Belarus: Europa muss kompromisslos gegen Lukaschenko vorgehen – Ein Kommentar

„Wir können nicht immer nur dann Demokratie und Menschenrechte predigen, wenn es uns wirtschaftlich gerade so passt. Die anderen europäischen Länder sind mit Sanktionen gegenüber Weißrussland viel zu zögerlich. Ich stimme der Haltung Litauens hinsichtlich dieser Tatsache absolut zu, denn wir sollten alle möglichen Optionen die wir haben, um Lukaschenko zu schwächen, maximal ausschöpfen, bevor wir an militärische Manöver denken. Eine Diktatur in Europa, im Jahre 2020, ist absolut nicht hinnehmbar.“

[Beitragsbild von Artem Podrez]

Die aktuellen Demonstrationen und Proteste der Bevölkerung in Belarus werden immer zahlreicher und größer. Lukaschenko reagiert mit immer mehr Festnahmen und radikaler Polizeigewalt. Die Menschen überlegen sich immer mehr alternative Arten friedlich zu protestieren. So ist zum Beispiel selbst das Singen in der Öffentlichkeit zur Zeit verboten. Musiker aus einem Theater in Minsk protestieren jetzt regelmäßig, in dem sie an verschiedenen exponierten Stellen in der Öffentlichkeit das inoffizielle Lied der Protestbewegung singen. Egal wo die Musiker ihren Protest veranstalten, sie erhalten überwiegenden Applaus.

(Youtube, DW Deutsch, https://www.youtube.com/watch?v=DG3qtHQ4JLU)

Die gesamte europäische Bevölkerung erlebt zur Zeit den illegalen, korrupten Machterhalt eines größenwahnsinnigen Diktators, der nicht davor zurück schreckt Menschenrechte zu brechen und Gewalt anzuwenden. Proteste in Weißrussland werden zur Zeit auf Befehl Lukaschenkos brutal von der Polizei zerschlagen. Die große Mehrheit der Bevölkerung will den Diktator Lukaschenko, der sich ausschließlich durch Wahlbetrug und Polizeigewalt im Amt hält, seines Amtes entheben. Schon die letzte Wahl war von Lukaschenko illegal manipuliert worden, um seinen Machterhalt zu garantieren. Die Bevölkerung leidet nun unter dem Problem, dass Lukaschenko alle Behörden kontrolliert und dadurch im völligen Alleingang Rechte brechen kann, ohne dass andere staatliche Organe ihn daran hindern könnten. Es herrscht in Belarus zur Zeit keine Gewaltenteilung. Die weißrussische Bevölkerung ist also auf die Hilfe anderer Staaten angewiesen. Alles was sich innerhalb Weißrusslands gegen Lukaschenko aufbäumt, wird direkt verhindert. Oppositionelle werden bedroht, festgenommen oder zur Ausreise gezwungen.

Die belarussische Oppositionspolitikerin Olga Kowalkowa ist nach Polen ausgereist. Vor Journalisten sagte sie, sie sei nach ihrer Festnahme in der vergangenen Woche von belarussischen Sicherheitskräften bedroht und dann zur polnischen Grenze gebracht worden. Laut des belarussischen Internetportals tut.by sei sie von den Behörden in Belarus zur Ausreise gedrängt worden. – Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, khe

Demonstranten und Oppositionelle werden vor weiteren Protesten gewarnt und vom Innenministerium eingeschüchtert. Bei jeder Gelegenheit werden Demonstranten festgenommen oder mit brutaler Polizeigewalt bedroht und gefährdet.

Trotz eindringlicher Warnungen haben sich in Minsk wieder Zehntausende Menschen versammelt, um gegen Staatschef Lukaschenko zu protestieren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Es gab viele Festnahmen.

Bei den Massenprotesten in Belarus (Weißrussland) gegen den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko hat die Polizei am Sonntag wieder viele Menschen festgenommen. Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten vorgingen und sie in Polizeibusse zerrten. Vor allem Männer wurden abgeführt. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach am Nachmittag von mehr als 70 Festnahmen, das Innenministerium zunächst von weniger. – Quelle: t-online.de

Wie ich das sehe, haben wir jetzt ein manifestes Problem in Europa. Die gesamte EU steht selbstverständlich geschlossen gegen das diktatorische Regime von Lukaschenko und hat das auch schon deutlich zum Ausdruck gebracht. Litauen wirft der EU jetzt Untätigkeit vor, weil die Opposition in Belarus wohl zu wenig Hilfe erfahren würde. Die Frage ist, inwiefern man sich eine konkrete Unterstützung der Opposition jetzt vorstellt, denn Putin hat sich hinter den Diktator Lukaschenko gestellt und bietet jetzt auch seine Hilfe an. Russland schickt Propagandisten nach Belarus, die in allen großen Redaktionen installiert worden sind, um kräftig Stimmung für Lukaschenko zu machen. Zusätzlich will Putin im Notfall auch Truppen schicken, die die Polizei in Belarus gegen die eigene Bevölkerung unterstützen sollen. Das würde dann bedeuten, dass Russen nach Belarus kommen, um in offizieller Uniform gegen zivile weißrussische Bevölkerung zu kämpfen. Allein die Vorstellung ist völlig absurd. Mit solchen Mittel kann die EU die Opposition selbstverständlich nicht unterstützen.

Mit der Unterstützung die Putin Lukaschenko anbietet, schüttet er Benzin ins Feuer der Ost-West-Diplomatie. Die Causa Nalwany und die Situation in Belarus treiben zur Zeit einen Keil zwischen den Osten und den Westen.

Die Demokratiebewegung fordert den Rücktritt Lukaschenkos. Ziel der Proteste ist es, die Freilassung von Gefangenen zu erreichen, die Polizeigewalt strafrechtlich verfolgen zu lassen und Neuwahlen zu erwirken.

Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren autoritär regierenden Staatschef Wahlbetrug vor, auch die EU erkennt die Wahl nicht an. Litauen und die beiden anderen baltischen EU-Mitglieder Lettland und Estland haben bereits Sanktionen gegen weißrussische Regierungsvertreter verhängt, darunter gegen Lukaschenko. Unterstützt wird der Präsident dagegen von Russland.Der Standard (APA, red, 6.9.2020)

Unabhängig von der Causa Nawalny, muss sich ganz Europa geschlossen gegen die Diktatur Lukaschenkos stellen. Wir können nicht immer nur dann Demokratie und Menschenrechte predigen, wenn es uns wirtschaftlich gerade so passt. Die anderen europäischen Länder sind mit Sanktionen gegenüber Weißrussland viel zu zögerlich. Ich stimme der Haltung Litauens hinsichtlich dieser Tatsache absolut zu, denn es sollten alle möglichen Optionen ausgeschöpft werden, um Lukaschenko zu schwächen, bevor militärische Manöver gefahren werden. Das ständige Säbelrasseln mit militärischen Manövern halte ich für absolut destruktiv. Mir ist bewusst, dass mächtige Menschen an den Spitzen von Staaten nicht zwangsläufig intelligent sein müssen. Ich glaube aber auch, dass es relativ einfach zu verstehen ist, dass militärische Drohungen zwischen dem Osten und Westen absolut fatale und desaströse Folgen auf die gesamte Weltwirtschaft haben könnten. Wenn die EU sich also dazu entscheiden würde Lukaschenko geschlossen militärisch zu bedrohen, würde sich Russland symbolisch hinter Lukaschenko stellen, was in eine Patt-Situation führen würde, mit der keinem Menschen in Belarus geholfen wäre. Es stünden sich dann jede Menge militärische Drohungen gegenüber, die alle diplomatischen Bemühungen zerstören würden.

Deshalb sollte der gesamte Westen Belarus geschlossen sanktionieren und den Druck wirtschaftlich weiter erhöhen, um deutlich zu machen, dass es keine weitere Zusammenarbeit mehr geben wird, solange Lukaschenko noch im Amt ist. Der wirtschaftliche Druck sollte dann so groß werden, dass Lukaschenko Putin um noch mehr Hilfe bitten müsste. Die extremen wirtschaftlichen Nachteile die durch die Sanktionen für Belarus entstünden, würde Russland nicht bezahlen wollen. Ich glaube nicht, dass Putin Lukaschenko bis in den völligen Ruin unterstützen würde. Allein durch die Causa Nawalny ist die Spannung zwischen dem Westen und Russland zur Zeit extrem hoch. Wenn Russland den Diktator Lukaschenko gegen die EU bedingungslos verteidigen würde, hätte das extreme wirtschaftliche Nachteile nicht nur für Belarus sondern auch für Russland. Putin würde Nord Stream 2.0 nicht für Lukaschenkos Machtfantasien opfern. Das milliardenschwere Projekt Nord Stream 2.0 hängt durch die Causa Nawalny sowieso schon am seidenen Faden. Russland hat mit diesem Deal einen wirklich lukrativen Coup gelandet, den bestimmte westliche Länder gerne verhindert hätten. Den USA wäre es wahrscheinlich ganz recht, wenn die Gas-Pipeline von Russland nach Deutschland nicht fertiggestellt werden würde. Die USA befürchten nämlich, dass der Absatz des durch Fracking gewonnenen Flüssiggases einbrechen würde. Es gibt aber auch kritische Stimmen aus Deutschland, die sagen, dass die ökonomische Relevanz von Flüssiggas in Deutschland in den nächsten Jahren sowieso nachlassen wird und sich dieses Projekt deshalb nicht lohnen würde. Andere werfen der Merkel-Regierung vor, dass Nord Stream 2.0 mehr politischen als wirtschaftlichen Charakter hätte. Man würde Putin damit wohl nur ein bisschen bauchpinseln.

Fazit: Am Ende des Tages müssen wir uns alle fragen, ob wir es akzeptieren können, dass in unserer direkten Nachbarschaft in Europa, im Jahre 2020, ein Diktator sein Volk unterdrückt und regelmäßig Menschenrechte bricht. Wie ich weiter oben bereits sagte, können wir nicht immer nur dann Demokratie und Freiheit predigen, wenn es uns gerade passt. Auch wenn es zu wirtschaftlichen Nachteilen und Verhärtungen kommen könnte, müssen wir absolut kompromisslos gegen Lukaschenkos Diktatur vorgehen. Dabei spreche ich nicht von militärischen Drohungen, Manövern oder Machtdemonstrationen.

Dementsprechend positiv sehen viele Schweden die Machtdemonstration ihrer Streitkräfte, so Johan Fredriksson: „Es ist eine außergewöhnliche Maßnahme, die uns daran erinnert, dass die Lage in Belarus nicht nur für die Zukunft von Belarus entscheidend ist, sondern auch für unsere eigene künftige Sicherheit und die ganz Europas.“ – tagesschau.de, Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Auch wenn die Schweden diese Machtdemonstration ihres Militärs gut finden, halte ich diese Reaktionen für nicht konstruktiv und zielführend. Man sollte zwar das Militär in Bereitschaft halten, aber auf keinen Fall irgendwelche militärischen Manöver zur Abschreckung fahren, nur weil Lukaschenko und Putin das auch machen. Es ist eine starke Aussage, wenn man einfach nicht auf solche militärische Provokationen reagiert. Die EU würde damit ihre Ablehnung von Gewalt noch stärker unterstreichen. Man sollte militärische Provokationen einfach immer ins Leere laufen lassen, denn wohin uns diese niemals enden wollende Aufrüstung führen kann, haben wir bereits im kalten Krieg erleben müssen. Lasst Putin und Lukaschenko doch prahlen so viel sie wollen, sie werden wohl kaum einen dritten Weltkrieg auslösen. Der gesamte Westen sollte sich zusammensetzen und einen großen Sanktions-Plan entwerfen, der Belarus wirtschaftlich stark schwächen würde. Die Sanktionen sollten in erster Linie aber ausschließlich Belarus betreffen und nicht Russland, damit die Spannungen in der Causa Nawalny sich nicht mit den Spannungen der Causa Belarus überschneiden. Diesen Plan stellt man Lukaschenko dann vor und setzt ihm eine Frist. Wenn er bis dahin nicht zurückgetreten ist, werden alle Sanktionen in die Realität umgesetzt. Ich bin der festen Überzeugung, dass Putin Lukaschenko dann wie eine heiße Kartoffel fallen lassen würde.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Belarus: Europa muss kompromisslos gegen Lukaschenko vorgehen – Ein Kommentar

Die geplante „Demonstration für Freiheit“ ist kruder Schwachsinn – Ein Kommentar

„Tausende Menschen sterben an den Folgen der Corona-Infektion. Weltweit kämpfen die Nationen mit Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie, um möglichst viele Menschenleben zu retten und hier in Deutschland gehen Menschen auf die Straße, weil sie denken sie leben in einer „Corona-Diktatur“, weil sie Masken tragen müssen zum Schutze ihrer Mitmenschen. Zusätzlich sind große Teile dieser Demonstranten rechtsradikale, antisemitische Verschwörungstheoretiker die auf dieser Demonstration ihre rechtsradikale Propaganda verbreiten wollen. Diese gesamte geplante Demonstration ist an Dummheit und Ignoranz nicht zu überbieten.“

Jeden Tag lese ich die Telegram Posts von Atilla Hildmann, Xavier Naidoo, QAnon, dem Volkslehrer und vieler, vieler anderer aus der rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker Szene, damit es so wenig wie möglich andere Menschen tun müssen. Auf diesen ganzen Kanälen werden Rechtsradikale aus den verschiedensten Lagern deutschlandweit dazu aufgerufen am 29.08 in Berlin an der „Demonstration für Freiheit“ teilzunehmen. Abgesehen davon werden natürlich auch unzählige antisemitische und rassistische Verschwörungstheorien über diese Kanäle verbreitet, die mit jedem Tag verrückter werden. Was zur Zeit jedoch ganz stark auffällt ist die große Uneinigkeit die in diesen Kreisen herrscht. Jeder hält jeden für einen Verräter, Illuminaten, Satanisten oder heimlichen Juden. Jeder hält seine Verschwörungstheorie für wahrer als die der anderen und jeder baut sich seine eigene Agenda im Kopf zusammen. Das ist traurig und lustig zur gleichen Zeit. So glaubt Atilla Hildmann inzwischen, dass QAnon von der NWO installiert worden ist, um die Menschen auf der Demo in eine Falle zu locken, oder irgendwie so in der Art. Hier zwei Ausschnitte aus dem Telegram-Kanal von Hildmann:

Hildmann

Hildmann kritisiert den allmächtigen „Q“ und platziert dann seine Version:

HildmannAgenda

Jetzt mal ganz im Ernst: Mehr Freiheit als diese Gestalten auf diesen kruden Demos genießen, kann man gar nicht haben! Das absolute Gegenteil ist nämlich eigentlich der Fall: Die haben viel zu viele Freiheiten!

Die Gedenkveranstaltung zum Attentat in Hanau wurde nicht zugelassen, aber diese ganzen rechtsradikalen Spinner dürfen immer und immer wieder auflaufen, und dabei die gesamte Bevölkerung, im schlimmsten Fall bis zum Tode, gefährden, weil sie sich weigern Masken zu tragen. Das ist maximal asozial und ignorant. Die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch gegen Atilla Hildmann, der in der Öffentlichkeit vor Polizisten Hitler als Segen für Deutschland bezeichnet hat. Das ist eine einzige Farcé die unsere Behörden da abziehen. In ganz Deutschland wachsen Rechtsradikale nach wie Unkraut und die Behörden und Politiker sind im Tiefschlaf oder glauben selbst an Atlantis. Wahrscheinlich ist die braune Suppe auch in den Behörden bis in die kleinsten Ritzen gesickert. Glücklicherweise wurde die geplante Demonstration in Berlin jetzt kurz vorher vom Berliner Senat verboten.

Die für das kommende Wochenende in Berlin geplante Demonstration gegen Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie darf nicht stattfinden. Der Senat befürchtet Verstöße gegen die geltenden Hygieneregeln. – Der Spiegel am

Es ist einfach nur zum Heulen. Die Erderwärmung im Zuge des Klimawandels wird uns in den nächsten 100 Jahren in riesige Katastrophen führen, wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen in Einigkeit die nötigen Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Genau das gleiche Phänomen erleben wir im Kleinen gerade mit den ignoranten Corona-Leugnern in Deutschland, die jetzt wieder auf die Straße gehen wollen und damit das gesamte Land in Gefahr bringen. Die Corona-Leugner zerstören die nötige Einigkeit die man bräuchte, um diese Pandemie effektiv zu bekämpfen. Eigentlich sollte es Demonstrationen für einen radikalen sozioökonomischen Wandel geben, der uns vom asozialen Kapitalismus befreit und mit allen möglichen Mitteln das Klima schützt. Stattdessen fühlen sich diese Menschen anscheinend in ihrer „Freiheit“ beschränkt, weil sie zum Schutze anderer Menschen eine Maske tragen müssen. Genau den gleichen asozialen, ignoranten Schwachsinn erleben wir in der Debatte um ein Tempo 130 Limit auf Autobahnen. Es geht um die Zukunft unserer eigenen Kinder, aber wenn es ums Rasen geht, stellen sich alle hin wie Brüllaffen und fühlen sich in ihrer Freiheit beschränkt. Wie lächerlich und kurz gedacht ist das denn bitte? Beschränkt sind einzig und allein Menschen denen es wichtiger ist zu Rasen, anstatt das Klima zu schützen. Das ist eine Maßnahme, die nichts kostet und für die wir nichts tun müssen, wir müssen einfach nur etwas sein lassen.

Deshalb bin ich bin für radikale Verbote, Veränderungen und Gesetze zum Wohle des Gemeinwohls, der Zukunft und des Klimas. Ich denke, dass das Verständnis für große Veränderungen sehr wohl vorhanden ist, bei manchen mehr bei manchen weniger. An das Rauchverbot in Gaststätten haben sich die Menschen auch alle gewöhnt, nach dem zuerst kollektiv Aufgeschrien wurde. Wir müssen die Coronakrise nutzen um ein BGE einzuführen und den gesamten Bürokratie-Komplex einzustampfen und neu zu gestalten. Wir haben einfach keine Zeit mehr um auf die Individualbeschwerden alter, weißer, überprivilegierter Cowboys und konservativer, egoistischer Wannabe-Alpha-Menschen einzugehen die sich für wichtiger halten als ihre Mitmenschen. Wir haben keine Zeit mehr für Schwachsinn. Raus aus dem Zeitalter der Egoisten, rein in das Zeitalter der Gemeinwohlökonomie und Vernunft. Wir müssen handeln, strikt und schnell. Wenn wir so weiter machen wie bisher, fahren wir den gesamten Laden an die Wand, denn wenn die Kacke erstmal am dampfen ist und plötzlich alle damit einverstanden sind Opfer zu bringen, ist es schon längst zu spät. Das ist ein einfacher und logischer Zusammenhang, den offensichtlich nicht jeder ausgewachsene Mensch versteht.

Fazit: Diese geplante Demonstration zeigt, wie wenig diese Menschen ihre eigene Situation verstanden haben. Ein Konglomerat aus allem was es in der rechten Szene so gibt wird durch Berlin laufen, antisemitische Verschwörungstheorien verbreiten und für jede Menge Neuinfektionen sorgen. Auch wenn die Demonstration jetzt kurzfristig doch noch verboten worden ist, wird es jede Menge Proteste geben. Die Menschen die vor haben am Wochende in Berlin trotzdem Protestieren zu gehen, handeln in meinen Augen maximal ignorant und asozial, abgesehen von dem rechtsradikalen Schwachsinn, der noch zusätzlich zu verurteilen ist. Ich freue mich, dass die Behörden noch rechtzeitig ein Verbot für diese Demonstration ausgesprochen haben. Jetzt wird es ihre Aufgabe sein eventuelle Proteste auf denen Straftaten begangen werden (Volksverhetzung, Hygienemaßnahmen-Verstöße) rigoros zu unterbinden. Es geht dabei nicht nur um den Schutz der Bevölkerung, sondern auch um den Kampf gegen Rechts. Im Kampf gegen Rechts müssen die Behörden und die Politik endlich eine klare Grenze ziehen, die bisher leider noch nicht gezogen worden ist.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Die geplante „Demonstration für Freiheit“ ist kruder Schwachsinn – Ein Kommentar

Lisa Eckhart: Schlechtes, antisemitisches Kabarett – Ein Kommentar

„Frau Eckhart ist halt einfach eine schlechte Kabarettistin mit schlechter Selbstwahrnehmung, die es anscheinend nötig hat immer wieder aufs Neue plumpe, politisch inkorrekte Gags zu bringen, um ihr Publikum bei Laune zu halten.“

Das Harbourfront Literatur Festival in Hamburg hat die Kabarettistin Lisa Eckhart aus Sicherheitsgründen wieder ausgeladen. Nach Angaben der Veranstalter gab es zu viele Beschwerden und Drohungen aus der „autonomen Szene“. Die Sicherheit der Künstler könnte man so nicht mehr gewährleisten, denn Polizeischutz käme nicht in Frage.

Der “Nochtspeicher” hatte abgesagt, weil er die Sicherheit von Künstlerin und Publikum angesichts von Drohungen aus der autonomen Szene nicht gewährleisten könne. “Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind”, zitierte der “Spiegel” aus einer Mail des “Nochtspeichers”. Im “bekanntlich höchst linken Viertel” werde eine solche Veranstaltung nicht geduldet, auch an Polizeischutz sei nicht zu denken, weil “die Situation dann sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen” könne. – rnd.de

Lisa Eckhart ist eine österreichische Kabarettistin, die immer wieder durch rassistische, antisemitische, homophobe und sexistische Aussagen negativ auffällt. Sie fällt selbstverständlich nicht bei jedem negativ auf. Es gibt Leute, wie zum Beispiel Dieter Nuhr, oder Gerhard Haase-Hindenberg von der jüdischen Allgemeinen, die Lisa Eckhart verteidigen und nicht verstehen können, dass es so viel negative Kritik gibt. Ich mochte Dieter Nuhr noch nie, und mag ihn jetzt noch weniger. Der liebe Gerhard Haase-Hindenberg von der jüdischen Allgemeinen betrachtet die Kunst von Lisa Eckhart meiner Ansicht nach auf eine ziemlich eindimensionale Art und Weise.

Seit einiger Zeit flattert nun eine extrovertierte Österreicherin, mal im körperbetonten Luxusoutfit, mal halbnackt über Bühnen und Bildschirme, gestikuliert mit dünnen Händen, auf denen bunte Fingernägel kleben, die wie die Krallen eines Raubtieres wirken, und spricht dabei höchst artifiziell solch verschachtelte Sätze wie diesen hier. Political correctness scheint ihr bestenfalls als Begriff bekannt zu sein, und ein definiertes Zielpublikum scheint für sie nicht zu existierten. Das allein ruft schon Gegner auf den Plan. Eine Facebook-Userin findet Lisa Eckhart – so heißt die so umstrittene wie streitbare Kabarettistin – »widerlich und unerträglich blasiert«. Eine andere vermag in ihr einfach nur eine »dämliche Ziege« zu sehen.

Solch subjektive Empfindungen zu artikulieren, ist deren gutes Recht. Lisa Eckharts Zuschauer in den ausverkauften Sälen, in denen sie bis zum Ausbruch der Corona-Krise auftrat, sahen und sehen das naturgemäß anders, und ich gestehe, einer von denen zu sein. Am 24. Januar habe ich im »Tipi am Kanzleramt« eine Künstlerin erlebt, die im bewundernswerten Rollenspiel als Femme fatale ein Feuerwerk an blitzgescheiten Assoziationen über die Rampe schickte, gesellschaftliche Vorurteile allein dadurch entlarvte, dass sie sie überspitzte. – Jüdische Allgemeine, Gerhard Haase-Hindenberg

Erst einmal muss ich gestehen, dass auch ich in Lisa Eckhart keine talentierte Schauspielerin sehe. Bei allem was sie auf der Bühne macht wirkt sie zu bemüht. Sie will eine Kunstfigur sein, die sie nicht sein kann. Ihre extreme Affektiertheit mündet in äußerst übertriebener Gestik die sie mit seltsam tiefer, androgyner Stimme, in seltsamer Intonation, untermalt. Ich würde nicht so weit gehen und sie „widerlich und unerträglich blasiert“ nennen, aber ich finde es wirklich unangenehm ihr beim Spielen zu zusehen. Unabhängig von ihrem Auftreten finde ich sie auch inhaltlich, an meinem kabarettistischen Maßstab gemessen, nicht gut. Frau Eckhart bedient immer wieder stark antisemitische, rassistische, homophobe und sexistische Klischees um zu polarisieren. Abgesehen von diesen unnötigen, politisch inkorrekten Spitzen gegen Juden, Schwarze oder Frauen, passiert meist nicht viel. Ich kann das Harbour Literatur Festival sowieso nicht verstehen. Es gäbe so viele gute Alternativen in Deutschland die man hätte einladen können. Die wären erstmal spielerisch und inhaltlich besser und dazu auch noch frei von Antisemitismus.

Frau Eckhart ist halt einfach eine schlechte Kabarettistin mit schlechter Selbstwahrnehmung, die es anscheinend nötig hat immer wieder aufs Neue plumpe, politisch inkorrekte Gags zu bringen, um ihr Publikum bei Laune zu halten. Ihre Auftritte sind wohl gut besucht. Das Publikum lacht laut und klatscht laut und das bei jeder „Pointe“, egal wie diese zustande gekommen ist. Es wäre gewagt zu behaupten, dass Frau Eckhart vielleicht bewusst im rechten Lager fischt, ähnlich wie der total empörte Dieter Nuhr.

Die Gags die sie erzählt wurden schon tausend mal besser erzählt, von Menschen, die sie auch wirklich erzählen können. Ich denke da an Woody Allen, Shahak Shapira oder Serdar Somuncu, die in ihrem Leben alle antisemitische bzw. rassistische Diskriminierung erleben mussten. Diese Menschen haben das, worüber sie Witze machen, am eigenen Leibe erfahren. Humor ist ihre Strategie mit diesem persönlichen Thema umzugehen. Dadurch ist die moralische Bewertung der politisch inkorrekten Grenzüberschreitung eine völlig andere. Einem Künstler der unter etwas leidet, was eigentlich nicht tolerierbar ist, sei verziehen, wenn er durch etwas nicht tolerierbares darauf aufmerksam macht. Abgesehen davon, hat Lisa Eckhart in ihrer Karriere wahrscheinlich mehr antisemitische Witze erzählt, als Shahak Shapira und Serdar Somuncu zusammen. Und eben da liegt der Hase im Pfeffer.

Hierzu fällt mir ein Zitat von Dr. Gregory House ein: „Maßhalten ist der Schlüssel, außer es schmerzt.“ Damit will ich sagen, dass selbst jüdische Künstler antisemitische Einflüsse sehr bedacht und vor allem an der richtigen Stelle einsetzen. Lisa Eckhart nennt zum Beispiel Schwarze einen ganzen Auftritt lang „Neger“. Das ist wohl ihre Vorstellung von guter, kritischer Satire. Bei Bild-Lesern funktioniert das vielleicht. Stumpfe dauerhafte Geschmacklosigkeiten reichen eben wirklich für manche Leute. Mario Barth hat’s bewiesen. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Lisa Eckhart ist der Mario Barth des Kabaretts.

Außerdem sind Dinge die man sagt und tut schöpferisch, weshalb ich Satire, Kabarett und Kunst generell schlecht finde, die inhumane Inhalte zum falschen Zweck missbraucht. Dieser ganze antisemitische, rassistische und sexistische Mist füttert leider auch immer die falschen Mäuler mit. Allein deshalb ist es immer wichtig, wer die Botschaften sendet und wer sie empfängt. Es gibt eine Menge Leute die sich in ihrer antisemitischen Haltung bestärkt fühlen, wenn sie in einer Show von Lisa Eckhart waren. Mögliche Gedanken nach einer Vorstellung:

„War ja klar, alles Juden die Kinderschänder in Hollywood. Echt heftig, da hat Sie recht, sollte man mal drüber nachdenken. Und sowieso werden immer die Juden so in Schutz genommen. Sie hat so recht.“

Genau solche Dinge passieren eben und das sollte auch Frau Eckhart wissen. Gerade in Zeiten, in denen Menschen zusammen auf die Straße gehen und gegen eine „Zionistisch-Kommunistische-Corona-Diktatur“ demonstrieren. Antisemitische Verschwörungstheorien gedeihen zur Zeit wie Unkraut an jeder Ecke. Auch aus diesem Grund, weil Lisa Eckhart Antisemitismus mit solchen Auftritten fördert, lehne ich ihre Kunst ab und finde es richtig, das der WDR gehandelt hat und ich finde es auch richtig, dass es so viele Beschwerden gab gegen ihren Auftritt in Hamburg. Wirklich bedauerlich ist, dass die Veranstalter Frau Eckhart generell sogar unterstützt hätten und sie jetzt nur ausladen, weil sie ihre Sicherheit nicht gewährleisten könnten. Vielleicht sollten die mal darüber nachdenken, wieso so viele Menschen ein Problem damit haben dass diese Dame da auftritt.

Ich möchte aber betonen, dass ich nicht sage, dass Frau Eckhart eine Antisemitin ist, denn das kann ich nicht beurteilen. Wahrscheinlich ist sie einfach nur auf Aufmerksamkeit aus. Ich kann nur beurteilen, dass ihre Kunst meiner Ansicht nach nicht gut ist und zusätzlich leider böse Geister weckt und füttert. Nochmal betonen will ich auch, dass mir die Kunstfreiheit sehr am Herzen liegt. Deshalb haben wir alle zum Glück auch die Freiheit einfach andere Kunst zu genießen und zu fördern. Zum Abschluss möchte ich euch den besten Kabarettisten Deutschlands ans Herz legen. Volker Pispers ist die absolute Oberklasse was Kabarett angeht. Ladet doch lieber ihn ein, statt Frau Eckhart. Volker Pispers hat einen super scharfen, ausgewogenen Blick auf die Welt und zieht seine Zuschauer mit wunderschönen Gegenüberstellungen und Gedankenexperimenten in seinen Bann. Er ist ein Menschenfänger mit einer wunderbaren, eloquenten Sprache. Falls ihr wollte, könnt ihr hier direkt einen Auftritt von ihm genießen.

Am Ende kann ich nur hoffen, dass sich Frau Eckhart inhaltlich um 180° dreht, dann kann ich mir vielleicht nochmal vorstellen meine Meinung über sie zu überdenken. Wenngleich ich nicht glaube, dass ich ihre affektierte Art zu spielen jemals mögen werde.

Schalom,
Schlomo Goldbaum

Lisa Eckhart: Schlechtes, antisemitisches Kabarett – Ein Kommentar