Lisa Eckhart: Schlechtes, antisemitisches Kabarett – Ein Kommentar

„Frau Eckhart ist halt einfach eine schlechte Kabarettistin mit schlechter Selbstwahrnehmung, die es anscheinend nötig hat immer wieder aufs Neue plumpe, politisch inkorrekte Gags zu bringen, um ihr Publikum bei Laune zu halten.“

Das Harbourfront Literatur Festival in Hamburg hat die Kabarettistin Lisa Eckhart aus Sicherheitsgründen wieder ausgeladen. Nach Angaben der Veranstalter gab es zu viele Beschwerden und Drohungen aus der „autonomen Szene“. Die Sicherheit der Künstler könnte man so nicht mehr gewährleisten, denn Polizeischutz käme nicht in Frage.

Der “Nochtspeicher” hatte abgesagt, weil er die Sicherheit von Künstlerin und Publikum angesichts von Drohungen aus der autonomen Szene nicht gewährleisten könne. “Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind”, zitierte der “Spiegel” aus einer Mail des “Nochtspeichers”. Im “bekanntlich höchst linken Viertel” werde eine solche Veranstaltung nicht geduldet, auch an Polizeischutz sei nicht zu denken, weil “die Situation dann sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen” könne. – rnd.de

Lisa Eckhart ist eine österreichische Kabarettistin, die immer wieder durch rassistische, antisemitische, homophobe und sexistische Aussagen negativ auffällt. Sie fällt selbstverständlich nicht bei jedem negativ auf. Es gibt Leute, wie zum Beispiel Dieter Nuhr, oder Gerhard Haase-Hindenberg von der jüdischen Allgemeinen, die Lisa Eckhart verteidigen und nicht verstehen können, dass es so viel negative Kritik gibt. Ich mochte Dieter Nuhr noch nie, und mag ihn jetzt noch weniger. Der liebe Gerhard Haase-Hindenberg von der jüdischen Allgemeinen betrachtet die Kunst von Lisa Eckhart meiner Ansicht nach auf eine ziemlich eindimensionale Art und Weise.

Seit einiger Zeit flattert nun eine extrovertierte Österreicherin, mal im körperbetonten Luxusoutfit, mal halbnackt über Bühnen und Bildschirme, gestikuliert mit dünnen Händen, auf denen bunte Fingernägel kleben, die wie die Krallen eines Raubtieres wirken, und spricht dabei höchst artifiziell solch verschachtelte Sätze wie diesen hier. Political correctness scheint ihr bestenfalls als Begriff bekannt zu sein, und ein definiertes Zielpublikum scheint für sie nicht zu existierten. Das allein ruft schon Gegner auf den Plan. Eine Facebook-Userin findet Lisa Eckhart – so heißt die so umstrittene wie streitbare Kabarettistin – »widerlich und unerträglich blasiert«. Eine andere vermag in ihr einfach nur eine »dämliche Ziege« zu sehen.

Solch subjektive Empfindungen zu artikulieren, ist deren gutes Recht. Lisa Eckharts Zuschauer in den ausverkauften Sälen, in denen sie bis zum Ausbruch der Corona-Krise auftrat, sahen und sehen das naturgemäß anders, und ich gestehe, einer von denen zu sein. Am 24. Januar habe ich im »Tipi am Kanzleramt« eine Künstlerin erlebt, die im bewundernswerten Rollenspiel als Femme fatale ein Feuerwerk an blitzgescheiten Assoziationen über die Rampe schickte, gesellschaftliche Vorurteile allein dadurch entlarvte, dass sie sie überspitzte. – Jüdische Allgemeine, Gerhard Haase-Hindenberg

Erst einmal muss ich gestehen, dass auch ich in Lisa Eckhart keine talentierte Schauspielerin sehe. Bei allem was sie auf der Bühne macht wirkt sie zu bemüht. Sie will eine Kunstfigur sein, die sie nicht sein kann. Ihre extreme Affektiertheit mündet in äußerst übertriebener Gestik die sie mit seltsam tiefer, androgyner Stimme, in seltsamer Intonation, untermalt. Ich würde nicht so weit gehen und sie „widerlich und unerträglich blasiert“ nennen, aber ich finde es wirklich unangenehm ihr beim Spielen zu zusehen. Unabhängig von ihrem Auftreten finde ich sie auch inhaltlich, an meinem kabarettistischen Maßstab gemessen, nicht gut. Frau Eckhart bedient immer wieder stark antisemitische, rassistische, homophobe und sexistische Klischees um zu polarisieren. Abgesehen von diesen unnötigen, politisch inkorrekten Spitzen gegen Juden, Schwarze oder Frauen, passiert meist nicht viel. Ich kann das Harbour Literatur Festival sowieso nicht verstehen. Es gäbe so viele gute Alternativen in Deutschland die man hätte einladen können. Die wären erstmal spielerisch und inhaltlich besser und dazu auch noch frei von Antisemitismus.

Frau Eckhart ist halt einfach eine schlechte Kabarettistin mit schlechter Selbstwahrnehmung, die es anscheinend nötig hat immer wieder aufs Neue plumpe, politisch inkorrekte Gags zu bringen, um ihr Publikum bei Laune zu halten. Ihre Auftritte sind wohl gut besucht. Das Publikum lacht laut und klatscht laut und das bei jeder „Pointe“, egal wie diese zustande gekommen ist. Es wäre gewagt zu behaupten, dass Frau Eckhart vielleicht bewusst im rechten Lager fischt, ähnlich wie der total empörte Dieter Nuhr.

Die Gags die sie erzählt wurden schon tausend mal besser erzählt, von Menschen, die sie auch wirklich erzählen können. Ich denke da an Woody Allen, Shahak Shapira oder Serdar Somuncu, die in ihrem Leben alle antisemitische bzw. rassistische Diskriminierung erleben mussten. Diese Menschen haben das, worüber sie Witze machen, am eigenen Leibe erfahren. Humor ist ihre Strategie mit diesem persönlichen Thema umzugehen. Dadurch ist die moralische Bewertung der politisch inkorrekten Grenzüberschreitung eine völlig andere. Einem Künstler der unter etwas leidet, was eigentlich nicht tolerierbar ist, sei verziehen, wenn er durch etwas nicht tolerierbares darauf aufmerksam macht. Abgesehen davon, hat Lisa Eckhart in ihrer Karriere wahrscheinlich mehr antisemitische Witze erzählt, als Shahak Shapira und Serdar Somuncu zusammen. Und eben da liegt der Hase im Pfeffer.

Hierzu fällt mir ein Zitat von Dr. Gregory House ein: „Maßhalten ist der Schlüssel, außer es schmerzt.“ Damit will ich sagen, dass selbst jüdische Künstler antisemitische Einflüsse sehr bedacht und vor allem an der richtigen Stelle einsetzen. Lisa Eckhart nennt zum Beispiel Schwarze einen ganzen Auftritt lang „Neger“. Das ist wohl ihre Vorstellung von guter, kritischer Satire. Bei Bild-Lesern funktioniert das vielleicht. Stumpfe dauerhafte Geschmacklosigkeiten reichen eben wirklich für manche Leute. Mario Barth hat’s bewiesen. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Lisa Eckhart ist der Mario Barth des Kabaretts.

Außerdem sind Dinge die man sagt und tut schöpferisch, weshalb ich Satire, Kabarett und Kunst generell schlecht finde, die inhumane Inhalte zum falschen Zweck missbraucht. Dieser ganze antisemitische, rassistische und sexistische Mist füttert leider auch immer die falschen Mäuler mit. Allein deshalb ist es immer wichtig, wer die Botschaften sendet und wer sie empfängt. Es gibt eine Menge Leute die sich in ihrer antisemitischen Haltung bestärkt fühlen, wenn sie in einer Show von Lisa Eckhart waren. Mögliche Gedanken nach einer Vorstellung:

„War ja klar, alles Juden die Kinderschänder in Hollywood. Echt heftig, da hat Sie recht, sollte man mal drüber nachdenken. Und sowieso werden immer die Juden so in Schutz genommen. Sie hat so recht.“

Genau solche Dinge passieren eben und das sollte auch Frau Eckhart wissen. Gerade in Zeiten, in denen Menschen zusammen auf die Straße gehen und gegen eine „Zionistisch-Kommunistische-Corona-Diktatur“ demonstrieren. Antisemitische Verschwörungstheorien gedeihen zur Zeit wie Unkraut an jeder Ecke. Auch aus diesem Grund, weil Lisa Eckhart Antisemitismus mit solchen Auftritten fördert, lehne ich ihre Kunst ab und finde es richtig, das der WDR gehandelt hat und ich finde es auch richtig, dass es so viele Beschwerden gab gegen ihren Auftritt in Hamburg. Wirklich bedauerlich ist, dass die Veranstalter Frau Eckhart generell sogar unterstützt hätten und sie jetzt nur ausladen, weil sie ihre Sicherheit nicht gewährleisten könnten. Vielleicht sollten die mal darüber nachdenken, wieso so viele Menschen ein Problem damit haben dass diese Dame da auftritt.

Ich möchte aber betonen, dass ich nicht sage, dass Frau Eckhart eine Antisemitin ist, denn das kann ich nicht beurteilen. Wahrscheinlich ist sie einfach nur auf Aufmerksamkeit aus. Ich kann nur beurteilen, dass ihre Kunst meiner Ansicht nach nicht gut ist und zusätzlich leider böse Geister weckt und füttert. Nochmal betonen will ich auch, dass mir die Kunstfreiheit sehr am Herzen liegt. Deshalb haben wir alle zum Glück auch die Freiheit einfach andere Kunst zu genießen und zu fördern. Zum Abschluss möchte ich euch den besten Kabarettisten Deutschlands ans Herz legen. Volker Pispers ist die absolute Oberklasse was Kabarett angeht. Ladet doch lieber ihn ein, statt Frau Eckhart. Volker Pispers hat einen super scharfen, ausgewogenen Blick auf die Welt und zieht seine Zuschauer mit wunderschönen Gegenüberstellungen und Gedankenexperimenten in seinen Bann. Er ist ein Menschenfänger mit einer wunderbaren, eloquenten Sprache. Falls ihr wollte, könnt ihr hier direkt einen Auftritt von ihm genießen.

Am Ende kann ich nur hoffen, dass sich Frau Eckhart inhaltlich um 180° dreht, dann kann ich mir vielleicht nochmal vorstellen meine Meinung über sie zu überdenken. Wenngleich ich nicht glaube, dass ich ihre affektierte Art zu spielen jemals mögen werde.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Lisa Eckhart: Schlechtes, antisemitisches Kabarett – Ein Kommentar

USA: Polizeigewalt, Rassismus und Chaos – Ein Kommentar

„Wie es scheint, ist selbst manchen Konservativen langsam klar geworden, dass Trump ein Kind im Körper eines Opa’s ist.“

In den USA herrscht absoluter Ausnahmezustand. Die Menschen sind schockiert über den offensichtlichen Mord der Polizei an George Floyd. Das Verhalten der Justiz direkt nach dem Geschehen war entsetzlich inhuman und rassistisch. Ein Gutachter hätte „festgestellt“, dass Floyd ein schon vorher beeinträchtigtes Herz hatte, welches wohl genau in der Situation den Tod bedingte. Weiterhin stand in dem Gutachten, dass Floyd höchstwahrscheinlich Drogen im Blut hatte die den Tod auch beeinflussen könnten. Die Familie Floyds beauftragte darauf hin selbst einen Gutachter, der zu dem Ergebnis kam, dass Floyd durch heftige Gewalteinwirkung über längere Zeit im Hals- und Nackenbereich gestorben ist. Wenn man sich dieses Video anschaut, erkennt man sofort, dass auch ein Laie zu dieser Diagnose kommen kann. Diese Polizisten sitzen mit den Knien zu viert und zu dritt auf einem regungslosen Mann der auf der Straße liegt. Minuten lang drücken Sie ihm mit dem Knie am Hals die Atmenwege zu, bis er erstickt. Wahrscheinlich war George Floyd schon sehr schnell ohnmächtig, weil der Hals eine sehr empfindliche Stelle des Körpers ist. Dieses Video dokumentiert also einen klaren Mord der Polizei an einem Bürger. So mündet die Polizeigewalt durch Rassismus in Mord.

Hier ein Auszug aus einem Artikel von Merkur.de:

Nach dem Tod von George Floyd gab es eine Autopsie. Die Untersuchung der Gerichtsmedizin fand damals keine Beweise dafür, dass er erstickt oder erwürgt wurde – was der Blick in das von der Tat veröffentlichte Video aber nahelegen würde. Die Gerichtsmedizin – und damit die offizielle Autopsie und Grundlage der Anklage – sah es als erwiesen an, dass Floyd gesundheitliche Probleme – eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und Bluthochdruck – hatte, sowie unter Rauschmitteln gestanden sei. In Verbindung mit dem Festhalten bei der Festnahme sei es zum Tod gekommen.

Floyds Familie wies die Ergebnisse dieser Autopsie zurück – unter anderem mit Verweis darauf, dass Floyd nicht an Erkrankungen gelitten habe. Sie beauftragten einen anderen Gerichtsmediziner mit einerneuen Autopsie.

Und diese brachte tatsächlich ein völlig anderes Ergebnis: Laut Anwalt Ben Crump sei „Erstickung durch anhaltenden Druck“ als Todesursache festgestellt worden. Die Obduktion der unabhängigen Gerichtsmediziner habe ergeben, dass Druck auf Floyds Nacken die „Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen“ habe, während gleichzeitig der Druck auf Floyds Rücken eine „Ausweitung der Lunge verhindert“ habe.

Für die Anklage hätte das weitreichende Folgen – der Vorwurf des Totschlags dürfte dann wohl nicht mehr zu halten sein, die Anklage müsste eher auf Mord lauten. Und auch die drei anderen an der Tat beteiligten Polizisten, die sich teilweise auf den Rücken gekniet hatten, dürften dann mit anderen Konsequenzen zu rechnen haben.

Es ist absolut erbärmlich und unmenschlich, wie Trump versucht seine faschistischen Verbrecher-Polizisten zu schützen. Erst jetzt, viele Tage nach dem Mord, wird dem verantwortlichen Polizisten Mord 2. Grades vorgeworfen. Auch das ist natürlich völliger Unsinn, denn dieser Polizist saß ja bewusst Minuten lang auf dem Hals von George Floyd. Ein schwarzer Polizist würde für die gleiche Tat höchstwahrscheinlich direkt Lebenslänglich bekommen.

Die USA sind völlig gespalten. Die einen lieben Trump und warten darauf ihrem Führer durch Waffengewalt und Revolution endlich zur Macht zu verhelfen, um dann eine Turbokapitalistische-Asoziale-Redneck-Konsum-Diktatur einzuführen. Und die anderen sind eben ganz normale Menschen wie du und ich, die sich einfach nur den gesunden Menschenverstand vermissen. Zivilcourage, Nächstenliebe, Gemeinwohl und Toleranz sind humanistische Grundprinzipien, die man man heute nicht erfährt. All diese Prinzipien sind leider sowieso nicht kompatibel mit einer Kapital orientierten, neoliberalen Wachstums-Ökonomie, die in den USA schon immer in perverser Perfektion angewendet worden ist.

Trump hat also unendlich viele Feinde und unendlich viele wahnsinnige Freunde mit Waffen. Noch dazu hat er sich in der Öffentlichkeit eindeutig radikalisiert. Trump hat damit gedroht das er auch das Militär gegen Demonstranten in Washington anwenden würde, falls die Ausschreitungen zu groß werden. Wenn ein Präsident dazu bereit ist das Militär gegen sein eigenes Volk einzusetzen, kann man sehr wohl davon ausgehen, dass der Präsident ein Extremist ist.

Auszug aus einem Artikel der faz.de:

Trump hatte am Montag angekündigt, „abertausende“ Soldaten des Militärs einzusetzen, um Ausschreitungen am Rande der friedlichen Proteste zu beenden.

Die Situation in den USA ist also extrem explosiv. Es gibt jetzt zwei Seiten. Die Einen sind auf der Seite von Trump und die Anderen eben nicht. Das Explosive dabei ist, dass sich  inzwischen mehrere mächtige Republikaner in verschiedenen Ämtern gegen Trump’s Aussagen und Aktionen ausgesprochen haben. Wie es scheint, ist selbst manchen Konservativen langsam klar geworden, dass Trump ein Kind im Körper eines Opa’s ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es inzwischen eine Mehrheit in den USA gegen Trump geben könnte, wenn sich jetzt im Verlauf noch mehr Prominente Stimmen gegen Trump wenden. Die Stimmung gegen Trump könnte noch größer werden, was den Demokraten politisch natürlich extrem hilft, gerade in Bezug auf die nächsten Wahlen. Wenn Trump merkt, dass es ihm langsam an den Kragen geht und die Stimmung kippt, wird er noch mehr provozieren als er es sowieso schon tut. Und da ist der K(n)ackpunkt.

Wenn sich die Stimmung gegen Trump in naher Zukunft noch größer werden sollte, wäre ja abzusehen, dass Trump die nächste Wahl wohl eher nicht gewinnen dürfte. Was würde dann passieren? Wenn Trump die nächste Wahl nicht gewinnt, wäre das ein harter Schlag gegen den Konservatismus und den Kapitalismus in den USA und es wäre gleichzeitig ein riesiger humanistischer Fortschritt in einem Land ohne Grundsicherung und gesetzlicher Krankenversicherung. 

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Spannungen in den USA nicht zwangsläufig zu einem Bürgerkrieg führen. Es herrscht ja völliges Durcheinander, besonders in den Entscheidungsebenen. Viele Generäle, Gouverneure, Minister und Polizeichefs sind Trump gegenüber inzwischen sehr kritisch. Besonders die demokratisch regierten Staaten in den USA sind völlig perplex und erschrocken über den gefährlichen Schwachsinn, den der Präsident fast täglich von sich gibt. Selbst alte, konservative Republikaner haben sich inzwischen gegen Trump ausgesprochen.

Kritik von prominenten Republikanern – Trumps Schutzmauer bekommt gefährliche Risse. Bislang hielt der Wall, den Trump um sich und die Republikaner im Kongress errichtet hat. Doch die Kritik am Präsidenten wird lauter und heftiger. Eine Analyse von Malte Lehming.“ – Ein guter Artikel von Tagesspiegel.de

Hier ein Auszug daraus:

Einen Tag später gingen gleich zwei Verteidigungsminister – ein ehemaliger, James Mattis, und der amtierende, Mark Esper – auf Abstand zu Trump. Mattis, der Trump zwei Jahre lang treu gedient hatte, äußerte sich scharf und pointiert über „drei Jahre ohne reife Führung“, der Auftritt des Präsidenten vor der Kirche sei ein „Missbrauch der Regierungsmacht“.

Esper war im Ton zwar konzilianter, in der Sache aber glasklar: Die Streitkräfte des Landes im Zuge der Proteste wegen des Todes von George Floyd einzusetzen, sei derzeit durch nichts zu rechtfertigen. Unterstützt wurde Esper von einer Gruppe ehemaliger hochrangiger Veteranen und Sicherheitsexperten. Außerdem meldeten sich alle noch lebenden Ex-US-Präsidenten zu Wort.

Ein Appell an alle Polizisten in den USA die noch Anstand und Empathie besitzen: Legt eure Waffen nieder und nehmt die Demonstranten an die Hand. Alle Menschen gehen dann Hand in Hand und lassen sich nicht von irgendwelchen Spinnern die Nächstenliebe und den Anstand rauben.

Wie wird es weiter gehen? Was wird Trump jetzt machen, und kann sich das Blatt auch gegen ihn wenden?

Schalom,
Schlomo Goldbaum

USA: Polizeigewalt, Rassismus und Chaos – Ein Kommentar

AfD – Ein Déjà-Vu der ekligen Sorte – Ein Kommentar

„Wenn die AfD unter Höcke Regierungsverantwortung bekommen würde, wäre die Pluralität und Freiheit eines jeden Individuums in Deutschland gefährdet.“

Wenn man die verschiedenen AfD Spitzenpolitiker so reden hört, in Talkshows oder auf Wahlkampfveranstaltungen, klingt das meist nur sehr selten einig. Man selbst würde die Aussagen der Kollegen vielleicht weniger zugespitzt formulieren, aber inhaltlich seien alle völlig integer. So oder so ähnlich redet in der AfD jeder über jeden, wenn Journalisten völlig geschockt nach der Ernsthaftigkeit so mancher Aussagen fragen. Bernd Höcke zum Beispiel ist nachgewiesener Faschist, der in der AfD als völlig integer und politisch mittig angesehen wird. Ich frage mich da immer, wie die AfD mit einer homosexuellen Frau Weidel im Chefsessel umgeht. Das widerspricht dem AfD Entwurf einer Biodeutschen-Abendländischen-Familie doch völlig oder? Eine Frau die eine Frau liebt und Kinder adoptiert hat, ist für Bernd Höcke doch wohl die schlimmste Traumatisierung von Kindern die es gibt, oder nicht? Der gesamte faschistische Flügel der AfD lacht sich darüber kaputt wie die AfD-Führung Slalom tanzt um die faschistischen Tretminen die so hinterlassen werden. Irgendwann hat der Flügel die AfD von Innen völlig ausgehöhlt und Frau Weidel wird sich noch wundern, was der Bernd wirklich von Ihr hält. Höcke sagte ja bereits Dinge wie:

„Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen, aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutsche keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt.“ – Bernd Höcke

oder auch

„Die Sehnsucht der Deutschen nach einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volk wieder heilt, die Zerrissenheit überwindet und die Dinge in Ordnung bringt, ist tief in unserer Seele verankert.“ – Bernd Höcke

Das sind ganz klare Zugeständnisse der gezielten Intoleranz gegenüber spezifischen Minderheiten. Wenn die AfD unter Höcke Regierungsverantwortung bekommen würde, wäre die Pluralität und Freiheit eines jeden Individuums in Deutschland gefährdet. Ein Fan von Höcke, der Herr Frohnmeier sagte sogar mal:

„Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk.“ – Markus Frohnmeier

Die Menschen die in der AfD als konservative, gemäßigte Mitte angesehen werden, reden regelmäßig vom Aufräumen und Ausmisten von Menschen. Ich Frage mich, wann Gauland und Co. Leute wie Höcke, Frohnmeier, Gedeon und Räpple aus Ihrer Partei ausmisten, bevor der Flügel die AfD ausmistet. Nicht das die die anderen Herren der Partei besser wären, ich habe nur das Gefühl, dass Gauland, Meuthen und Weidel lediglich die salonfähigen Handpuppen der Faschisten sind, um den demokratischen Parlamentarismus so weit wie möglich zu unterwandern, so wie es Hitler einst getan hat. Herr Meuthen kann sich garnicht so oft distanzieren, wie er andauernd mit Rassismus, Faschismus und Antisemitismus in Zusammenhang gebracht wird. Wenn das Verfassungsgericht inzwischen festgestellt hat, das es Menschen wie Bernd Höcke gibt, die Ämter in einem Landtag bekleiden, wird es Zeit über ein generelles Verbot der AfD nachzudenken, um die Möglichkeit einer Manifestierung faschistischer Elemente in diesem Staat im Keime zu ersticken. Wehret den Anfängen!

Schalom,
Schlomo Goldbaum

AfD – Ein Déjà-Vu der ekligen Sorte – Ein Kommentar

„Israelkritik“ – Der Inbegriff von Doppelmoral – Ein Kommentar

„Dieses ganze Israelbashing ist sinnloser, irrationaler Zeitvertreib für hasserfüllte Menschen, die denken, man würde ihnen eine Mitschuld am Holocaust vorwerfen, dabei sind sie nur schuldig, wenn sie den Holocaust relativieren oder eben ihrer Verantwortung aus dem Weg gehen, die Schuld ihrer Vorfahren zu Gedenken, damit so etwas wie Früher nie wieder passiert.“

(Beitragsbild von http://www.deutschlandfunkkultur.de)

Letztens schaute ich meine Frau an, grinste und fragte: „Was wären die Juden bloß ohne die Antisemiten?“. Wir wären nicht allmächtig, nicht reich, nicht überdurchschnittlich intelligent und gebildet, wir hätten keine Kontrolle über das Weltgeschehen und wären nicht das auserwählte Volk. Da haben wir noch mal Massel gehabt!

Spaß bei Seite: Die Wahrheit ist das exakte Gegenteil. Das jüdische Volk wird seit über 5000 Jahren verfolgt und vernichtet. Das bedeutet, dass die Juden niemals richtig Fuß fassen konnten. Sie waren immer die „Neuen“ oder die „Flüchtlinge“. Sie wurden durch antisemitische Gesetzte ins Finanzwesen gezwungen und heute hasst man Sie deswegen. Egal was Juden machten, sie waren nie wirklich akzeptiert.

Ein Kommentar von J. C. Herries zeigt deutlich wie viel Misstrauen jüdische Bänker im 19. Jahrhundert aushalten mussten:

„Der hier ansässige Rothschild hat die verschiedenen Aufträge, die wir ihm anvertraut haben, hervorragend ausgeführt, und obwohl er ein Jude ist, haben wir ein gutes Maß an Vertrauen zu ihm.“

Deshalb war es auch längst überfällig den Staat Israel zu gründen, in dem Juden endlich frei und friedlich, ohne Diskriminierung leben konnten. Es ist traurig, dass erst die Shoa die Menschheit zum Nachdenken brachte. Am 14. Mai 1948 war es dann endlich so weit und der Staat Israel wurde gegründet. Sehr schnell wurde aus großen Teilen trockener Wüste ohne Menschenrechte ein blühendes, demokratisches, freies Land in dem völliger Pluralismus herrscht. Straßen wurden verbessert, Häuser wieder renoviert und die großen Städte modernisiert. Christen, Juden und Muslime arbeiten Hand in Hand bei der Armee, Polizei und in Krankenhäusern. Es wird nebeneinander auf dem Tempelberg gebetet und wenn Wahlen anstehen, darf jeder wählen, egal welches Geschlecht oder sexuelle Orientierung. Im Gegensatz zur riesigen arabischen Umgebung ist Israel eine Oase der Freiheit und der Freude in alle denkbaren Richtungen.

Und jetzt kommen wir auch zum heutigen Dilemma: Israelkritik als Deckmantel für salonfähigen Antisemitismus. Wenn man Israelkritik im Duden nachschlägt, steht das relativ allein da. Es gibt zumindest keine Chilékritik, oder Englandkritik, noch sonst irgendeine Staatsbezogene Kritik als Wortneuschöpfung. Aber was wirft man Israel eigentlich vor, dass man extra für diesen Staat eine Wortneuschöpfung initiiert? Eine ganze Menge wirft man Israel vor. Man wirft Israel Dinge vor, die man unendlich vielen anderen Staaten schon viel länger und intensiver vorwerfen müsste. Nur zur Info: In der Charta der meisten islamistischen Terror-Vereinigungen (Hamas, Boku Haram, Al’Quaida usw.) um Israel herum steht noch heute: Auslöschung aller Juden inklusive der Zerstörung des Staates Israel. Das Existenzrecht Israel’s wird generell nicht anerkannt. Das ist nicht nur bei der Hamas Usus. Rund um Israel werden kleine Kinder mit hasserfüllten Comicserien zu kleinen Antisemiten erzogen, die dann an den Grenzen stehen und mit 6 Jahren auf Juden schießen oder Bomben platzieren. Das ist kein Scherz, jeder von euch kann sich diese Fernsehsender im Internet anschauen: 24 Stunden Judenhass Livestream, getarnt als seriöse Sender im arabisch sprachigen Raum. In den westlichen Medien steht dann aber nur: Israel – Kindermörder. Man stelle sich vor die Hamas stünde vor Washington, Berlin, Moskau oder London. All diese Staaten würden ihre Städte absolut und rigoros verteidigen ohne dabei auf irgendwelche ideologischen Eitelkeiten Rücksicht zu nehmen. Und danach würde keiner dieser Staaten als „Kindermörder“ oder „Apartheidsstaat“ beschimpft oder gar mit dem 3. Reich verglichen werden. Und genau deswegen kann ich diese ganze schlechte, doppelzüngige, in Teilen antisemitische Propaganda nicht mehr ernst nehmen. Dieses ganze Israelbashing in Deutschland ist sinnloser, irrationaler Zeitvertreib für hasserfüllte Menschen, die denken, man würde ihnen eine Mitschuld am Holocaust geben, dabei sind sie nur schuldig, wenn sie den Holocaust relativieren oder eben ihrer Verantwortung aus dem Weg gehen, die Schuld ihrer Vorfahren zu Gedenken, damit so etwas wie Früher nie wieder passiert. Das ist Verantwortung die jeder Bürger in Deutschland übernehmen muss und das zerfrisst manche völlig. Vielleicht sind viele Menschen auch einfach neidisch auf die Aufmerksamkeit die man dem Holocaust und damit auch den Juden entgegenbringt. Das wäre an Dummheit nicht zu überbieten.

Eines möchte ich jedoch einmal klar stellen: Das es auch in Israel Faschisten und Idioten gibt, brauche ich, glaube ich, nicht zu erwähnen, denn das bringt der gesunde Menschenverstand von allein mit sich. Eine interessante Info: Innerhalb der ca. 16 Mio. Juden weltweit gibt es eine sehr konservative, ultraorthodoxe Minderheit, die auch Frauen und Männer trennt. Das ist aber auch schon im Grunde das Extremste, was noch legal ist in Israel. Sowas wie Zwangsheiraten oder Ehrenmorde und Steinigungen wie in Teilen der islamistischen Community sind in Israel und im Judentum selbstverständlich verboten. Vor allem das Herabwürdigen von Frauen widerspricht sich extrem mit dem Judentum. Das Judentum wird über die Mutter auf das Kind übertragen, dass ist ein großer Unterschied zu anderen Religionen. Nach der Halacha (dem religiösem Regelbuch des Judentums) ist jemand Jude, wenn er von einer jüdischen Mutter geboren wurde, wobei das in vielen reformistischen und säkularen Gemeinden nicht mehr so ist. Es ist bei orthodoxen Juden auch oft so, dass die Mutter versucht ihre Kinder zu verheiraten und dann „künstliche“ Dates organisiert, in der Hoffnung das der Funken springt. Das nennt sich dann „Schidech“ – absolut seltsam und sinnlos.

Israel ist ein Land wie jedes andere pluralistische und demokratische Land im Westen. Deshalb ist es schlichtweg falsch, immer wieder mit zweierlei Maß zu messen.

Hier mal eine kleine Liste an versuchten Vernichtungskriegen gegen Israel:

1948 – Erster arabisch-israelischer Krieg
1956  Suezkrieg
1967  Sechstagekrieg
1970 – „Schwarzer September“
1972  Das Olympia-Attentat
1973  Jom-Kippur-Krieg

Jeder dieser Kriege ist ganz einfach im Verlauf bei Wikipedia nachzulesen. Ihr werdet feststellen: Keiner dieser Kriege ging von Israel aus. Und das waren nur die Kriege bis 1973. Israel hat jeden Krieg, trotz enormer Unterzahl, haushoch gewonnen. Vor und nach jedem Krieg gab es immer wieder erneute Waffenstillstandsabkommen, die immer wieder von arabischer Seite gebrochen wurden. Israel wurde also zum Handeln gezwungen. Aber selbst daran gab es dann Kritik: Israel hat die Länder, die angeriffen haben, unglaublicherweise besetzt. Ja was denn sonst? Es ist klar, dass verwirrte Barbaren nach Kriegen vebrannte Erde hinterlassen, Israel jedoch nicht. Es wurde selbstverständlich für Sicherheit gesorgt, damit nicht direkt wieder rum geballert wird. Familien und vor allem Kinder aus der zivilen Gesellschaft müssen vor Terror geschützt werden, sowohl innerhalb, als auch außerhalb Israels. Es ist in den Jahrtausenden zur Mode geworden den Juden irgendetwas vorzuschreiben, um sich im nachhinein darüber zu beschweren. Man verbot den Juden im Mittelalter alle „ehrlichen“ Berufe und wunderte sich dann darüber, dass es viele einflussreiche Juden im Finanzsektor gibt. Einfach nur dumm. Israel vertritt ganz normale Menschenrechte, wie jeder andere demokratische, westliche Staat auch. Die USA hat mehrfach ohne Mandat immer wieder andere Länder besetzt in denen Menschenrechte kaum eine Rolle spielten (Irak, Iran, Kosovo, Albanien, Libyen, Syrien… usw.), und das sogar ohne vorher von diesen Staaten angegriffen worden zu sein. Wie ihr sehen könnt: Doppelmoral in Bezug auf Israel seit 1948 bis heute, egal wo man hinschaut. Jeder darf sich wehren, nur Israel nicht. Und wenn, dann am besten nur mit Wasserpistolen.

Es ist wichtig die kapitalistische Ausbeutung des Westens zu kritisieren. Darunter kann man absolut auch Israel mit ihrer teilweise hinderlich, konservativen Politik kritisieren. Selbstverständlich leiden auch viele Palästinenser unter den Einschränkungen in Gaza und Westbank. Israel ist und war niemals perfekt und absolut nicht unschuldig, aber das ist eben normal. Wer viel tut, kann auch viel falsch machen und Israel ist eben ein sehr junges, kleines, dynamisches und extrem fortschrittliches Land, welches von allen Seiten gehasst wird. Der große Unterschied zu den Nachbarstaaten ist eigentlich offensichtlich: Israel will Ruhe, Frieden, Fortschritt und Freiheit, die andere Seite will Vernichtung, Vergeltung, Faschismus und Diktatur, obwohl sie Frieden und Freiheit in Israel haben könnte, selbstverständlich auch als nicht jüdischer Mensch. Ich bete für Frieden.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

 

 

„Israelkritik“ – Der Inbegriff von Doppelmoral – Ein Kommentar