt, dass der Bundesvorstand der Linken gegen die eigene Parteichefin arbeitet, lässt doch sehr tief blicken. Ich wäre an Kippings Stelle ganz schön genervt.

“Mit einer Entscheidung, die öffentlich als ein Nein zum Grundeinkommen gewertet würde, würden wir uns im Gegensatz zu über 70 Prozent unserer Wähler*innen stellen. Für viele steht das Grundeinkommen stellvertretend für eine zeitgemäße soziale Sicherung. Ein Nein beim Mitgliederentscheid, ganz gleich, wie gut es begründet ist, wird kommunikativ als Nein zur neuen sozialen Idee gewertet. Ein Ja kann im Wahlkampf zusätzlich mobilisieren.” – Katja Kipping, Parteichefin Die Linke

Wahrscheinlich ist es nötig die alte, verstaubte, opportunistische Linke programmatisch zu erneuern und personell neu zu besetzen. Ich habe häufig das Gefühl, dass sich viele Politiker damit schwer tun zu verstehen, dass wir in der Zukunft nicht mehr in einer Welt leben, in der es nur noch um stumpfe Lohnarbeit und Vollbeschäftigung geht. In der Zukunft wird es darum gehen, die Menschen sinnvoll zu beschäftigen und gleichzeitig sozial abzusichern. In naher Zukunft werden 45% der heutigen Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz ersetzt. Und das ist mega gut!

Die Zukunft bringt den absoluten Traum der Linken eigentlich mit sich, dass müssen nur noch alle verstehen. Die Roboter arbeiten und das Volk tanzt. Das ist natürlich übertrieben gesagt, aber ihr versteht was ich meine. Eine Linke die an Leistungs- und Lohnarbeits-Tugenden festhält wie die CDU/CSU ist mir suspekt. Es kann doch nicht immer nur um Leistung und Vergütung gehen – dachte ich zumindest. Anscheinend schwelgen die Alt-Linken immer noch in den Erinnerungen der 80er und 90er, weit vor Agenda 2010, wo die Gehälter der Arbeiterklasse noch gut waren und auch ein Handwerker sich ein Haus bauen konnte. Das ist doch Käse.

Wir müssen in die Zukunft schauen und uns selbst das perfekte bGE erschaffen. Darum geht es ja. Die Linke sollte sich zur Aufgabe machen, ein perfektes System rund um ein bGE aufzubauen, damit uns nicht irgendwelche neoliberalen Turbokapitalisten aus dem Silicon Valley zuvor kommen. Denn man kann ein bGE absolut falsch einführen, weshalb es umso wichtiger ist, dass wir das nicht anderen Parteien überlassen. Katja Kipping begeistert mich mit ihren Ansichten zum bGE wirklich sehr. Sie hat verstanden, dass ein neues Zeitalter auf uns zu kommt, in dem wir eine neue soziale Absicherung benötigen werden.

Fazit: Das bGE wird kommen. Im gesamten, großen Westen. Bei manchen früher, bei anderen später, aber am Ende wird sich das bGE durchgesetzt haben. Kipping und viele andere Linke in Deutschland haben das verstanden, der Bundesvorstand der Linken anscheinend nicht. Die Linke sollte sich schleungist zusammen tun und auf ein bGE einigen, damit wir stark in die Zukunft starten können, mit vielen guten Ideen zum bGE!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Mitgliederentscheid: Bundesvorstand der Linken bittet Mitglieder gegen ein BGE zu stimmen – Parteichefin Kipping kämpft für ein BGE – Ein Kommentar

Das Judentum ist ein fester Bestandteil deutscher Kultur – Essay

„Jiddisch ist eine Sprache die ihr alle mehr sprecht als ihr denkt.“

Studien zeigen, dass der Antisemitismus in Deutschland in den vergangenen Jahren rückläufig war. Aktuell nimmt die Zahl der judenfeindlichen Taten laut Bundesinnenministerium allerdings wieder zu.“ – Zeit.de

Leider Gottes hat die neoliberale Stillstandspolitik der Merkel-Ära dafür gesorgt, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, was natürlich seit Jahren für große Unzufriedenheit vor allem im Osten Deutschlands geführt hat. Die Folgen sind eindeutig: Der Rechtsruck ist in ganz Europa deutlich zu beobachten. Die Menschen fühlen sich nicht ernst genommen und abgehängt. Das Ohnmachtsgefühl dieser verunsicherten Menschen äußert sich meist durch Wut und Hass, was in Verbindung mit schlechter Bildung und viel Langeweile eine hoch explosive Mischung darstellt. Auf der Basis dieser abgehängten, schlecht gebildeten Teile der Bevölkerung blühen gefährlich abstruse Ideen und Wahnvorstellungen. Neid und Missgunst gegenüber nicht „Biodeutschen“ (ein Begriff aus der rechten Szene) münden meist in gefährlichen Verschwörungstheorien oder dem Wunsch endlich wieder einen starken Führer zu haben, der sich bedingungslos nur für das Wohl der „Deutschen“ einsetzt.

Eine ganz besondere Verschwörungstheorie die es seit Jahrtausenden gibt, ist der Glaube daran, dass das jüdische Volk im Geheimen die gesamte Welt beherrscht. Juden sollen wohl das Weltfinanzgeschehen lenken, hohen politischen Einfluss haben und alle großen Konzerne besitzen. Das das völliger Unsinn ist, muss man gebildeten Menschen nicht sagen. Naive Menschen hingegen, die nicht gut gebildet sind und dazu auch noch wütend, sind froh, wenn es Theorien gibt, die einem erklären, wieso alle Anderen alles falsch machen und man selbst eben nicht. Antisemitismus ist in den Köpfen der Großeltern und Urgroßeltern auch heute noch fest verankert, auch wenn es selten Anlass dazu gibt, sich gegen Juden zu äußern, man sieht einem Menschen ja nicht immer an, dass er Jude ist. Deswegen fällt der „salonfähige“ Antisemitismus in Kreisen von Pegida und AfD, die die Presse z.B. als „Judenpresse“ beschimpfen, mehr auf. Ganz besonders im Trend liegt die Holocaust-Leugnung, die in Deutschland ja glücklicherweise verboten ist. Ein prominentes Beispiel für so eine verrückte Judenhasser-Omi ist Ursula Haverbeck, die schon ihr Leben lang felsenfest behauptet, es gab niemals eine Judenvernichtung. Dazu kommt, dass sich viele westliche Staaten darüber aufregen, wenn sich Israel gegen eine Terror Miliz wehrt, lassen aber selbst tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen oder in Flüchtlingscamps verhungern. Was glaubt ihr würde Russland machen, wenn die Hamas vor Moskau stünde? Oder die USA, wenn die Hamas vor New York stünde? Oder Deutschland, wenn die Hamas vor Berlin stünde? All diese Länder würden die Hamas einfach platt machen ohne irgendein Mandat. Weltpolizei spielen tun diese Staaten ja sowieso schon immer in fremden Ländern. Beim Thema Israel wird halt immer mit zweierlei Maß gemessen und das ist im Hinblick auf die Geschichte eine absolute Frechheit. In Europa gibt es viele Israel-Hasser die Israel mit dem Judentum gleichsetzten, was natürlich völliger Schwachsinn ist. In Israel leben 17,9% Muslime. Sie arbeiten bei der Polizei, in der Armee oder als Ärzte und genießen genau wie Juden und Christen die demokratische Freiheit in Israel. Es gibt sogar Antisemiten in Deutschland, die Israel das Existenzrecht absprechen. Das ist eine unfassbare Aussage. Auf Grund der Vernichtung der jüdischen Kultur ist Deutschland maßgeblich dafür Verantwortlich, dass es den heutigen Juden wieder möglich ist in Frieden zu leben und zu sterben. Im Rahmen dieser ganzen, schrecklichen antisemitischen Entwicklungen, sehe ich mich dazu gezwungen mal etwas zu erklären.

Vor dem Holocaust gab es in Deutschland über 9 Millionen Juden. Das ist der Grund dafür, dass man „Christlich-Jüdisches-Abendland“ sagt und nicht „christliches Abendland“. Zum normalen Straßenbild in der Zeit unserer Urgroßeltern gehörten jüdische Bibliotheken, jüdische Büchereien, jüdische Geschäfte, jüdische Bäcker, jüdische Schlachter, jüdische Ärzte, koschere Restaurants und Synagogen. Überall in Deutschland verteilt, selbst in kleinen Provinz-Städtchen. Das Judentum hat Deutschland lange vor der Weimarer Republik mit geformt und kulturell bereichert, nur dass das heute alles dem Christentum angedichtet wird. Jiddisch ist z.B. eine jüdische Umgangssprache die auf deutsch basiert. Jiddisch ist eine Sprache die ihr alle mehr sprecht als ihr denkt. Ihr glaubt gar nicht wie viele Wörter heute im Alltag benutzt werden, die eigentlich jüdischen Ursprungs sind. Ich gebe euch hier mal eine Liste mit Kurzbeispielen zum Staunen:

– “…lass den man abzocken…“
– “…der ist aber ausgekocht…“
– “…ich hab Bammel…“
– “…ich bin gut betucht…“
– “…morgen mache ich blau“; “…boah ist der Typ blau…“
– “…das ist eine Chuzpe…“
– “…das ist aber dufte/tofte…“
– “…lass den da mal richtigen einseifen…“
– “…tja der geht uns wohl flöten…“
– “…was für ein Ganove…“
– “…ich bin völlig geschlaucht…“
– “…sei nicht immer so großkotzig…“
– “…Hals- und Beinbruch wünsch ich dir…“
– “…das zieht hier wie Hechtsuppe…“
– “…boah wat‘ ne geile Ische…“
– “…was für ein kleines Kaff…“
– “…ich brauche mehr Kies/Schotter (im Sinne von Geld)…“
– “…was trägst du denn für eine Kluft…“
– “…verkohl mich nicht…“
– “…das ist mir nicht ganz koscher…“
– “…ich muss kotzen…“
– “…was für eine Maloche…“
– “…da hast du aber Massel gehabt…“
– “…man mauschelt da wäre was dran…“
– “…der ist meschugge…“
– “…das war mies…“
– “…ich bin Pleite…“
– “…hau ab mit dem Ramsch…“
– “…Reibach machen…“
– “…lass uns um Geld schachern…“
– “…das Rind wird geschächtet…“
– “…was für eine Schickse…“
– “…was für ein Schlamassel…“
– “…du musst dich eben einschleimen…“
– “…ich stehe Schmiere…“
– “…sei ruhig du Schmock…“
– “…erzähl mir keinen Schmu…“
– “…meine Frau und ich schmusen…“
– “…ich bin ein Schnorrer…“
– “…erzähl kein Stuss…“
– “…lass mal Tacheles reden jetzt…“
– “…ich hatte Zoff mit ihr…“
– “…lass mal Playstation zocken…“
– “…guten Rutsch wünsche ich euch allen…“
– “…ein reines Tohuwabohu…“

Wenn die deutschen Antisemiten und Nazis wüssten, wie oft sie Jiddisch sprechen, würde sich Hitler im Grabe umdrehen. Den wenigsten ist klar, wie sehr die deutsche Kultur vom Judentum beeinflusst wurde und wie sehr der Holocaust sie wieder zerstört hat. Mit der Vernichtung der jüdischen Kultur in Deutschland ist ein riesiger Teil des deutschen Kultur Gut’s für immer verloren gegangen. Deswegen bin ich umso stolzer heutzutage mit meiner Kippa durch meine Heimatstadt zu gehen, um den Menschen zu zeigen: Keine Sorge, es gibt uns noch!

#KippaTragen

Schalom und ein nachträgliches Shana Tova!

Schlomo Goldbaum

Das Judentum ist ein fester Bestandteil deutscher Kultur – Essay

Die Zukunft: Bedingungsloses Grundeinkommen, künstliche Intelligenz und eine völlig andere Arbeitswelt!

„Hinsichtlich der großen Veränderungen in der Zukunft, wird es Zeit sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auseinander zu setzten, um der Bevölkerung ihren Lebensstandard zu sichern.“

(Die Rechte am Titelbild hält http://www.hallesche-stoerung.de)

Das zweite Maschinenzeitalter hat gerade begonnen. Maschinen werden jetzt von Jahr zu Jahr intelligenter und autonomer. Die Algorithmen zur künstlichen Intelligenz aus dem Silicon Valley sind schon viel weiter als wir denken. Maschinen und Roboter werden alle algorithmisierbaren Tätigkeiten übernehmen. Taxifahrer, Busfahrer, Beamte, Lieferungen, Fabrikarbeiter, Juristen, Steuerberater und noch viele, viele mehr aus unserem völlig aufgeblasenen Bürokratie-Ämter-Chaos. Nach der Oxford-Studie zur Zukunft der Arbeit, die auch Richard David Precht oft zitiert, werden innerhalb der nächsten 25 Jahre bis zu 45% der Arbeitsplätze wegfallen. Es werden nur wenige neue, hochspezialisierte Jobs entstehen, die wohl kaum von Taxifahrern kurz vor der Rente übernommen werden können. Wir können eine Bürokauffrau nicht für Mindestlohn Spargel stechen lassen oder dergleichen. Die Traum von der Vollbeschäftigung ist Unsinn und auch überhaupt kein tolles Ziel. Ziel sollte es sein sich gesellschaftlich in der Zukunft so weit zu entwickeln, dass man den größten Teil seiner Zeit seinen eigenen Interessen widmen kann. Es geht nicht mehr um krampfhafte Vollbeschäftigung, sondern um sinnvolle und effiziente Talentförderung und Nutzung! In der Zukunft werden ganz besonders die Berufe wichtig sein, bei denen den Menschen Kontakt mit echten anderen Menschen wichtig ist. Das sind Berufe wie Pflegekräfte, Hausärzte, Erzieher und Therapeuten die in der Zukunft sehr gefragt sein werden. Beim hochqualitativen Handwerk wird es wahrscheinlich ähnlich.

Das Problem am Fortschritt ist meistens, dass geniale Prototypen noch viel zu teuer sind, um sie in Serie millionenfach zu produzieren. Das ist für unsere Gesellschaft gut, weil wir dadurch mehr Zeit haben unser System an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Ich betone aber, dass die Regierungen im Moment eher garnichts dafür tun diesen Planeten auf die Zukunft vorzubereiten. Es geht die meiste Zeit um Rendite und Macht. Hier zwei kleine Technik Beispiele vom Youtube-Kanal der Firma Boston Dynamics: (Alle Rechte an den Videos liegen bei der Firma Boston Dynamics.)

Der Roboter names „Atlas“:

Der Roboter names „Spot“:

Und hier ein Beispiel wie es Später in großen Lagerhäusern aussehen wird:

Durch die entstehende Arbeitslosigkeit und die dadurch hohe Belastung des Sozialsystems, müssen wir uns etwas überlegen, die Gesellschaft grundsätzlich abzusichern. Mit einem durch Finanztransaktionssteuer finanziertem BGE kann man die aufgeblasene Bürokratie in Deutschland einstampfen. Jeder bekommt 1500 Euro und kann bis zu 1000 Euro steuerfrei dazu verdienen. Dadurch werden Menschen nicht mehr als nutzlos und dumm stigmatisiert wie durch Hartz 4 und die Motivation auch kleine Jobs zu erledigen steigt enorm. Soziale Unterschiede werden dann viel kleiner. Zusätzlich fällt der Hochfrequenzhandel an der Börse weg, wenn es eine Finanztransaktionssteuer von z.B. 0,1% gebe. Wir müssen das Geld da abschöpfen wo es ist: Es steckt in riesigen virtuellen Blasen. In der Schweiz könnte man jedem Bürger 2500 Franken zahlen bei einer Finanztransaktionssteuer von nur 0,05%! Wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, wird einem klar, wie verbrecherisch und inhuman das gesamte kapitalistische System ist. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Früher oder später müssen auch sinnlose Reichtümer umverteilt und Millionengehälter und Abfindungen verboten werden. Die Möglichkeiten allen Menschen Grundlagen zu schaffen bestehen längst, wir dürfen uns nur nichts anderes von den psychopathischen Kapitalisten erzählen lassen. Leider rutschen die Regierungen dieser Welt zur Zeit eher auf den Schleimspuren der Milliardäre aus und verlieren dann komplett ihre Moral gegenüber ihrer Bürger. Perverser Reichtum sollte einfach verboten werden. Eine Vermögenssteuer, die mit der Agenda 2010 abgeschafft wurde, muss dringend wieder eingeführt werden. Eine Schande, dass gerade die SPD die kleinen Leute von damals bis heute verarmt hat.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Die Zukunft: Bedingungsloses Grundeinkommen, künstliche Intelligenz und eine völlig andere Arbeitswelt!

„Seitdem ich Vater bin“ oder auch „Im Namen der Liebe“ – Essay

Eine Erzählung aus dem Leben eines jungen Vaters, der für sich völlig neue Verantwortungen entdeckt.

Seit ein paar Wochen bin ich Vater einer wunderschönen, kerngesunden Tochter namens Salomé. Ihre Mutter Elisabeth lernte ich vor 1 1/2 Jahren auf dem Tiefpunkt meines Lebens kennen. Ich traf sie auf einer Party die ebenso heruntergekommen war wie ich. Das Publikum dieser Party passte hinsichtlich meiner und ihrer Erscheinung überhaupt nicht ins Bild. Umso deutlicher wurde der Kontrast um uns herum. Das Schicksal führte uns zwei an einem völlig unwesentlichen Ort zusammen damit das wesentliche für uns deutlicher wurde. Wir konnten einander also gar nicht verpassen. Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick. Ich hatte mir eigentlich geschworen mein Herz nach meiner letzten gescheiterten Beziehung niemals mehr zu verschenken, das gestaltete sich bei dem Anblick von Elisabeth jedoch völlig anders. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt meines Lebens nichts mehr zu verlieren. Ich hatte weder Geld, noch Job und litt unter starken Schmerzen, weshalb ich auf starke Schmerzmittel angewiesen war. Das machte mich mutig und half mir dabei Elisabeth aus den Fängen ihres gewalttätigen Ex-Freundes zu befreien. Selten verlor ich in meinen Leben die Kontrolle, aber nachdem ich sah wie der besagte Ex-Freund Elisabeth ins Gesicht schlug und sie daran hindern wollte auszuziehen, überrollte ich ihn wie eine Dampfwalze. Ich weiß nicht mehr wie oft er auf mich und ich auf ihn einschlug, das war am Ende aber völlig egal, denn er sackte einfach in sich zusammen. Ich konnte meine völlig traumatisierte Geliebte an die Hand nehmen und zu mir in Sicherheit bringen.

Wir heirateten wenige Monate später. Es ging Berg auf. Wir unterstützen uns gegenseitig und sorgten dafür, dass es wieder Spaß machte morgens die Augen auf zu machen. Endlich gab es einen Menschen der mich bedingungslos liebte und respektierte so wie ich bin. Zusammen haben wir all unsere Traumata und Depressionen überwunden. Das fiel uns sehr leicht, weil wir in der Vergangenheit sehr ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das Elisabeth dann schwanger wurde war der Beweis für unsere perfekte Kompatibilität. Jetzt, 1 1/2 Jahre später, sind wir glücklicher denn je. Salomé, benannt nach Königen Salomé, entfacht in mir neues Feuer. Ein Feuer welches in mir steckt und voller Leidenschaft vor sich hin lodert. Endlich gibt es einen glasklaren Sinn in meinem Leben: Das Glück, den Frieden und die Gesundheit meiner geliebten Familie zu bewahren. Ich bin jetzt 30 Jahre lang durch ein Moor aus Tot und Trauer gewatet und war eigentlich nicht gewillt noch weiter zu gehen, bis sich auf einmal eine grüne, saftige Wiese vor mir auftat. Auf dieser Wiese schreite ich nun voller Stolz Hand in Hand mit meiner Familie und meinem Hund der Sonne entgegen. Die Sonne strahlt in meiner Vorstellung so stark wie die Zukunft eigentlich strahlen sollte. Ich kämpfe für eine schöne und blühende Zukunft. Meine Tochter soll später weiterhin auf grünen Wiesen wandeln und Blumen pflücken. Sie soll frei entscheiden was sie lernen möchte. Ihre Talente sollen sie dazu befähigen sinnvolle Dinge zur Selbstverwirklichung zu tun. Sie soll in einer Zukunft leben, in der man nicht mehr für Essen, Trinken und Schlafplatz arbeiten muss. In einer Welt in der es weder arm noch reich gibt. Alle haben die gleichen Chancen, denn das gesamte Ellenbogen Prinzip spielt keine Rolle mehr. Besitz sollte völlig entwertet werden. Besitz ist Ballast. Ich möchte ihr später voller Stolz sagen können, dass wir als Eltern alles mögliche in unserer Macht stehende getan haben um ihr ein schönes Leben zu sichern. Schon jetzt schenkt sie mir mit jedem Lächeln die Bestätigung, dass es sich zu kämpfen lohnt.

Wir müssen einfach nur an die Menschen denken die wir Lieben, um dann auf der Basis der moralischen Verantwortung dieser Menschen gegenüber zu handeln. Mit Blick auf die Liebe erscheinen viele Dinge viel leichter. Im Namen der Liebe kann man viel besser verzichten, denn man bekommt automatisch Anerkennung von seinen Mitmenschen. Und diese Anerkennung die man bekommt, wenn man jemandem hilft, ist die intensivste und schönste Form von Zufriedenheit. Der soziale Status steigt dadurch um ein vielfaches mehr, als durch eine Rolex oder einen SUV.

Es ist stark zu verzichten. Es ist stark zu lieben. Es ist stark zu schenken. Es ist stark zu helfen. Es ist stark sich zu verändern. Es ist stark Fehler einzusehen und es ist stark sich dann aktiv für Gutes einzusetzen. Eigentlich sind Menschen stark.

In diesem Sinne,
Schalom,
Schlomo Goldbaum

„Seitdem ich Vater bin“ oder auch „Im Namen der Liebe“ – Essay

Aufstehen gegen Dummheit und Hass – Essay

„Idioten denunzieren wird zur Bürgerpflicht.“

Inzwischen ist der Hass und der Unsinn in unserer Gesellschaft auf dem untersten Niveau angekommen. Moral und Vernunft werden von „besorgten Bürgern“ (ich benutzte das Synonym „besorgte Bürger“ jetzt zusammenfassend für: Klimaleugner, AFD’ler, Rassisten, Faschisten, Impfgegner, Flat-Earther, Reichsbürger, Antisemiten, Ossis, Nazis und alle anderen Realitätsverweigerer dieser Welt.) als Besserwisserei, Klugscheißerei und Panikmache dargestellt. Seltsam ist auch, dass die „besorgten Bürger“ Menschen die sich für die Realität interessieren und einsetzten als „Gutmenschen“ bezeichnen. Also ist es in den Augen von „besorgten Bürgern“ schlecht gut zu sein? Wie ihr seht, ergibt diese ganze nervige Schlechtmacherei von Greta Thunberg und allen anderen vernünftigen Bemühungen ÜBERHAUPT keinen Sinn. Die Kommentarspalten bei Youtube und Facebook sind trotzdem überfüllt mit Dummheit und Hass, ausgehend von Gruppen wie „Germania Reconquista“. Es gibt viele rechte Troll-Gruppen die versuchen durch Fake-Accounts die Wahrnehmung der Gesellschaft zu verändern. Hier ein Zitat aus einer Überschrift der Tagesschau:

Greta Thunberg ist zum Gesicht einer neuen Bewegung geworden – und zum Hassobjekt. Nach ihrer jüngsten Rede wünschen ihr Nutzer sogar den Tod. Kein Einzelfall: Besonders junge Frauen werden massiv attackiert.“ – Tagesschau

Auf Grund dieser neuen Entwicklung sehe ich mich dazu gezwungen einen Appell zu formulieren. Einen Appell an den gesunden Menschenverstand und an die Zivilcourage. Mit Morddrohungen hört die Meinungsfreiheit auf. Meinungen spielen sowieso keine Rolle mehr. Fakten sind heute die entscheidenen Faktoren, an die wir uns alle dringend halten sollten. Die Welt können wir nur retten, wenn wir sie alle zusammen objektiv betrachten und die Realität nicht verweigern, so wie es die „besorgten Bürger“ tun. Hubraum und Schweinefleisch sind in ihrer Relevanz im Gegensatz zur gesamten Menschenheit unglaublich nichtig. Menschen die das nicht begreifen und stattdessen ihre gesamte Energie in Hass und Unsinn stecken, machen sich selbst zu wertlosen Untermenschen, die wir dringend entmündigen sollten, weil sie eine Gefahr für die Zukunft unserer Kinder darstellen.

Deswegen der Aufruf zur Zivilcourage! Wehrt euch gegen den Hass! Macht auf ihn Aufmerksam! Zeigt diesen Untermenschen, dass sie völlig alleine sind! Zeigt ihnen ihre eigene Minderwertigkeit! Zusammen werden wir diesen Planeten retten und unseren Kindern eine schöne Zukunft bereiten!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

 

Aufstehen gegen Dummheit und Hass – Essay

Die Arroganz der Alten – Essay

„Wieso man stolz sein sollte ein Gutmensch zu sein.“

Die einzigen Menschen die gerade ernsthaft die Welt retten wollen, sind Wissenschaftler und streikende Schüler. Es gibt nur ganz wenige alte Menschen, die einsehen, dass ihre Generation die Zukunft ihrer eigenen Kinder versaut hat. Mit dem extrem maßlosen Turbo-Kapitalismus, der mal „Wirtschaftswunder“ genannt wurde, hat es auch nicht lange gedauert den Planeten ins Chaos zu stürzen. Das westliche „Wirtschaftswunder“ nach dem 2. Weltkrieg war kein Wunder, sondern eine Krankheit. Eine Krankheit die ihre Opfer süchtig macht wie Morphium. Alle wollten etwas abhaben vom großen Kuchen. Niemand nahm Rücksicht auf den Planeten, solange man noch reicher werden konnte. Niemand dachte an Nachhaltigkeit oder Vernunft. Es musste alles maximal ausgebeutet werden. In den Schulen wurde den Kindern Druck gemacht und erzählt das die Welt ein kalter, böser Ort ist. Nach altem preußischem Vorbild wurden alle gleichgeschaltet, und zu unmündigen, braven deutschen Volksbürgern getrimmt. Diese braven Volksbürger tragen noch heute dazu bei, dass diese neoliberale CDU Stillstandsregierung den Planeten zerstört, um die Schere zwischen Arm und Reich noch größer zu machen. Armeen von Zombiebeamten in Bullshit-Jobs tun jeden Tag Dienst nach Vorschrift, ohne die unsinnigen bürokratischen Abläufe zu hinterfragen den sie da verzapfen.

„Dumm ist der, der dummes tut.“, sagte die Mutter von Forrest Gump.

Ich finde es ganz schön dumm eine Nazi-Demo zuzulassen und dann auch noch polizeilich zu schützen. Wieso machen Behörden sowas? Werden die dazu gezwungen Nazis zu schützen? Nein. Denen wird eben seit ihrer Geburt gesagt, dass sie gute Volksbürger sein müssen, die niemals etwas hinterfragen. Das Gesetz, egal wie ineffektiv es sein mag, wird durchgesetzt. Wieso haben radikale, faschistische, antisemitische, dumme Menschen die Freiheit anderen Menschen die Freiheit verbieten zu wollen? Sie wollen eigentlich gar nichts, außer destruktiv zu sein. Denn auch negative Aufmerksamkeit ist eben Aufmerksamkeit. Diese armen Menschen buhlen darum gesehen zu werden. Arme Seelen.

Das unglaubliche daran ist, dass viele alte Leute heute immer noch zu arrogant oder eben zu blöd sind zu erkennen, dass es Zeit wird seinen Arsch zu bewegen und die Welt zu verändern. Die Jahrzehnte lange konservative Gehirnwäsche hat den größten Teil unserer Gesellschaft zu empathielosen, arroganten Egomanen gemacht. Vom Obdachlosen bis zur Bundeskanzlerin gibt es immer weniger vernünftige erwachsene Menschen, die die Realität so wahrnehmen, wie sie ist. Wer heute vernünftig ist, wird „Links-Grün-Versifft“ genannt, oder „Gutmensch“ oder „Linksextrem“. Das muss man sich mal vorstellen: In Deutschland ist „Gutmensch“ für viele Menschen eine Beleidigung. Also ist Nachhaltigkeit, Rücksichtnahme, Nächstenliebe und Verzicht etwas schlechtes? Das wollen die Rechtspopulisten und Konservativen uns „Gutmenschen“ sagen? Die Christen von der Union sollten sich die 10. Gebote noch einmal zu Gemüte führen. Vielleicht stellen sie dann fest, dass die 10. Gebote wohl kaum die Basis eines kapitalistischen Systems sein können. Sogar das Gesundheitssystem ist heutzutage ökonomisiert, genauso wie die katholische Kirche. Alles ist ausgelegt auf den Profit ganz weniger schlechter Menschen ohne Gewissen. Ich will mal deutlich werden: Wer heutzutage kein Gutmensch ist, kann nur blöd oder aber völlig bösartig sein.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Die Arroganz der Alten – Essay