Lisa Eckhart: Schlechtes, antisemitisches Kabarett – Ein Kommentar

„Frau Eckhart ist halt einfach eine schlechte Kabarettistin mit schlechter Selbstwahrnehmung, die es anscheinend nötig hat immer wieder aufs Neue plumpe, politisch inkorrekte Gags zu bringen, um ihr Publikum bei Laune zu halten.“

Das Harbourfront Literatur Festival in Hamburg hat die Kabarettistin Lisa Eckhart aus Sicherheitsgründen wieder ausgeladen. Nach Angaben der Veranstalter gab es zu viele Beschwerden und Drohungen aus der „autonomen Szene“. Die Sicherheit der Künstler könnte man so nicht mehr gewährleisten, denn Polizeischutz käme nicht in Frage.

Der “Nochtspeicher” hatte abgesagt, weil er die Sicherheit von Künstlerin und Publikum angesichts von Drohungen aus der autonomen Szene nicht gewährleisten könne. “Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind”, zitierte der “Spiegel” aus einer Mail des “Nochtspeichers”. Im “bekanntlich höchst linken Viertel” werde eine solche Veranstaltung nicht geduldet, auch an Polizeischutz sei nicht zu denken, weil “die Situation dann sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen” könne. – rnd.de

Lisa Eckhart ist eine österreichische Kabarettistin, die immer wieder durch rassistische, antisemitische, homophobe und sexistische Aussagen negativ auffällt. Sie fällt selbstverständlich nicht bei jedem negativ auf. Es gibt Leute, wie zum Beispiel Dieter Nuhr, oder Gerhard Haase-Hindenberg von der jüdischen Allgemeinen, die Lisa Eckhart verteidigen und nicht verstehen können, dass es so viel negative Kritik gibt. Ich mochte Dieter Nuhr noch nie, und mag ihn jetzt noch weniger. Der liebe Gerhard Haase-Hindenberg von der jüdischen Allgemeinen betrachtet die Kunst von Lisa Eckhart meiner Ansicht nach auf eine ziemlich eindimensionale Art und Weise.

Seit einiger Zeit flattert nun eine extrovertierte Österreicherin, mal im körperbetonten Luxusoutfit, mal halbnackt über Bühnen und Bildschirme, gestikuliert mit dünnen Händen, auf denen bunte Fingernägel kleben, die wie die Krallen eines Raubtieres wirken, und spricht dabei höchst artifiziell solch verschachtelte Sätze wie diesen hier. Political correctness scheint ihr bestenfalls als Begriff bekannt zu sein, und ein definiertes Zielpublikum scheint für sie nicht zu existierten. Das allein ruft schon Gegner auf den Plan. Eine Facebook-Userin findet Lisa Eckhart – so heißt die so umstrittene wie streitbare Kabarettistin – »widerlich und unerträglich blasiert«. Eine andere vermag in ihr einfach nur eine »dämliche Ziege« zu sehen.

Solch subjektive Empfindungen zu artikulieren, ist deren gutes Recht. Lisa Eckharts Zuschauer in den ausverkauften Sälen, in denen sie bis zum Ausbruch der Corona-Krise auftrat, sahen und sehen das naturgemäß anders, und ich gestehe, einer von denen zu sein. Am 24. Januar habe ich im »Tipi am Kanzleramt« eine Künstlerin erlebt, die im bewundernswerten Rollenspiel als Femme fatale ein Feuerwerk an blitzgescheiten Assoziationen über die Rampe schickte, gesellschaftliche Vorurteile allein dadurch entlarvte, dass sie sie überspitzte. – Jüdische Allgemeine, Gerhard Haase-Hindenberg

Erst einmal muss ich gestehen, dass auch ich in Lisa Eckhart keine talentierte Schauspielerin sehe. Bei allem was sie auf der Bühne macht wirkt sie zu bemüht. Sie will eine Kunstfigur sein, die sie nicht sein kann. Ihre extreme Affektiertheit mündet in äußerst übertriebener Gestik die sie mit seltsam tiefer, androgyner Stimme, in seltsamer Intonation, untermalt. Ich würde nicht so weit gehen und sie „widerlich und unerträglich blasiert“ nennen, aber ich finde es wirklich unangenehm ihr beim Spielen zu zusehen. Unabhängig von ihrem Auftreten finde ich sie auch inhaltlich, an meinem kabarettistischen Maßstab gemessen, nicht gut. Frau Eckhart bedient immer wieder stark antisemitische, rassistische, homophobe und sexistische Klischees um zu polarisieren. Abgesehen von diesen unnötigen, politisch inkorrekten Spitzen gegen Juden, Schwarze oder Frauen, passiert meist nicht viel. Ich kann das Harbour Literatur Festival sowieso nicht verstehen. Es gäbe so viele gute Alternativen in Deutschland die man hätte einladen können. Die wären erstmal spielerisch und inhaltlich besser und dazu auch noch frei von Antisemitismus.

Frau Eckhart ist halt einfach eine schlechte Kabarettistin mit schlechter Selbstwahrnehmung, die es anscheinend nötig hat immer wieder aufs Neue plumpe, politisch inkorrekte Gags zu bringen, um ihr Publikum bei Laune zu halten. Ihre Auftritte sind wohl gut besucht. Das Publikum lacht laut und klatscht laut und das bei jeder „Pointe“, egal wie diese zustande gekommen ist. Es wäre gewagt zu behaupten, dass Frau Eckhart vielleicht bewusst im rechten Lager fischt, ähnlich wie der total empörte Dieter Nuhr.

Die Gags die sie erzählt wurden schon tausend mal besser erzählt, von Menschen, die sie auch wirklich erzählen können. Ich denke da an Woody Allen, Shahak Shapira oder Serdar Somuncu, die in ihrem Leben alle antisemitische bzw. rassistische Diskriminierung erleben mussten. Diese Menschen haben das, worüber sie Witze machen, am eigenen Leibe erfahren. Humor ist ihre Strategie mit diesem persönlichen Thema umzugehen. Dadurch ist die moralische Bewertung der politisch inkorrekten Grenzüberschreitung eine völlig andere. Einem Künstler der unter etwas leidet, was eigentlich nicht tolerierbar ist, sei verziehen, wenn er durch etwas nicht tolerierbares darauf aufmerksam macht. Abgesehen davon, hat Lisa Eckhart in ihrer Karriere wahrscheinlich mehr antisemitische Witze erzählt, als Shahak Shapira und Serdar Somuncu zusammen. Und eben da liegt der Hase im Pfeffer.

Hierzu fällt mir ein Zitat von Dr. Gregory House ein: „Maßhalten ist der Schlüssel, außer es schmerzt.“ Damit will ich sagen, dass selbst jüdische Künstler antisemitische Einflüsse sehr bedacht und vor allem an der richtigen Stelle einsetzen. Lisa Eckhart nennt zum Beispiel Schwarze einen ganzen Auftritt lang „Neger“. Das ist wohl ihre Vorstellung von guter, kritischer Satire. Bei Bild-Lesern funktioniert das vielleicht. Stumpfe dauerhafte Geschmacklosigkeiten reichen eben wirklich für manche Leute. Mario Barth hat’s bewiesen. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Lisa Eckhart ist der Mario Barth des Kabaretts.

Außerdem sind Dinge die man sagt und tut schöpferisch, weshalb ich Satire, Kabarett und Kunst generell schlecht finde, die inhumane Inhalte zum falschen Zweck missbraucht. Dieser ganze antisemitische, rassistische und sexistische Mist füttert leider auch immer die falschen Mäuler mit. Allein deshalb ist es immer wichtig, wer die Botschaften sendet und wer sie empfängt. Es gibt eine Menge Leute die sich in ihrer antisemitischen Haltung bestärkt fühlen, wenn sie in einer Show von Lisa Eckhart waren. Mögliche Gedanken nach einer Vorstellung:

„War ja klar, alles Juden die Kinderschänder in Hollywood. Echt heftig, da hat Sie recht, sollte man mal drüber nachdenken. Und sowieso werden immer die Juden so in Schutz genommen. Sie hat so recht.“

Genau solche Dinge passieren eben und das sollte auch Frau Eckhart wissen. Gerade in Zeiten, in denen Menschen zusammen auf die Straße gehen und gegen eine „Zionistisch-Kommunistische-Corona-Diktatur“ demonstrieren. Antisemitische Verschwörungstheorien gedeihen zur Zeit wie Unkraut an jeder Ecke. Auch aus diesem Grund, weil Lisa Eckhart Antisemitismus mit solchen Auftritten fördert, lehne ich ihre Kunst ab und finde es richtig, das der WDR gehandelt hat und ich finde es auch richtig, dass es so viele Beschwerden gab gegen ihren Auftritt in Hamburg. Wirklich bedauerlich ist, dass die Veranstalter Frau Eckhart generell sogar unterstützt hätten und sie jetzt nur ausladen, weil sie ihre Sicherheit nicht gewährleisten könnten. Vielleicht sollten die mal darüber nachdenken, wieso so viele Menschen ein Problem damit haben dass diese Dame da auftritt.

Ich möchte aber betonen, dass ich nicht sage, dass Frau Eckhart eine Antisemitin ist, denn das kann ich nicht beurteilen. Wahrscheinlich ist sie einfach nur auf Aufmerksamkeit aus. Ich kann nur beurteilen, dass ihre Kunst meiner Ansicht nach nicht gut ist und zusätzlich leider böse Geister weckt und füttert. Nochmal betonen will ich auch, dass mir die Kunstfreiheit sehr am Herzen liegt. Deshalb haben wir alle zum Glück auch die Freiheit einfach andere Kunst zu genießen und zu fördern. Zum Abschluss möchte ich euch den besten Kabarettisten Deutschlands ans Herz legen. Volker Pispers ist die absolute Oberklasse was Kabarett angeht. Ladet doch lieber ihn ein, statt Frau Eckhart. Volker Pispers hat einen super scharfen, ausgewogenen Blick auf die Welt und zieht seine Zuschauer mit wunderschönen Gegenüberstellungen und Gedankenexperimenten in seinen Bann. Er ist ein Menschenfänger mit einer wunderbaren, eloquenten Sprache. Falls ihr wollte, könnt ihr hier direkt einen Auftritt von ihm genießen.

Am Ende kann ich nur hoffen, dass sich Frau Eckhart inhaltlich um 180° dreht, dann kann ich mir vielleicht nochmal vorstellen meine Meinung über sie zu überdenken. Wenngleich ich nicht glaube, dass ich ihre affektierte Art zu spielen jemals mögen werde.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Lisa Eckhart: Schlechtes, antisemitisches Kabarett – Ein Kommentar

Wut unterm Aluhut: Immer mehr QAnon-Gläubige gefährden die Gesellschaft – Ein Kommentar

„Die durchschnittliche Allgemeinbildung in den Kreisen der Aluhut-Träger scheint ziemlich schlecht zu sein, anders kann man sich nicht erklären, wie man an die Verschwörungstheorien von QAnon glauben kann. Für mich als Außenstehender ist es unbegreiflich, wie man wissenschaftlich bewiesene Fakten leugnen kann und an Dinge glaubt, die ausschließlich auf Behauptungen basieren. Dieses ganze Konglomerat aus rechtsradikalen, antisemitischen Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern lebt in einer völlig irren alternativen Realität.“

In Zeiten einer globalen Pandemie können Minderheiten ihr gesamtes Umfeld und damit die gesamte Gesellschaft in Gefahr bringen. Das bringt ein hoch ansteckendes Virus eben mit sich. Das ist die Realität, die Millionen Menschen auf dieser Welt einfach leugnen. Ein unglaublich ignorantes und asoziales Verhalten mit fatalen, teilweise tödlichen Folgen, welches unbedingt bestraft gehört.

Wenn ein Vater auf eine „Anti-Corona“ Demonstration geht und sich mit dem Virus infiziert, könnte er seine eigene Familie gesundheitlich in Gefahr bringen, im schlimmsten Falle sogar töten. Neueste Beobachtungen zeigen, dass Covid-19 unterschiedlichste Langzeitschäden verursachen kann. Ein Artikel von t-online beschreibt, dass weltweit verschiedenste Folgeschäden bei genesenen Patienten entdeckt wurden. Das bedeutet, dass wir heute noch lange nicht absehen können, wie gefährlich das Corona-Virus in seiner Gesamtheit ist. Umso absurder und dümmer ist das Verhalten jener Menschen, die auf solche Demonstrationen gehen und ihre eigene Familie und das gesamte Umfeld ihrer Lieben in Gefahr bringen. Sie gefährden damit die gesamte Gesellschaft und nehmen billigend in Kauf, dass Menschen dadurch sterben könnten.

Zusätzlich ist die gesamte Anti-Corona-Community von rechtsradikalen und stark antisemitischen Vorstellungen geprägt, die auf diesen Demonstrationen massenhaft verbreitet werden. Die rechtspopulistischen und rechtsradikalen Organisationen haben während der Corona-Zeit ihre Netze gespannt und jede Menge Beute eingefahren. Viele Menschen mit wenig Allgemeinbildung und großen sozialen und finanziellen Problemen fühlten sich während des Lockdown’s völlig allein gelassen und nicht respektiert. Als dann auch noch Millionen Menschen auf Kurzarbeit umgestellt wurden und unzählige Selbstständige Insolvenz anmelden mussten, entstand bei einigen eine große Wut, die sich jetzt über solche Demonstrationen entlädt. Selbstverständlich sind viele dieser Menschen schon vorher rechtsradikal gewesen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass manche Menschen in ihrer blinden Wut einen Schuldigen suchten, den sie dann durch antisemitische Verschwörungstheorien serviert bekommen haben. Ich glaube auch, dass die meisten Menschen die an solche völlig haltlosen Verschwörungstheorien glauben, nicht sonderlich klug und reflektiert sind. Das erklärt sich von allein, wenn man sich anschaut, was die Demonstranten auf einer „Anti-Corona-Demo“ so von sich geben. SpiegelTV war mit einem Kamera-Team vor Ort und musste feststellen, dass die Agenda von „QAnon“, der internationale Anführer der rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker, schon längst auch in Deutschland angekommen ist und fest in den Köpfen der Anhänger sitzt. Alle Verschwörungstheorien und Behauptungen von QAnon findet man auf der QMap, dass virtuelle Online-Manifest aller QAnon-Anhänger.

QAnon hat es geschafft Menschen zu indoktrinieren, die ganz einfache Antworten brauchten, um die Welt zu verstehen und einen Schuldigen zu finden, der für die eigene Unzufriedenheit verantwortlich ist. Durch das Internet werden latent rechtsradikale und antisemitische Schläfer weltweit, über die Grenzen ihres eigenen Umfeldes hinaus, miteinander verknüpft. So entsteht ein internationales Gemeinschaftsgefühl und man bekommt Bestätigung, Anerkennung und Respekt für das eigene kranke Denken. Sie behaupten alle von sich, sie seien die „Erwachten“ im Gegensatz zu den „Systemlingen“. Man ist endlich nicht mehr allein, denn man ist stolzer Teil einer Bewegung. Selbst wenn man sich in seiner eigenen Familie nicht als Antisemit oder Rassist outen kann, findet man über die sozialen Medien ganz schnell Anschluss in direkter Umgebung. Das führt dazu, dass diese antisemitischen, faschistoiden und rassistischen Verschwörungstheorien ihren Weg in die „Mitte“ der Gesellschaft finden und in bestimmten rechten politischen Kreisen sogar wieder salonfähig werden. Wir erleben also nicht nur eine rechtsextreme Radikalisierung ehemaliger, gemäßigter Bürger, sondern auch die Verbreitung wahnhafter antisemitischer Verschwörungstheorien in der gesamten Gesellschaft.

Hier ein paar Screenshots von Texten die Atilla Hildmann seinen Anhängern jeden Tag schreibt:

Es ist unglaublich wie der Rechtsruck im gesamten industriellen Westen durch die Corona-Pandemie verstärkt wurde. Die durchschnittliche Allgemeinbildung in den Kreisen der Aluhut-Träger scheint ziemlich schlecht zu sein, anders kann man sich nicht erklären, wie man an die Verschwörungstheorien von QAnon glauben kann. Für mich als Außenstehender ist es unbegreiflich, wie man wissenschaftlich bewiesene Fakten leugnen kann und an Dinge glaubt, die ausschließlich auf Behauptungen basieren. Dieses ganze Konglomerat aus rechtsradikalen, antisemitischen Verschwörungstheoretikern lebt in einer völlig irren alternativen Realität. Ich versuche mal die Verschwörungstheorien, die QAnon, Atilla Hildmann, Xavier Naidoo, Heiko Schrang, Ken Jebsen und Co. so verbreiten mal zusammenzufassen, so gut ich kann:

Die Corona-Pandemie ist ein geplanter Fake von der Kommunistischen-Jüdischen-Regierung die von der NWO kontrolliert wird. Angela Merkel ist eine zionistische Jüdin, die von den Rothschilds als Kanzlerin installiert wurde, um das Volk und die Wirtschaft zu unterdrücken. Der Plan ist die moderne, kommunistische Versklavung durch die jüdische Elite. Nanobots und 5G Strahlung sollen unsere Gedanken kontrollieren. Die Nanobots will Bill Gates allen Menschen auf der Welt durch eine Zwangsimpfung injizieren, um sie dann nach dem willen der NWO (NewWorldOrder) zu kontrollieren oder auszulöschen. Die Impfung soll in Folge der „Coronaverschwörung“ allen Menschen der Welt verabreicht werden. Die gesamte „echte“ Regierung der Welt heißt „Deep State“, wo die Rothschilds, die Sauds, und die Soros‘ die NWO anführen. Sehr viele Politiker und auch Hollywoodstars gehören zur NWO und sind Anhänger der jüdischen Elite. Die jüdischen Eliten entführen auch Kinder, töten diese dann und extrahieren „Adenochrom“ aus dem Blut, welches sie als Droge konsumieren. Diese Droge soll ewig jung halten.

Wenn man auf widersprüchliche Fakten hinweist oder nach Beweisen fragt und Argumente erwartet, kommt nie etwas konstruktives zurück, weil dieser ganze Schwachsinn eben keinen logischen Zusammenhang hat. Den Zusammenhang kann man ewig suchen. Ich halte das alles für eine „Neu-Rechte Verschwörungs-Sekte“. Man kann halt entweder dran glauben oder nicht. Zu beweisen gibt es da nichts. Deshalb ist dieser QAnon Mist eine Art inhumane Irren-Religion.

Wie naiv muss man denn sein um so wirren Kram zu glauben? Es ist völlig Paradox, denn irgendwie werden wir ja wirklich alle irgendwie versklavt in unserer heutigen kapitalistischen Leistungsgesellschaft, jedoch nicht von jüdischen, kommunistischen Eliten, sondern von der neoliberalen, turbokapitalistischen Leistungs-Gesellschaft die uns alle zu egozentrischen, empathielosen, asozialen Opportunisten macht. Der Kapitalismus ist die eigentliche, weltweite und größte Krise die wird haben. Der Kapitalismus bedingt den Klimawandel, Hunger, Armut, Tod, Klassen-Gesellschaften, Kriege, Hass, Faschismus, Neid, Egoismus, Leistungszwang und unendlich viel mehr. Diese ganzen wütenden Menschen sollten lieber anfangen sich mit der Realität zu beschäftigen und anfangen sich zu bilden, um die Gesellschaft sozialer, fairer und sicherer zu machen. Denn in der Realität ist alles ein bisschen komplizierter.

Fazit: Ich halte es für absolut widerlich und verwerflich, dass über 17.000 Menschen bewusst ohne Schutzmaßnahmen an einer riesigen Versammlung teilgenommen haben. Noch dazu glauben und verbreiten diese Menschen rechtsradikale, antisemitische Verschwörungstheorien und unterstützen so den Hass und die Missgunst gegen Minderheiten in ganz Deutschland. Das schlimmste ist aber, dass diese Menschen billigend in Kauf nehmen, dass andere Menschen gesundheitlichen Schaden davon tragen und im schlimmsten Fall sogar sterben. Sie missachten das Leben anderer Menschen. Meiner Ansicht nach ist das vorsätzliche, potentielle Körperverletzung und im schlimmsten Fall natürlich Mord. Ich hoffe, dass unsere Justiz und unsere politischen Entscheider endlich mal deutlich durchgreifen und diese Menschen zur Rechenschaft ziehen. Vor allem Menschen wie Hildmann, die dauerhaft den Holocaust relativeren und gegen Juden hetzen, sollten endlich in den Knast. Hildmann ist aber nur das krasseste Beispiel zur Zeit. Wichtig ist auch, dass wir noch viel intensiver über Verschwörungstheorien aufklären, damit wir dem Rechtsruck effizient mit Wissen begegnen können.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Wut unterm Aluhut: Immer mehr QAnon-Gläubige gefährden die Gesellschaft – Ein Kommentar

Trump und Schäuble sind sich einig: Es gibt wichtigeres als Menschenleben – Jetzt wird geopfert – Ein Kommentar

„Der Klassizismus war niemals deutlicher zu spüren als heute, denn die Eliten waren auch niemals deutlicher zu spüren als heute – der Kontrast ist extrem stark geworden. Menschen müssen sterben, damit die Eliten leben können und genau das geben die Eliten jetzt auch in aller Öffentlichkeit zu.“

In der westlichen, kapitalistischen Welt ist es unabhängig von der Corona-Krise relativ normal inhuman und asozial zu handeln. Der Profit steht immer an erster Stelle. Das war und ist selbstverständlich vielen Menschen klar. Mir war auch klar, dass große Teile der Eliten dieser Welt absolut psychopathisch, egoistisch und inhuman handeln. Jetzt ist jedoch etwas passiert, was eine neue Ebene im politischen Geschehen erschaffen hat. Trump und seine Entourage haben die Masken jetzt offiziell fallen gelassen und öffentlich zugegeben, dass Menschenleben der Wirtschaft unterzuordnen sind. Alte und kranke Menschen werden zu Gunsten der Konjunktur einfach geopfert. Hierzu ein Ausschnitt aus dem Artikel:

„Das große Sterben in den USA: Es gibt wichtigere Dinge als das Leben.“

Donald Trump aber will schnelle Erfolge in der Corona-Bekämpfung verkünden, denn er und die meisten Republikaner wollen die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder öffnen. Manche sogar schneller als möglich. „Wir zerstören das Land, wir zerstören die Märkte“, erklärte der Vize-Gouverneur von Texas in einem Interview mit Fox News. „Es gibt wichtigere Dinge als das Leben“, so Dan Patrick.

Es sieht so aus, als seien viele Republikaner und der Präsident dazu bereit, dem amerikanischen Kapitalismus Menschenopfer zu bringen. Die Alten und Schwachen, sie sollen sterben, damit die Wirtschaft leben kann.

Obwohl die Infektionszahlen noch immer hoch sind, lockern die republikanischen Gouverneure von Florida, Texas und Georgia Corona-Maßnahmen. Und Donald Trump stachelt zu Protesten gegen die Einschränkungen in von der Opposition regierten Bundesstaaten an.

Das ist leider noch nicht der komplette Skandal, denn jetzt sagt sogar der Präsident des deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble, dass man Menschenleben anderen Dingen unterordnen sollte. Auch hier zeige ich euch einen Ausschnitt aus einem Artikel vom Handelsblatt mit dem Titel:

„Dem Schutz von Leben in der Coronakrise kann nicht alles untergeordnet werden“

Der Bundestagespräsident positioniert sich in der Debatte um Einschränkungen der Grundrechte. Das Recht auf Leben könne nicht über allem stehen.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat angesichts der Einschränkungen vieler Grundrechte durch die Corona-Maßnahmen davor gewarnt, dem Schutz von Leben alles unterzuordnen. „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte der CDU-Politiker dem „Tagesspiegel“.

Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe, dann sei das die Würde des Menschen. „Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“ Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. „Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben.“

Ich weiß nicht recht, was ich jetzt denken soll. Ich hoffe, dass jetzt allen Menschen klar ist, dass die konservativen und neoliberalen Parteien wie die CDU nicht daran interessiert sind, dass es den Menschen gut geht, sondern das die Menschen konsumieren. Und der aller wichtigste Punkt ist doch jetzt: Wie sollen wir mit einer Regierung bzw. mit politischen Gegnern umgehen, die unser Leben nicht als höchstes und wichtigstes Gut ansehen? Wie es scheint sind wir in einem neuen Zeitalter angekommen. Ein Zeitalter, in dem die Basis von Allem, nämlich das Leben an sich, nachrangig ist. Wie sollen wir Menschen begegnen, die nicht daran interessiert sind unser Leben zu achten und zu schützen? Welche Konsequenzen werden jetzt aus diesen Entwicklungen gezogen? All das macht mir enorme Sorgen und ich hoffe, dass jeder die Augen aufmacht und hinschaut, welch bösartige Menschen teilweise unsere Regierungen beheimaten.

Der politische Klassismus war niemals deutlicher zu spüren als heute, denn die Eliten waren auch niemals deutlicher zu spüren als heute – der Kontrast ist extrem stark geworden. Menschen müssen sterben, damit die Eliten leben können und genau das geben die Eliten jetzt auch in aller Öffentlichkeit zu. Der Druck und die Gefahr auf wirtschaftliche Verluste oder gesellschaftliche und gesetzliche Veränderungen zu Gunsten des Gemeinwohls, waren noch nie so hoch wie heute. Genau das spüren die Eliten, wie Tiere vor einem Gewitter die panisch versuchen einen Unterschlupf zu finden. Die Corona-Krise bringt viele Menschen zum Zweifeln, denn die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und deutlicher. Die Menschen spüren die moderne Sklaverei immer mehr am eigenen Leib. Das arbeitende Volk wird zu Gunsten der Konjunktur verheizt, ohne Respekt und Anstand vor der Leistung dieser Menschen. Leider Gottes muss es den meisten Menschen erst richtig schlecht gehen, bevor sie anfangen nachzudenken. Jetzt erkennen die Menschen aber langsam, dass eigentlich sie es sind, die die Eliten am Leben erhalten. Ohne die moderne Sklaverei wäre der heutige Turbokapitalismus völlig obsolet und die nichtsnutzigen Milliardäre auf dieser Welt könnten einpacken. Wir sind mehr! Wir müssen den Klassizismus durchbrechen und die faschistoide, kapitalistische Sklaverei beenden.

Wir appellieren also an den gesunden Menschenverstand: Es muss eine radikale politische und gesellschaftliche Veränderung stattfinden. Neoliberale, konservative und asoziale Parteien, die das Leben eines Menschen nicht als höchstes zu schützendes Gut ansehen, dürfen nicht mehr gewählt werden! Es ist eine Schande, dass laut der letzten Umfragen die Union bei knapp 40% im bundesweiten Trend liegen. Das ist der Beweis dafür, dass kaum jemand der CDU/CSU-Wähler darüber nachdenkt, was sie da eigentlich wählen. Jeder ist jetzt dazu angehalten möglichst couragiert seine Mitmenschen darauf hinzuweisen, dass es maximal inhuman ist neoliberal, konservativ bzw. rechts zu wählen. Ich denke wir erleben gerade eine sehr, sehr angespannte Zeit, die nichts Gutes für die Zukunft verspricht, wenn wir uns nicht schleunigst alle gemeinsam gegen den inhumanen Kapitalismus auf dieser Welt wehren, statt ihn weiter zu füttern. Hört auf eure Herzen, denkt an eure Kinder und betet mit uns zusammen für alle Opfer des Kapitalismus weltweit.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

 

Trump und Schäuble sind sich einig: Es gibt wichtigeres als Menschenleben – Jetzt wird geopfert – Ein Kommentar

Die traumatisierten Generationen: Das deutsche Bildungssystem zerstört Existenzen – Essay

„Eine Armee an unmündigen Opportunisten bringt unser Bildungssystem heute hervor. Man verkauft seine Seele für Anerkennung, um vom System nicht inoffiziell als Querulant abgestempelt zu werden. So handeln viele Lehrer leider andauernd subjektiv und fangen an ihre Schüler zu kategorisieren und zu nötigen.“

Auf der Suche nach dem Grund für die immer stärker werdende Verrohung der Gesellschaft, landet man zwangsläufig bei sozialpsychologischen Aspekten und Theorien, die bestimmte Verhaltensweisen in der Bevölkerung beschreiben und versuchen ihre Entstehung zu analysieren und zu begründen. Genau darüber will ich heute sprechen.

In der humanistischen, antikapitalistischen und antifaschistischen linken Community, in der man sich über Dinge wie Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Courage, Empathie und Nächstenliebe generell einig ist, kommt immer wieder die Frage auf, wieso es so viele Menschen gibt, die ohne moralische oder emotionale Hemmungen absolut inhumane, sozialdarwinistische und faschistoide Ideen und Systeme unterstützen. Es gibt Menschen, die betrachten es als ihre berechtigte „Freiheit“, andere Menschen abzulehnen oder auszunutzen. Überprivilegierten Menschen, sowieso Faschisten und Turbokapitalisten fehlt eben die nötige Empathie die man bräuchte, um das Leid und die Not anderer Menschen zu verstehen. Das Verständnis für das Leid und die Not anderer Menschen ist bei denen einfach nicht vorhanden. Selbstverständlich gibt es unter diesen Menschen auch einen gewissen Anteil an Psychopathen oder anderweitig psychisch Erkrankte, denen einfach die neurologische Fähigkeit zur Empathie fehlt.

Was ist aber mit den Menschen, die eigentlich sehr wohl emotionales Potential besitzen, jedoch durch ihre eigenen Erfahrungen im Leben zu Eis gefroren sind? Deshalb der Titel „Die missbrauchten Generationen“. Ich denke, dass wir mit der Einführung der preußischen Bildungs- und Erziehungsmethoden ab der Nachkriegszeit die Saat der Ellenbogengesellschaft und des neoliberalen, asozialen Kapitalismus‘ gelegt haben. Ab der Geburt werden Babys voller Überzeugung in völlig veraltete „tugendhafte“ und „ordentliche“ Vorstellungen und Rollenbilder gepresst. So sollen Babys dann schlafen, wenn Schlafenszeiten sind. Und sie sollen natürlich alleine in ihrem eigenen Bettchen schlafen. Wenn sich die Babys dann unwohl fühlen oder Angst bekommen, versucht man sie krampfhaft daran zu gewöhnen, indem man sie einfach schreien und leiden lässt. Sie sollen auch nur dann Essen, wenn Essenszeiten sind. Wenn das Baby außerhalb der Stillzeiten hunger hat, wird es nicht gestillt, sondern das weinen und schreien wird einfach ausgehalten. Falls die Babys dann immer heftiger schreien und das immer wieder, nennt man sie einfach „Schreibabys“, um die Verantwortung von sich zu schieben und das Leid des Kindes zu relativieren. Man etikettiert Kinder dann einfach, um sein Gewissen zu beruhigen, denn dann kann es schön weiter schreien und niemand wirft einem vor eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater zu sein. Schließlich darf so ein Kind ja bloß nicht „verwöhnt“ werden, denn es soll sich ja genauso gut wie alle anderen Kinder benehmen und einen guten Eindruck machen in der Gesellschaft!

„Die Welt ist kalt und hart! Du bekommst von niemandem etwas geschenkt! Die stärkeren und fleißigen setzen sich durch. Du musst immer stark sein, denn wir leben in einer Ellenbogengesellschaft, in der nur deine Leistung zählt!“, sagte mein Vater immer zu mir.

Was für heftige, frühkindliche Traumata Eltern ihren Kindern aus Unwissenheit mit solchen unbarmherzigen Erziehungsmethoden antun, ist den Meisten wohl nicht klar. Der Druck der heute auf Jugendlichen lastet ist unendlich hoch. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass auch unsere Eltern die selbe, dumme, missbräuchliche Nachkriegserziehung durchleben mussten. Denn die Eltern unserer Eltern waren durch den Krieg missbraucht und traumatisiert worden, weshalb es wichtig ist zu betonen, dass ich niemanden beschuldigen möchte. Es sind eben alle Generationen seit dem Krieg traumatisiert. Es ist wichtig darüber zu reden, um endlich aus dem Teufelskreis heraus zu kommen. Traumata werden von Generation zu Generation weitergeben und tief in die Gesellschaft verankert. Selbst heute, im Jahre 2020 werden Kinder in Deutschland noch massenhaft so erzogen, streng nach dem Leistungsprinzip, obwohl die Wissenschaft schon längst bewiesen hat, das sich diese alten Erziehungsmethoden völlig missbräuchlich und traumatisierend auf die Kinder auswirken. So wurde z.B. festgestellt, dass Kinder die immer gestillt werden wenn sie es fordern, eine, im Gegensatz zu anderen Kindern, viel bessere soziale Kompetenz und ein besseres Selbstbewusstsein entwickeln, da das Urvertrauen zu den Eltern niemals gebrochen wurde. Die frühkindlichen Auswirkungen von Erziehungsfehlern sind viel größer als früher von Kinderpsychologen, Eltern und Pädagogen angenommen.

Nachdem die Kinder dann nach den Wünschen ihrer Eltern auf „richtiges“ Essen, Schlafen und Verhalten abgerichtet sind, geht es direkt weiter mit den Gleichschaltungs-Methoden im deutschen Bildungssystem. In der Grundschule wird den Kindern relativ schnell klar gemacht, dass ihr Leben nicht erfolgreich und glücklich sein wird, wenn sie es nicht auf das Gymnasium schaffen. Es werden neoliberale Märchen in die Köpfe der Kinder gepflanzt, denn in der Schule sind die Lehrer nur nett zu dir, wenn du dich anpasst. Im Grunde lernen die Kinder sich für Anerkennung zu prostituieren. Sei es für Noten, sei es für Anerkennung oder Geld, völlig egal. Man lernt, wie man sich am besten für die allgemeinen, gesellschaftlichen Konventionen prostituiert. Eine Armee an unmündigen Opportunisten bringt unser Bildungssystem heute hervor. Man verkauft seine Seele für Anerkennung, um vom System nicht inoffiziell als Querulant abgestempelt zu werden. So handeln viele Lehrer leider andauernd subjektiv und fangen an ihre Schüler zu kategorisieren und zu nötigen. Wer nicht genau das tut was erwartet wird, bekommt keine guten Noten, und damit auch keine gute Zukunft. Wenn das keine missbräuchliche Nötigung des Schulsystems an Kindern ist, frage ich mich, was das sonst sein soll. Ich bin knapp 30 Jahre alt und habe das deutsche Schulsystem bis zum Abitur durchlaufen. Ich wurde von der überwiegenden Mehrheit meiner Lehrer abgelehnt, bedroht und genötigt, was mir aber erst in der Retrospektive wirklich aufgefallen ist. Damals wirkte der „Alltag“ in Schulen und Familien auch auf mich noch völlig konventionell. Ich dachte früher wirklich, es wäre meine eigene Schuld und deshalb völlig in Ordnung, wenn Lehrer mich persönlich kritisierten und benachteiligten. Ich dachte, dass ich vielleicht einfach nicht in die Gesellschaft passe, bis mir klar wurde, dass sich die Gesellschaft mir anpassen muss, und nicht andersherum. Ich habe viele Freunde die hochbegabte Fachidioten sind und über 15 Programmiersprachen beherrschen, aber nicht studieren durften, weil sie ihr Abitur nicht geschafft haben. Die sitzen jetzt abgehängt von der Gesellschaft, ohne Geld und Möglichkeiten in dunklen Zimmern, essen Junkfood und verpassen das Leben. Wieso lässt man in Deutschland soviel intellektuelles Potential durch das Raster fallen? Abgesehen davon, dass hinter diesen intellektuellen Potentialen auch Menschenleben stecken, die nur wegen sowas wie Noten niemals mehr vernünftig an der Gesellschaft partizipieren können. Die Ineffizienz unseres Erziehungs- und Bildungssystems in Deutschland ist katastrophal schlecht.

Selbstverständlich empfand ich früher auch als Schüler das Schulsystem als ineffizient und dumm organisiert, aber dass unser komplettes Bildungssystem in Deutschland für die massenhaften psychischen und physischen Krankheiten meiner Generation und die immer heftigere Verrohung der Massen verantwortlich war und immer noch ist, wurde mir erst mit der Geburt meiner Tochter bewusst. Jetzt wo ich selbst viel über das Leben meiner Tochter nachdenke, beschäftige ich mich erstmals intensiv mit Erziehung und vor Allem denke ich viel an meine Kindheit. Ich versuche zu verstehen, was die Gesellschaft aus mir gemacht hat. Was meine Eltern aus mir gemacht haben. Wir alle sind zum großen Teil ein Produkt all unserer Erfahrungen und Erlebnisse, weshalb wir dringend viel mehr darüber nachdenken müssen, wie wir unsere Kinder heute erziehen! Meine Tochter erlebt eine völlig andere Kindheit als ich und meine Frau sie erlebt haben. Wir geben unser bestes das Urvertrauen unserer Tochter in uns zu stärken, damit sie möglichst frei und voller Mut die Welt erkunden kann. Unsere Tochter schläft wann und wo sie möchte. Sie wird auch gestillt wann und wo und wie sie es möchte. Uns wurde von vielen davon abgeraten und gesagt, dass wir extreme Probleme bekommen werden, wenn wir unser Baby so „verwöhnen“ würden. Das Gegenteil ist der Fall. Sie schläft fast jede Nacht durch ohne zu schreien. Sie entwickelt sich überdurchschnittlich schnell und ist unglaublich viel ausgelassen und entspannt am lachen und erforschen. Sie hat extrem viel Energie am Tag und kommuniziert durch Laute, Mimiken und Gestiken sehr viel mit ihrer Umwelt. Außenstehende sind oft verblüfft, wenn wir unsere Erziehungsmethoden erklären, wobei wir das völlig instiktiv machen. Selbstverständlich erzähle ich gerade nur von meiner Tochter, womit ich nicht sagen will, dass das bei jedem Baby so sein wird, wenn man es antiautoritär und unkonventionell modern erzieht, so wie wir es tun. Ich will damit nur beschreiben, dass wir bis jetzt ein gutes Gefühl dabei haben und uns in allen Vermutungen bestätigt fühlen. Wir haben uns vor der Geburt einfach gar nicht vorbereitet auf die Erziehung. Wir haben uns während der Schwangerschaft erkundigt, wie das bei den meisten anderen, jungen Familien so abläuft und waren erschrocken. Die „konventionelle“, „bürgerliche“ Erziehung ist heute leider immer noch absoluter Usus in der Gesellschaft, wobei es immer mehr Eltern gibt, die aus den veralteten Erziehungsmustern ausbrechen. Ich rede dabei nicht von irgendwelchen verwirrten Impfgegner-Verschwörungstheoretiker-Aluhut-Eltern.

Wir wünschen uns für unsere Tochter eine Schule, in der ihre Talente, ihre Persönlichkeit und ihr empathisches Mitgefühl gestärkt und gefördert werden, völlig ohne Druck und Zwang. Druck, Zwang, Anpassung und Kontrolle, beherrschen momentan den Alltag im deutschen Bildungssystem. Diese Mittel sind die besten, um Eigeninitiative und Kreativität in der kindlichen Entwicklung zu verhindern. So wird auch aus der preußischen Erziehung endlich ein Schuh, denn was man im bürokratischen, konservativen, bornierten und bigotten Deutschland gar nicht braucht, sind freigeistige, kreative Menschen mit Eigeninitiative und Enthusiasmus. Noch dazu würden dann viel zu viele Menschen ihre Lebensumstände hinterfragen und in Folge dessen gegen das kapitalistische Sklaventreiber-Prinzip demonstrieren. Wenn unsere Gesellschaft nicht so traumatisiert wäre, hätte es nach der Agenda 2010 wohl schon längst unendlich viele Aufstände, Demonstrationen und Streiks gegeben. Wenn nicht sogar einen Bürgerkrieg.

Meine Ideen sind eigentlich logisch: Spätestens mit dem Jahrtausendwechsel hätten wir im Zeitalter der modernen, antiautoritären Erziehung des 20. Jahrhunderts ankommen müssen! Freie Bildung! Freie Arbeit! Talentförderung und Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen humanistischer Prinzipien sollten ohne Druck und Zwang jedem Schüler in Deutschland zu Gute kommen. Nur noch eine Schule für alle! Keine Noten mehr! Jeder darf so lange wie er will lernen, bevor er eine Prüfung schreibt. Die Grundschule sollte bleiben, um lesen, schreiben und rechnen zu lehren und frühkindliche Empathie zu fördern. Und an alle jungen Eltern bleibt nur zu sagen: Versetzt euch in die Lage eures Baby und lasst euch nicht zuviel von alten Generationen beraten was Erziehung angeht, falls doch solltet ihr skeptisch hinterfragen. Handelt viel mehr instinktiv und intuitiv! (Es gibt natürlich auch ältere Generationen die schon früher antiautoritär erzogen haben. Ich hatte auch Freunde mit solchen Eltern.)

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Die traumatisierten Generationen: Das deutsche Bildungssystem zerstört Existenzen – Essay

Demokratie: Ineffizient aber fair? – „Demokratie abschaffen“ von Jason Brennan – Ein Kommentar und Buchvorstellung

„Wir bräuchten einen kompletten Systemwechsel, in denen Regierungen herrschen, die rein logisch, gemessen am Gemeinwohl, handeln und interagieren. Es sollte als oberste Prämisse immer das Gemeinwohl gelten. Erst danach sollten Aspekte wie Effizienz, Logik und Fortschritt in den Entscheidungsprozess mit einfließen, denn die Menschen und dieser Planet sollten uns immer am aller wichtigsten sein.“

Wir leben heute in revolutionären Zeiten. Wir stehen kurz vor dem 2. Maschinenzeitalter, in dem die künstliche Intelligenz den Menschen von jeder Arbeit befreien wird, die algorithmisierbar ist. Und das werden sehr, sehr viele Menschen sein. Wir stehen also so oder so vor einem extremen Umbruch der Gesellschaft. Die heutige Lohn- und Leistungsgesellschaft wird es bald so nicht mehr geben. Wenn knapp 45% der Menschen in den nächsten 25 Jahren ihre Jobs verlieren, wird es nicht mehr möglich sein Arbeit zu besteuern, womit dann die wichtigste Steuer des Staates weg fällt: Die Einkommenssteuer. Ich muss also betonen, dass sich die (a)soziale Marktwirtschaft in Deutschland und der Kapitalismus weltweit kurz vor seinem logischen Ende befinden. Heute geht es mir aber nicht um die Ideen und Maßnahmen die dringend nötig wären in der Zukunft, sondern um den steinigen Weg dahin und wieso der Weg überhaupt so steinig ist.

Was sich dringend ändern muss auf diesem Planeten, wissen wir im Grunde alle sehr gut, doch trotzdem geschieht nichts. Wir verfügen über genügend Vernunft, Wissenschaft und Technologie um zu erkennen, das wir weltweit so nicht mehr weiter machen können, ohne katastrophale Konsequenzen davon zu tragen. Und das in Bezug auf alle wichtigen Themen: Klimawandel, Kapitalismus, Corona, Rechtsruck, Digitalisierung, Armut und Hunger, Extremismus, Menschenrechte, Kriege… usw..

Das größte Problem der Gegenwart ist Macht. Die Macht der Entscheidungsorgane, die weder logisch noch human handeln, sondern lediglich nach Individualinteressen die mal so und mal so sein können. Generell denken Politiker nur von einer Legislaturperiode bis zur nächsten. Es geht den Parteien einfach nur um Machterhalt. Genauso geht es den Kapitalisten mit dem Geld. Es werden also extrem wichtige Entscheidungen, die sich auf die gesamte Menschheit auswirken, auf Eis gelegt, nur damit bestimmte Aktienkurse verschiedener Branchen nicht sinken. Manchmal ist es die Waffenlobby, manchmal die Kohlelobby, manchmal die Pharmaindustrie, manchmal die Immobilienbranche wie 2008. Die Individualinteressen sind vielfältig und groß und kommen von allen Seiten. Die gesamte Menschheit beschließt seine nächsten Schritte momentan weder nach logischen, noch nach objektiven Kriterien und erst recht nicht einheitlich und human. Wir bräuchten einen kompletten Systemwechsel, in denen Regierungen herrschen, die rein logisch, gemessen am Gemeinwohl, handeln und interagieren. Es sollte als oberste Prämisse immer das Gemeinwohl gelten. Erst danach sollten Aspekte wie Effizienz, Logik und Fortschritt in den Entscheidungsprozess mit einfließen, denn die Menschen und dieser Planet sollten uns immer am aller wichtigsten sein.

Wenn ein Boot langsam sinkt, sollten also alle Insassen logischer Weise zusammen das Wasser aus dem Boot schöpfen, um nicht unterzugehen. In dem Boot sitzen allerdings auch Leute, denen es wichtiger ist, die Zeit die Ihnen bleibt zum Sonnen oder Bier trinken zu nutzen, anstatt sich der Realität zu stellen. Das das Boot nach dem sinken niemand mehr benutzen kann und auch alle anderen mit unter gehen könnten, spielt für sie keine Rolle. Das ist im Grunde eine Skizze der Gesellschaft. Es gibt Menschen, die interessieren sich nicht für Menschen. Was tut man also, wenn Stumpf- und Starrsinn die vernünftige Entwicklung der Menschheit behindern? Genau darüber hat sich der Philosoph Jason Brennan Gedanken gemacht, die ich so ähnlich auch schon hatte. Die aktuell gelebte Demokratie ist viel zu langsam für das, was uns allen noch bevorsteht. Demokratie ermöglicht zum Beispiel, dass 49% einer Gesellschaft gegen 51% verlieren, auch wenn es dabei um völligen Schwachsinn geht. Das könnte in bestimmten Fällen katastrophales für die Gesellschaft bedeuten. Die heutige Demokratie ist also extrem inaktiv und ineffizient und berücksichtigt dabei auch nur teilweise den Willen des Wählers. Wieso tut man nicht, was getan werden muss? Wieso muss immer eine Mehrheit bestehen, bevor etwas geschieht? Und wieso nur eine bestimmte, willkürliche Mehrheit? Es gibt unendlich viele Verbote, Einschränkungen und Regeln die niemand wirklich mag, aber trotzdem alle akzeptieren, weil der gesunde Menschenverstand das eben so verlangt. Aber wenn es dann um Fleisch, Autos oder Geld geht, stecken alle den Kopf in den Sand. Weil das aber weder erwachsen, noch vernünftig ist, fühle ich mich dazu gezwungen das System, genau wie der Kollege Brennan, in Frage zu stellen. All diese Gründe brachten mich in Gedanken dann auch zur Demokratiekritik und Demokratietheorie.

Jason Brennan, ein interessanter, wirklich lesenswerter Philosoph aus den USA, beschäftigt sich mit Demokratietheorie, Ethik von Wahlen, Kompetenz und Macht, Freiheit und Moral in einer kommerziellen Gesellschaft. Sein Buch „Gegen Demokratie“ behauptet, dass die Wähler nicht informiert genug seien, um eine vernünftige Wahlentscheidung zu treffen, und diskutiert alternative Formen der Machtbildung, z.B. durch sogenannte „informierte Eliten“, die bei Wikipedia auch als „Philosophenherrschaft“ oder „Epistokratie“ bezeichnet werden.

In seinem Buch teilt Brennan die Gesellschaft in drei Kategorien. Hobbits, Hooligans und Vulkanier. Die Hobbits sind meist ungebildete Menschen, die kein Interesse an irgendwas haben, außer an sich selbst. Sie sollen die typischen Nichtwähler darstellen die von Tag zu Tag leben. Die Hooligans sind das absolute Gegenteil der Hobbits. Sie sind Menschen mit fester, verhärteter, ideologischer Meinung, die nur Medien konsumieren, die ihre eigene Meinung bestärken und bestätigen. Sie haben ihre klaren Feindbilder und wählen aus reiner ideologischer Verpflichtung heraus. Zu guter Letzt kommen die Vulkanier. Sie sind die idealen Wähler und im Grunde auch eigentlich die, die über alles entscheiden sollten, denn sie entscheiden rein objektiv, logisch und völlig frei von eigenen Interessen. In Brennan’s Theorie würde eine Expertenregierung nur aus Vulkaniern bestehen. Man wüsste dann, dass in den Parlamenten Menschen sitzen, die sich ausschließlich dem Gemeinwohl, der Logik und der Menschheit widmen. Lobbys aus der Wirtschaft werden dann keinen Einfluss mehr haben.

Ich denke das Problem an dieser Vorstellung bzw. Utopie bleiben die Hobbits und die Hooligans, die wohl niemals damit einverstanden wären, ihre Individualbeschwerden hinten anzustellen. In einer funktionierenden Epistokratie müsste man wohl vorher erstmal testen, wer überhaupt ein Vulkanier ist. Man müsste also Intelligenz, Intellekt, Emotionen und Empathie testen, um auszuschließen, dass irgendwelche Psychopathen im Parlament landen, wie es heute leider häufig der Fall ist. An die Macht kommen heute Leute mit Beziehungen, Geld, Status und Glück. Courage und Kompetenz sind ganz selten an den richtigen Stellen zu finden. Man schaue sich die Minister in den ganzen westlichen Ländern an. Kaum ein Minister hat vorher einen Beruf aus der Branche seines Amtes gelernt. Gesundheitsminister Spahn ist zum Beispiel Banker. Ich frage mich also, wieso man nicht die Menschen entscheiden lässt, die wissen was das Beste ist? Ich finde Demokratietheorie enorm spannend und freue mich über rege Diskussionen. Ich hinterlasse euch hier ein spannendes Interview mit Jason Brennan und einen Link welcher euch die Epistokratie nochmal genau erklärt.

Hier könnt ihr das Buch kaufen: Gegen Demokratie – Jason Brennan

Jason Brennan über sein Buch:

Über Epistokratie:
Wikipedia über Philosophenherrschaft (Epistokratie)

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Demokratie: Ineffizient aber fair? – „Demokratie abschaffen“ von Jason Brennan – Ein Kommentar und Buchvorstellung

Deutschland: Ein Land in dem Faschismus blüht und Menschlichkeit stirbt – Ein Kommentar

Ist Faschismus wirklich wieder eine legitime Meinung in Deutschland? Immerhin werden Aktivisten der Antifa teilweise als „Terroristen“ bezeichnet, dabei wehren diese sich gegen Faschismus. Wie ungebildet muss man denn sein, um zu denken, dass Faschismus etwas Gutes ist?

In diesem Artikel der Zeit behauptet der Chef des Verfassungsschutzes, die AntiFa sei kurz davor „linksterroristisch“ zu werden. Darüber das „Combat 18“ erst nach zig Jahren verboten wurde, sagt er natürlich nichts. Das Rechte in Deutschland, nicht erst seit dem NSU, schon ewig terroristisch agieren, wird auch nicht erwähnt. Auf die Frage, wie viele Rechtsextreme für den Verfassungsschutz arbeiten, antwortet er, er dürfe darüber keine Auskunft geben. Das ist schlichtweg Unsinn. D.h. es arbeiten also wirklich Rechtsextreme beim Verfassungsschutz, und er weiß davon? Deutschland hat ein extremes Faschismus Problem, bis ganz tief in die Reihen des Establishments und der Bundespolitik. Das ist inzwischen klar wie Kloßbrühe. Das das inzwischen so klar sichtbar ist,  bekommen natürlich auch ganz viele faschistische Schlafschafe in Deutschland mit, die endlich wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen.

Wenn ich bei Facebook oder Twitter Kommentare lese, die Schwarzen, Asylanten oder Juden den tot wünschen, oder wollen das Greta Thunberg im Atlantik ersäuft, oder den Holocaust leugnen, fällt mir immer wieder auf, dass das völlig normale Menschen aus der „Mitte“ der Gesellschaft sind. Da posten allein erziehende Mütter mit zwei Kindern auf dem Arm, das Greta Thunberg ein widerliches Geschöpf ist, welches ins KZ gehört, so wie man das früher auch gemacht hat mit Wichtigtuern. Ihr alle kennt diese Art von Kommentaren, ich muss das hier wohl kaum weiter ausführen. Wundern tut mich das aber nicht mehr, denn die AFD haut solche Aussagen ja regelmäßig raus. Und wenn die das machen, machen das andere Idioten nach.
Die Menschen fangen also an genau das zu verleugnen, was sie zum Menschen macht: Mitgefühl. Man findet sie massenhaft in jedem Sozialen Netzwerk und jeder Medien- und Nachrichtenseite. Ganz besonders unter Artikeln, die sich mit dem Klimawandel, Asylanten oder Aktivisten jeglicher Art auseinandersetzten. Denn „Gutmenschen“, also Menschen die anderen Menschen etwas gutes tun wollen, sind in den Augen der Rechten in Wahrheit böse und schlecht. Argumente und Belege für diese Ideologie gibt es natürlich nicht. Das zieht sich durch die gesamte rechte Szene: Komplette Realitätsverweigerung und rigorose Unterdrückung von menschlichem Mitgefühl. Ganz besonders die fehlende Menschlichkeit ist in den letzten Jahren durch die AfD weiter forciert worden. Viele Menschen, vor allem aus dem Osten, sind wirtschaftlich abgehängt und leben in völlig bildungsfernen Milieus. Hierzu gibt es eine interessante statistische Erhebung über den Bildungsstand der einzelnen Bundesländer. Lustiger Weise schneidet der Osten, mit den wenigsten Asylaten, am schlechtesten beim Einbürgerungstest ab. Das spricht nicht gerade für die ganzen AFD Wähler im Osten die so unglaublich deutsch sein wollen.

Einbürgerungstest: Ossis schneiden schlechter ab als WessisWenn diese komplexbeladenen, wütenden Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, ein passendes Feindbild vorgesetzt bekommen, müssen sie nur noch drauf hauen um sich besser zu fühlen. Endlich sind sie mal mehr wert als Andere. Sie haben alle nichts mehr, außer ihre Nationalität. Mitgefühl oder Nächstenliebe, Nähe und Geborgenheit, Respekt und Liebe sind wohl nicht Usus im Leben dieser Hass erfüllten „Schlechtmenschen“.

Fazit: In Deutschland verlieren wir die wütenden, abgehängten Menschen an die Rechtsextremen. Die Nazis haben durch die AFD und den Rechtsruck das Gefühl endlich wieder gehört zu werden, dass gibt vielen Schlafschafen, die sich vorher aus Anstand noch nicht ganz getraut haben, den letzten Stoß in die falsche Richtung. Dann ist auch die letzte Bastion der Menschlichkeit im Inneren dieser Personen verloren gegangen und Menschenhass wird in den Köpfen dieser Faschisten wieder legitim. Im Grunde benötigen wir eine erneute Aufklärung und ein Systemwechsel, der dafür sorgt, dass es eben keine abgehängten Menschen 2. Klasse mehr gibt. Die AFD nutzt die Opfer des Kapitalismus‘ als ihre Fußsoldaten. Die Armee der Zombies schließt sich den Nazis an.

Also ich bin lieber „Gutmensch“ als „Schlechtmensch“.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Deutschland: Ein Land in dem Faschismus blüht und Menschlichkeit stirbt – Ein Kommentar

#Rassismus – AfD geht gegen Antirassismus-Schild am Frankfurter Rathaus vor – Ein Kommentar

„Wenn die AfD diese Aktionen gegen Rassismus also verbieten möchte, ist das ein klarer Versuch Rassismus als legitime Meinung zu etablieren.“

Wiedereinmal outet sich die AfD öffentlich völlig ungeniert als faschistoid und rassistisch. Die AfD aus Frankfurt hat offizielle Beschwerde gegen ein Anti-Rassismus Schild am Frankfurter Rathaus eingelegt. Man sehe die Grundsätze der staatlichen Neutralität verletzt, so die Argumentation der AfD. Die AfD möchte also, dass der Staat Rassismus billigt und als Meinung akzeptiert. Es ist also nicht neutral Rassismus abzulehnen? Im Grunde hat die AfD sich damit erneut zu hundert Prozent hinter sämtliche faschistoide und rassistische Ideen gestellt. Wieso sollte die AfD sonst darauf bestehen, dass in offiziellen Behörden keine „Anti-Rassismus-Werbung“ stattfinden darf? Es fühlt sich niemand in diesem Land durch solche Plakate in seiner Freiheit beschränkt. Wieso auch? Rassismus ist in der westlichen Werte Gemeinschaft eben einfach keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Wenn die AfD diese Aktionen gegen Rassismus also verbieten möchte, ist das ein klarer Versuch Rassismus als legitime Meinung zu etablieren. Sowas tun nur Menschen die daran interessiert sind Rassismus mehr Geltung zu verleihen. Die AfD hat sich also ganz klar als faschistoid und rassistisch geoutet.

Hier könnt Ihr einen guten Artikel von lto.de über die Beschwerde der AfD lesen.

Ihr alle habt jetzt die Chance das „Plakat des Teufels“ als PDF bei http://www.respekt.tv runterzuladen, auszudrucken und irgendwo aufzuhängen. Auch unsere Redaktion hat Post bekommen von campact! mit drei Plakaten und ein paar Aufklebern, die wir nach und nach verteilen werden. Nerven wir die Faschisten und Rassisten dieser Republik, sie haben es uns selten so einfach gemacht!

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Schalom,
Schlomo Goldbaum

#Rassismus – AfD geht gegen Antirassismus-Schild am Frankfurter Rathaus vor – Ein Kommentar

Das anachronistische Bildungssystem in Deutschland: Ineffizienz in Reinform – Ein Kommentar

„Und genauso ist Schule auch heute noch: Man verschwendet 13 Jahre mit Scheisse die einen nicht interessiert, um dann, aber auch nur wenn man die Scheisse gut genug reproduziert hat, endlich das zu lernen was einen Interessiert.“

Schon als Schüler habe ich unser Bildungssystem als extrem ineffizient empfunden. Talente werden brach liegen gelassen oder sogar bewusst unterdrückt um die Harmonie zu bewahren. Kinder werden schon in der Grundschule traumatisiert, stigmatisiert und für ihr ganzes restliches Leben gebranntmarkt wie ein Vieh im Mastbetrieb. Würde ich die Metapher des Mastbetriebes weiterspinnen, könnte man anhand der Noten die Fleischqualität erkennen. Unser Bildungssystem erschafft einen immer komplizierter werdenden, großen Transfermarkt wie im Fußball, wo der wertvollste derjenige ist, der möglichst fleißig, gehorsam, diszipliniert, opportunistisch und unkompliziert all das wieder ausgekotzt hat, was man ihm vorher zu fressen gab. Gleichzeitig gilt: Jeder gegen jeden, die Welt ist kalt und böse und denk nur an deinen Vorteil. Die Idee zur Hervorbringung eines möglichst ruhigen, angepassten, unmündigen, braven Bürgers der seine Situation niemals hinterfragen würde, war eine preußische Idee. Man brauchte Ja-Sager und Opportunisten, um viele stumpfe Staatsbeamte zu erzeugen. Gleichzeitig stellte man so sicher, das die Regierung damals die Unterstützung des Volkes inne hatte, denn niemand wurde dazu erzogen mal über den Tellerrand zu schauen oder Fragen zu stellen.

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Und genauso ist Schule auch heute noch: Man verschwendet 13 Jahre lang mit Scheisse die einen nicht interessiert, um dann, aber auch nur wenn man die Scheisse gut genug reproduziert hat, endlich das zu lernen was einen Interessiert.

Das ist völlig fatal und dumm, das muss man so direkt sagen, weil es einfach zu offensichtlich sinnlos ist. Wie viele Menschen die möglicherweise Nobelpreise bekommen könnten, dürfen heute nicht Medizin studieren, weil irgendwelche ewig gestrigen Dummköpfe meinen, der Numerus Clausus sage etwas über die Eignung eines Menschen für einen bestimmten Studiengang aus. Der Mensch der ein Abi mit 1.0 macht hat lediglich 13 Jahre lang einfach nur sehr gut reproduziert. Um das mal umgangssprachlicher zu formulieren: Wer ein 1.0 Abitur vorlegt, beweist damit höchstens, dass er 13 Jahre lang fleißig wiederholt hat, was ihm gesagt wurde.

Die Noten sagen einem leider nichts über Talente, Intelligenz, Meinungen, Charisma, Interesse, Persönlichkeit, Empathie und Co.. Sie sehen ich könnte diese Liste beliebig erweitern. Da ich selbst seit 4 Monaten Vater einer wunderbaren, kleinen Tochter bin, mache ich mir zunehmend Gedanken darüber, wie und wo sie mal zur Schule gehen wird. Das ist eine schwierige Frage, denn meine Generation wurde durch das Bildungssystem ruiniert. Ich bin jetzt 30. Jahre alt. Die aller wenigsten meiner alten Freunde sind inzwischen erfolgreich und gesund zu gleich. Die meisten von Ihnen leiden an psychischen Problemen wie Depressionen, Sucht oder Burn-Out, die sich im Rahmen der hohen Leistungsanforderungen heutzutage sehr schnell entwickeln. Es gab sogar Selbstmorde unter meinen alten Klassenkameraden. Aus Statistiken weiß ich, dass das kein Zufall ist. Meine Generation, also die jungen Erwachsenen von heute, leidet deutlich mehr an psychischen Erkrankungen als die Generationen vor uns. Die Techniker Krankenkasse hat 2018 berichtet, dass im Schnitt jeder dritte Versicherte einmal im Leben unter einer psychischen Krankheit leidet. Daran Schuld ist der perverse Turbo-Kapitalismus, der bis in die letzten Ecken alles ökonomisiert, allein im Interesse der steigenden Rendite. Das sorgt für weniger Geld im Bildungshaushalt des Staates und macht Menschen zu asozialen Alleingängern ohne Empathie. Der Druck ist heute enorm hoch. Jeder muss besser sein als der andere, und das auch noch in Jobs, die gar keinen Spaß machen. Herzlichen Glückwunsch an die Idioten die sich das System ausgedacht haben.

Viele von den Menschen meiner Generation sind aber auch unentschlossene Dauerstudenten oder Lebenskünstler, die in Jobs arbeiten, wo sowas wie Bewerbungsmappen und Lebensläufe keine Rolle mehr spielen. Glücklicherweise gibt es inzwischen Oasen die potentielle Mitarbeiter nach wirklich relevanten Kriterien auswählen. Im Silicon Valley und in Berlin kommt es in vielen Firmen einfach darauf an wer du bist und was du kannst, und nicht was für Papiere du besitzt. Das sollte eigentlich auf der ganzen Welt Usus sein.

Es gibt selbstverständlich sehr, sehr viele Kritiker des Bildungssystems. Ich persönlich teile sehr die reformistischen Ansichten von Richard David Precht. Precht fordert eine einzige Schule, in der sich jeder Schüler seine eigenen Ziele stecken kann, um dann im eigenen Lerntempo dem Ziel Stück für Stück näher zu kommen. Die Schüler wählen ihre Ziele natürlich selbst nach ihren eigenen Interessen, Stärken und Talenten. Bis zur 4. oder 5. Klasse soll jedoch jeder die Grundschule besuchen, um einen gleichen allgemeinen Bildungsstandard zu gewährleisten. Dazu gehören Grundrechenarten, Lesen, Schreiben, Sozialverhalten, Empathie und selbstverständlich alle anderen wichtigen Dinge, die kleine Kinder an die Hand bekommen sollten. Danach geht es im Grunde nur noch darum die individuellen Interessen und Talente der Jugendlichen zu fördern. Noten wird es dann nicht mehr geben. Arbeitgeber müssen dann ihre Bewerber wirklich kennen lernen. Wir sollten insgesamt den Fokus auf die Förderung legen und nicht auf Forderung. Denn wer etwas fordert, bekommt meist eben nur das Geforderte oder weniger, wer aber fördert wird höchstwahrscheinlich überrascht. Das nennt sich dann Innovation durch kreative Freiheit (Das Prinzip funktioniert übrigens genauso beim Thema Bedingungsloses Grundeinkommen). Heute herrscht eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass hochintelligente Menschen durch den gesellschaftlichen Sieb rutschen. Ein Freund von mir hat sein Abitur nie geschafft, kann aber 12 Programmiersprache, und 5 Fremdsprachen. Er hat mit 10 Jahren sein ersten kompletten Kernel selbst programmiert (Ein Kernel ist sowas wie ein Betriebssystem). Der ist heute völlig unterbezahlt in Anbetracht dessen, was er eigentlich leisten könnte. Sein Platz sollte im Silicon Valley sein. Das bedeutet, dass in der Schule nur die erfolgreich sind, die so wenig anecken wie möglich. Alles ein bisschen, aber nichts richtig. Niemals Stellung beziehen, immer der Masse folgen. Immer mehr Sicherheit, immer weniger Risiko. Das klingt alles herrlich dumm-deutsch-preußisch, aber genau das ist bei uns die grausame Realität. Die meisten verkappten Genies fallen in unserem System durch das Raster. Das liegengelassene Potential in Deutschland ist extrem hoch. Das gesamte Fordern, Drücken, Zwängen und Bewerten von Jugendlichen wird in der Forschung als Bildungsmaßnahme schon längst als völlig überholt und enorm ineffizient verurteilt. Man braucht eigentlich nur hin zu schauen, dann sieht man, was für sinnlose Beschäftigungsanstalten unsere Schulen sind. Wir brauchen nicht nur einen politischen Wechsel in Sachen Klimaschutz, Rente, Soziales und Gesundheit, sondern auch sehr dringend im deutschen Bildungssystem, denn das bringt die Menschen hervor, die später mit klugen Köpfen das wieder gut machen müssen, was wir zerstört haben. Es wird Zeit für eine komplette Bildungsrevolution!

Zum Abschluss ein schönes Zitat:

„Lernen und Genießen sind das Geheimnis eines erfüllten Lebens. Lernen ohne Genießen verhärmt, Genießen ohne Lernen verblödet.“ – Richard David Precht

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Das anachronistische Bildungssystem in Deutschland: Ineffizienz in Reinform – Ein Kommentar