Antizionismus ist Antisemitismus – nur im zeitgemäßen Gewand

Es ist eine Behauptung, die provoziert, ja geradezu ein Tabu bricht – und doch ist sie notwendiger denn je:
Antizionismus ist Antisemitismus.

Nicht immer offen. Nicht immer bösartig. Aber stets durchzogen von der gleichen alten Idee:
Die Juden sind anders. Sie dürfen nicht, was andere dürfen. Sie sollen sich fügen – und vor allem keine Macht haben.

Wer das Existenzrecht Israels ablehnt, lehnt damit das Recht der Juden auf nationale Selbstbestimmung ab – das Recht, wie jedes andere Volk in Frieden und Sicherheit zu leben, in einem eigenen Staat, in ihrer historischen Heimat.
Und genau das ist Zionismus. Kein Mythos. Keine Ideologie der Unterdrückung. Sondern: Eine Notwendigkeit. Eine Antwort auf ein kollektives Trauma. Eine Form des Überlebens.

Israel ist nicht Kolonialismus – Israel ist Heimkehr

Der Zionismus entstand nicht im luftleeren Raum.
Er ist kein Produkt westlicher Expansion – sondern ein Wiedererwachen einer uralten Verbindung: der zwischen dem jüdischen Volk und dem Land Israel.

Seit über 3.000 Jahren ist dieses Land das spirituelle, kulturelle und historische Zentrum jüdischen Lebens.
Hier regierten König David und König Salomo.
Hier stand der erste und zweite Tempel in Jerusalem.
Hier lebte das jüdische Volk, lange bevor Rom das Land in „Palästina“ umbenannte, lange bevor christliche Kreuzfahrer es entweihten, lange bevor islamische Kalifen es beherrschten.
Die jüdische Diaspora begann nicht freiwillig, sondern durch Gewalt, Eroberung und Vertreibung.
Und mit ihr begann ein jahrtausende langer Leidensweg – durch Europa, Nordafrika, Russland, den Nahen Osten.
Juden wurden zu Sündenböcken, gejagt, entrechtet, in Ghettos gepfercht, zwangsmissioniert, deportiert und massenhaft, industriell ermordet.

Überall hieß es: „Geht zurück nach Palästina!“
Als sie es dann taten, hieß es: „Was wollt ihr hier?“

Der Zionismus ist daher keine koloniale Bewegung – sondern eine Heimkehrbewegung.
Oder, wie der israelische Autor Amos Oz es formulierte:

„Zionismus war die Bewegung der Rückkehr – nicht der Eroberung.“

Der Zionismus ist ein Menschenrecht – Antizionismus ist dessen Verweigerung

Zionismus bedeutet: Das jüdische Volk hat das Recht auf einen eigenen Staat.
Nicht auf ein Großreich. Nicht auf Expansion. Nicht auf Perfektion. Sondern auf einen Ort, an dem es nicht ausgelöscht wird.

Nach Jahrtausenden der Verfolgung, Pogrome, Inquisitionen, Vertreibungen und schließlich der Shoah – war die Gründung Israels 1948 ein Akt der späten Gerechtigkeit.
Ein Ort, an dem Juden nicht nur geduldet, sondern geschützt sind.
Ein Ort, an dem jüdisches Leben wieder souverän, kreativ und lebendig sein kann.

Wer den Zionismus ablehnt, sagt damit:
„Ihr dürft beten, glauben, leben – aber keinen Schutz haben. Keine Armee. Keine Grenzen. Keine Heimat.“

Das ist keine legitime Kritik.
Das ist eine asymmetrische Forderung – und im Kern: eine Form der Judenfeindlichkeit.

„Ich bin nicht antisemitisch – nur antizionistisch“?

Dieser Satz ist zu einem Mantra geworden. Vor allem in linken, akademischen oder aktivistischen Milieus.
Er klingt auf den ersten Blick differenziert. Er wirkt moralisch.
Aber er ist eine Täuschung. Denn er bedeutet:

  • Juden dürfen kein Volk sein.
  • Juden dürfen keine nationale Identität haben.
  • Juden dürfen keinen Schutzraum besitzen.
  • Und wenn sie ihn doch haben, muss er wieder verschwinden.

Es geht nicht um Kritik an Netanjahu, Siedlungspolitik oder Militäreinsätzen – all das ist legitim und sogar notwendig.
Es geht um die Ablehnung des jüdischen Staates als solchen.
Das ist der Kern des Antizionismus.
Und damit steht er nicht auf der Seite der Gerechtigkeit, sondern in einer traurigen Traditionslinie:

Früher hasste man Juden, weil sie kein Land hatten.
Heute hasst man sie, weil sie eines haben.
— Alain Finkielkraut

Die drei Gesichter des Antizionismus – und ihre Maske

Antizionismus tritt heute in vielen Gewändern auf. Manche brutaler, manche intellektuell verbrämt – aber alle tragen denselben Keim.

1. Der offene Antizionismus:
„Israel ist ein kolonialer Fehler und muss verschwinden.“
→ Diese Haltung hört man auf Demonstrationen, bei Islamisten, aber auch in radikal-linken Kreisen. Sie legitimiert Gewalt – und bezeichnet das Massaker vom 7. Oktober als „Widerstand“.

2. Der akademisch-versteckte Antizionismus:
„Zionismus ist Rassismus.“
→ Hier wird die Existenz jüdischer Souveränität als rassistisch gebrandmarkt – während andere Nationalbewegungen romantisiert werden. Es ist ein doppelter Standard, der einzig gegen Juden angewandt wird.

3. Der scheinbar wohlmeinende Antizionismus:
„Ich will doch nur Frieden. Am besten ein binationaler Staat ohne Zionismus.“
→ Was so idealistisch klingt, bedeutet in der Realität: Die Auflösung Israels. Denn ein jüdischer Staat ohne jüdische Mehrheit, ohne jüdische Verteidigungskraft, ohne jüdische Selbstbestimmung – ist kein jüdischer Staat mehr.

Fazit: Kein Antizionismus ohne Antisemitismus

Man darf Israel kritisieren – heftig sogar.
Man darf seine Regierung für rechts, korrupt oder brutal halten.
Aber wer den Zionismus ablehnt, lehnt damit das Recht auf jüdisches Überleben in Würde und Sicherheit ab.
Und das ist nichts anderes als die moderne Fortsetzung eines alten Hasses.

Antizionismus ist nicht die Fortsetzung von Antirassismus.
Er ist die Verkleidung des Antisemitismus in der Sprache der Menschenrechte.

Elie Wiesel sagte einst:

„Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Schweigen ermutigt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“

Deshalb dürfen wir nicht schweigen, wenn Zionismus dämonisiert und Israel delegitimiert wird – denn wer Juden das Recht auf Selbstbestimmung abspricht, spricht ihnen auch das Recht ab, sich zu schützen.

Und das… haben wir schon einmal erlebt.

Schalom!

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